Wortschatzübung Wahrheit

        im Rahmen der Ulmer Friedenswochen

Macht Ohnmacht Wahrheit? Friedrich Bürgers an der Geige bei Brahms Ungarischem Tanz

Die Wahrheit ist hinter der Wahrheit, wer die Wahrheit erkennen will muss in die Tiefe denken und sich selbst vergessen

(gehört von Elia Baz)

Die Wahrheit wird euch frei machen

(Schriftzug über dem Gebäude der Universität Freiburg)

Die Wahrheit ist ein bewegliches Geschütz von Methaphern und Metonymien

(Nietzsche, Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne)

Hinter den Kulissen

Moderne Menschen, Ausstellung im Museum Ulm(2021):”Joseph Beuys, ein Woodstock der Ideen”

Ich habe die Ankündigung über die letzte Veranstaltung der Ulmer Friedenswochen 2022 mit einem Zitat von Friedrich Nietzsche unterschrieben und mit der Frage Macht Ohnmacht Wahrheit überschrieben.Das Zitat lautete “Ich kann Philosophen nur dahingehend etwas abgewinnen, also das sie ein Beipiel geben.” Die Vorgeschichte dessen erhab sich durch den schillernden und vielstimmigen Eindruck im Nachgang der sechs ungefähr sechsminütigen Lesungen von Intellektuellen aus Ulm in der dortigen Stadtbibliothek. Bis spät abends lies mich das scheinbar unzusammensetzbare Puzzle nicht los und erst die Lektüre des Textes “Wahrheit und Politik” von Hannah Arendt vermochte mir die unzusammenhängenden Bausteine in ein Ordnungsgefüge zu bringen. Jenseits der polykontextuellen Vielfalt von literarischen Zugängen zu dem Begriff waren mir drei Erlebnisse geblieben, sozusagen als Hintergrundstrahlung. Erstens ein Novum in meiner zwanzigjährigen Erfahrung mit kultureller Öffentlichkeit:Die Moderatorin hatte zweimal mit einer von mir als außerordentlich wahrgenommenen Beseltheit von einer “elitären Runde” gesprochen.Dies ganz im Sinne Nietzsches. Zweitens: Sie betonte mit einer großen Bestimmheit, hier würde nicht aus der Bibel gelesen, nachdem sie eingangs wiedersprüchlicherweise erwähnte, es würden in der Runde der Lesenden noch Kinder und Theologen fehlen. Ganz in der Geste Nietzsches. Drittens,dass ein sichtlich mitgenommener Mitmensch mich als einziger von sich aus an sprach und nach dem ich ihm Geld für sein morgiges Frühstück geschenkt hatte, sich als Christ outend, mich einen guten Menschen nannte. Worauf ich antwortete: Christenmensch lass ich mir gefallen, denn keiner ist gut, nicht einer. Ich hoffe im Sinne Jesu Christi.

Politik:Christine Buchholz, Friedenspolitische Sprecherin der Linken          

 

 

  

Die Kulissen

Fast voll war der Saal im Erdgeschoss der Stadtbibliothek; an diesem novembrigen vorletzen Septembertag,  der einem in seiner Tristesse,ohne Erinnerung im Kalendarium, von sich aus wenig Ausblick auf Erntedank und Tag der Deutschen Einheit gegeben hätte. Zwischen 40 und 50 Menschen meist über 50 spiegelten sich, fast die Vortragenden in den Schatten stellend, in den Pyramidenfenstern des Gebäudes. Demokratische Kunst oder elitärer Kreis? , dachte Es in mir fragend.

Wahrheit und Pflicht

Ein Faible für Personen mit Wahrheitsanspruch:Christian Katzschmann, Jena, Dramaturg am Theater Ulm

Wegen eines verspäteten Christian Katzschmann, seines Zeichens Dramaturg am Theater Ulm, trat die Werbung für ein neues Stück am Ulmer Theater hinter dem Gespräch mit dem Anwalt Götz A.Maier, und seiner Lesung des Kant-Textes: “Über ein vermeintliches Recht aus Menschenliebe zu lügen” an die zweite Stelle. Das dieser Text als einziger aus dem Zeitalter der Aufklärung noch in der Zeit der Monarchie, also der Einheit von Herrschaft und Gottesbegriff geschrieben wurde, ließ eine riesige Lücken zwischen diesem und den anderen Texten von Brecht, Twain und zwei von zeitgenössischen Sozial- und Naturwissenschaftlern klaffen. Nämlich philosophisch die Lücke die der Tod Gottes und soziologisch, die Lücke die die industrielle Revolution zwischen die Menschen und ihren Selbstanspruch als Menschheit gerissen hatte. Apropos Ulmer Friedenswochen:Nicht zu vergessen der Text des Chefdramaturgen, welcher im Gespräch davon zeugte, das Wahrhaftigkeit, also die diskursivierbare Form von Wahrheit, einen biographisch hohen Preis habe. Nietzsche selber hat seine großen Werke, ohne Stand und Geld in einem zehn jährigen Wanderdasein geschrieben.Im Roman “das große Heft”, der ab 8.10. im Theater Ulm umgesetzt wird, erzählen zwei  kriegsbedingt aus der Stadt aufs Land verschickte Kinder in Tagebüchern von ihrer Aneignung und Verarbeitung, des heuchlerischen ländlichen Exils.Allgemein mag der Vorlesende Menschen mit hohem Wahrheitsanspruch, also Menschen der Kunst, wie manche Figuren in den Romanen von Thomas Bernhardt.So erfinden die Kinder ,in dem Roman der von der nach dem Aufstand in Ungarn anno 1956 geflüchteten Agota Kristof  stammt,sich eine eigene vorsichtige und sachliche Sprache um die gewaltsamen Landmenschen zu beschrieben. Sie versagen sich durch Emotionen zu umschreiben, da Emotionen unscharf sind im  beschreiben. Und es ist verboten zu sagen Herr….  ist nett. Da es ja auch sein könnte, dass es sich als falsch erweist. Besser sagt man er hat uns etwas gegeben oder nicht. So entlarven die Kinder anhand ihrer moralischen Intuition die gewaltsamen Weltbildgebäude der Sich-im-Krieg-selbst-retten-Wollenden und bewahren sich via Sprache eine authenische Überlieferung wahrhaftiger Urteilskraft.

Wahrheit und Zeit

Moderatorin Wenzel(Free Fm) mit Götz A. Maier, Anwalt dem Leser des Kant-Textes im Gespräch über den Umgang mit Wahrheit im Berufsalltag

Bei Kant, der, zwar vernünftig eingeklammert aber doch noch Gott, Ewigkeit und Unsterblichkeit der Seele als Grundlagen seiner Argumentation gelten ließ, erscheint die Wahrheit, als persönliche Wahrhaftigkeit, beispielsweise bei einer Befragung eines Kommissars verstanden, noch als Pflicht. Lügen war, so leitete er in seiner berüchtigten Detailiertheit und Verschachteltheit her, für Kant nicht nur, wie die Anwälte sagen: “verboten wenn es Personen schade”, sondern allgemein, da die Lüge der Menschheit schade, denn ohne Pflicht kein Recht. Die Lüge mache die Rechtsquelle unbrauchbar. Daher Kants Schluss: “Wer also lügt müsse die Folgen vor dem obersten Gerichtshof tragen. Das erinnert mich an einen Film über die Geschwister Scholl. Was mich daran störte war das Sophie gelogen hat vor dem durch die Partei sozial aufgestiegenen Verhörer. Arendt konnte ja Brecht.”Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren” und Nietzsche in seiner Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik “es gibt keine höhere Kulturtendenz als die Vorbereitung und Erzeugung des Genius” nur durch die Erforschung der niederschlagende Periode des Totalitarismus zusammenführen. Erst als Michael Joukov, ein Vollblutpolitiker, der erst jüngst das Direktmandat für den Ulmer Sitz im Landtag zu Baden-Württemberg errungen hat auftrat, zeigte sich ein vielleicht positiver Aspekt des radikalen Bruchs den die moderne Demokratie hundert Jahre nach Kant mehrheitsfähig machte. Der Text “Wie ich für das Amt des Gouverneurs kandidierte”, datiert auf das Jahr 1870, also das Jahr in dem das monarchistische Deutschland sich damit trug, gegen das demokratische Frankreich zu Felde zu ziehen und in dem das 1776 in den USA, aus dem Untergrund rehabilitierte Presswesen, dort in den Rang der vierten Staatsgewalt in den geeinigten Flächentaaten aufgestiegen war. Nietzsche verehrte  die Engländer derzeit ironisch in dem er ihm die Erfindung des Schießpulvers zuschrieb und verachtete sie in dem er ihnen die Erfndung des Presswesens anlastete.

Wahrheit und Organisation

Michael Joukov(Landtagsabgeordneter der Grünen) mir(Anm. des Verf.)bekannt als Joukov-Schwelling bei der Lesung aus einem Text von Mark Twain´s

Was die Macht der Zitate, die Walter Benjamin, wie nur wenige Literaten des 20. Jahrhunderts erkannte hat, in der polykontextualen Moderne ausmacht, zeigte das Zitat, welches der ukraino-russische Jude ,dem relativ schlecht akzentuiert gelesenen Text, der zudem, laut Joukov schlecht übersetzt war folgen lies. Twain habe auch gesagt: “Die Wahrheit ist der Menschheit höchstes Gut, deshalb, muss man sparsam mit ihr umgehen”. Allgemeines Entspannungsgelächter im Publikum. In diesem Freiraum spricht ein ehrlicher Sympath. “Politik hat mit Wahrheit nicht viel zu tun. In der Politik geht es darum seine Chancen zu nutzen.Auch in dem Text Twains, geht es um die geballte und von der Leserschaft für wahr gehaltene üble Nachrede und Verleumdung der Medien, die den Kandidaten Twain, letzten Endes verzweifelt seine Kandidatur als Gouverneur des Staates New York zurückziehen lässt. Ganz im Sinne Nietzsches. Der Text werde sowohl in Russland als auch in Amerika viel gelesen, hingegen sei er in Deutschland beinahe unbekannt. “Ich habe ihn auch ausgewählt um ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen zu haben” parlierte der gewinnende ausgebildetet Ökonom und Inhaber einer IT-Firma. Das warf den ganzen geheuchelten und selbstwidersprüchlichen Talk mit Wenzel über die wissenschaftliche Erkenntnis, dass der zeitgenössische Mensch 200 mal täglich lüge und sich wie der Anwalt und Geschäftsführer von der Bezirksgruppe Ulm von Südwestmetall, Maier,formulierte darum bemühe  “ohne Lügen durch das Arbeitsleben” zu kommen um. Frau Wenzel meinte vorher Empathie und Wahrhaftigkeit stünden sich oft gegenüber,  Herr Maier meinte  manchmal wolle man mit Lügen einfach nur seine Interessen durchsetzen.Er versuche nicht zu lügen, aber man müsse Dinge natürlich schon vorteilhaft darstellen. Die Soziologin und Engagement-Managerin Larissa Heusohn, sagte dazu, Bedachtheit könne oft zu Lügen führen. Kurz: Toleranz, Meinungsbildung, Macht und Freiheit sind  in der organisierten und programmierten Gesellschaft mit Wahrhaftigkeit nicht zu vereinen. Hat also Nietzsche der Philosoph des Willens zur Macht gesiegt?Man müsse auch mal den Mut haben die Dinge auf den Tisch zu legen, meinte Heusohn, deren Vater gerade wegen Antisemitismus in Rechtsprozesse verwickelt ist.

Larissa Heusohn,Soziologin, Leiterin der Freiwilligenagentur “Engagiert in Ulm” las über die diskursive Programmierung der Gesellschaft via Framings

Sie las  einen Auszug aus dem Buch “Politisches Framing-Wie eine Nation sich ihr Denken einredet- und daraus Politik macht, von Elisabeth Wehling. In Politischen Debatten gehe es nicht um Fakten, sondern um Frames, die “Informationen einordnen und selektieren.” So beispielsweise wenn in der Presse verallgemeinend vom Flüchtlingsstrom, oder gar Tsunamie gesprochen werde. Der Strom assoziiere eine unkontrollierbare Bedrohung, die selber nicht in Gefahr sei, gleich einer dunklen Naturgewalt, die nicht abreiße, breit und ohne menschliches Antlitz sei. Diese Formulierungen in der Presse entfernten in der Sprache von Assoziationen wie das Flüchtlinge selber Opfer seien und dass es Zusammenhänge zwischen den Geflüchteten und den Gesellschaften in die sie flüchten gebe. Auch jetzt im Ukraine-Krieg gebe es solche framings, blieb hier aber im Abstrakten. Diese Ansicht gepaart mit dem  farblosen Text einer Wirtschaftsinformatikprofessorin in dem es um die Verfügbarmachung menschlicher Biographien für Programmierer von Avataren.beliebter Persönlichkeiten ging, deuteten in eine andere Richtung, der Gesellschaft der Vorformatierungen und technischer-systematischer Läufe, die alles menschlich große und unzeitgemäße klein und anmgepasst macht, die Nietzsche im Parteiwesen und im Sozialismus heraufkommen sah.

Wahrheit und Politik

Arendt meint in ihrem Text über Wahrheit und Politik, es gebe bestimmte Zünfte denen es auch heute noch, oder heute gerade wieder,erlaubt sei ungescholten die Wahrheit zu sagen: Richter, Berichterstatter, Philosophen,Wissenschaftler, in der Politik hingegen gehe es darum die Welt zu verändern und Möglichkeiten auszuloten, hier gehe es um Freiheit, Repräsentation von Mehrheiten und gemeinsame Zielerreichung, weniger um Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit. Eher um Dialog,Horizonte der Versöhnungen, Neu-Anfänge eben.War da noch eine vierte Hintergrunderstrahlung an diesem Abend. Der junge Geiger Friedrich Bürgers, hatte mich als er sich verspielt hatte und mit mäßigem Erfolg versuchte keine Miene dabei zu verziehen, auf das ebenso kostspielige Phänomen der unfreiwilligen Wahrhaftigkeit in elitären Kreisen gebracht.In auf Leistung und Performanz ausgelegten Systemen ist Wahrhaftigkeit, zum Beispiel im Sinne von  Eingestehen von Fehlern von Nachteil für die Karriere. In zugespitzter Form gilt dies in Gesellschaften die sich im Zuge von innerer Spaltung und äußerem Krieg rigide gegen Angriffe und Selbstzersetzung von Innen zur Wehr setzen, dahingehend, war der Text den die  Historikerin Nicola Wenge ausgewählt hat sehr aufschlussreich.

In Ersehnung der Deutschen Wiedervereinigung machte sich 1987 der Omnibus für Direkte Demokratie das erste mal auf, bald auch Richtung Osten. Diesen September gastierte er in Ulm

Wahrheit in Zeiten der  gegeneinander aufgestellten Wahrheitsregime

Nikola Wenge die ihre Abschlussarbeit über das Zusammenleben von Juden und Nicht-Juden in der Weimarer Republik geschrieben hat begann also aus dem Text: “Fünf Schwierigkeiten beim schreiben der Wahrheit” von Bert Becht, 1935 im dänischen Exil geschrieben zu lesen. 1.Beim Schreiben der Wahrheit sei es wichtig sich nicht den Mächtigen zu beugen und nicht die Schwachen zu betrügen, auch wenn man davon viele Vorteile hätte. 2.Klugheit sei dabei keine Gesinnungsfrage, sondern die Wahrheitsfindung sei selbst eine lange und schwierige Aufgabe.3. Die Wahrheit sei etwas gewaltsames, sie müsse als Waffe handhabbar gemacht werden, ohne das der Gegner sehe, das es sich dabei um Waffe handle .4. Es sei eine Gruppe auszuwählen in deren Händen sie wirksam werden könne.5.Es sei eine List zu erfinden die Wahrheit unter die Menschen zu bringen.Und noch was über den Geiger, er ist mit 15 Jahren gerade konfirmiert worden und dachte in einem einigermaßen gefestigten Weltbild zu stehen,bis, ja bis er begonnen hat Hariris “Kurze Geschiche der Menschheit zu lesen.”Die Wahrheit ist hinter der Wahrheit, wer die Wahrheit erkennen will muss in die tiefe Denken und sich selbst vergessen.” Deshalb widme ich diesen Text, dem Mann der  für die “Bild” Hans Esser war zum Achzigsten Geburtstag und der Stadt Ulm, mögen beide Welten unter ihrer Ägide, die Göttliche und die Zivile, mögen beide Städte, in dieser politischen Stadt mit- zumindest aber nebeneinander- bestehen können.

In Au naa…Die fridericianischen Verhältnisse zum Tanzen bringen

(Daniel Baz, Erntedank 2022)

Wende-Zeitenwende-Wendezeit

Andreas Zumach zieht Zwischenbilanz über den Krieg in der Ukraine

Andreas Zumach(links) und Lothar Heusohn, Mit-Organisator der Ulmer Friedenswochen(rechts) am 28.09 im Bürgerhaus Mitte

Dieser Tage endete die 15. Documenta Weltausstellung in Kassel. Medial wurde die vom indonesischen Künstlerkollektiv Ruangrupa kuratierte Kunstausstellung von Antisemitismusvorwürfen gegen das Kollektiv aus dem Land,dass zur Zeit den G20 vorsteht überschattet.Real sind doch 700000 Menschen aus aller Welt hingefahren um das Prinzip der gemeinsamen Reisscheune auf dem die gemeinschaftsorientierte Exibition basierte beim kochen, essen, netzwerken und sein zu teilen und zu bereichern.Die besondere Würdigung palästinenischer Künstlerkollektive auf der Ausstellung, könnte man auch als eine Würdigung der Menschenrechte sehen,die wie Heusohn zum Ende mit einer bitte um Spenden für die Rechtsprozesse gegen die Verleumdungen verbunden, sagte, nicht “an bestimmten Ländern halt machen.” Leider warf der Antisemistismusvorwurf, dieses in Deutschland besonders geschärfte Schwert zur Vernichtung von Organisationen und sozialen Menschenexistenzen auch einen Schatten auf die lange Freundschaft zwischen Ulm und dem, auf internationale Beziehungen spezialisierten Journalisten, Andreas Zumach. Denn hier wurden er, die Friedensaktivistin Nirit Sommerfeld und der Mitorganisator der Ulmer Friedenswochen Lothar Heusohn des Antisemitismus bezichtigt. Erste Prozesse in Ulm und am Oberlandesgericht haben sie schon verloren. Nur will Zumach auch für alle Anderen denen das Schicksal dieser Ächtung widerfährt weiter prozessieren,wenn es sein muss bis in die letzte Instanz.

Wende

Mit 60 Zuhörern hatte Zumach das bisher wohl größte Auditorium der Ulmer Friedenswochen,im Bürgerhaus Mitte in Ulm um sich versammelt und begann nun den programmmäßigen Teil.Der Präsident der Ukraine Wolodymir Selensky habe schon in der sechsten Woche des Krieges dieKosten für den Wiederaufbau der Ukraine auf etwa 450 Milliarden Euro beziffert, seine Kollegin von der TAZ Ulrike Herrmann habe die Kosten unlängst auf bis zu 2 Billionen geschätzt. Die Kapitalismusforscherin aus Berlin geht davon aus das das Geld nur in Schenkungen, nicht in Krediten bestehen könne, sich also ausgestallte wie ein Konjunkturprogramm ähnlich demfür die Gebiete der Ex-DDR nach der Wende. Seine Prognosen die er in seinem Artikel: “Putins Krieg und Russlands Krise” für die Monatszeitschrift Le Monde Diplomatique im März 22 riskanter Weise angestellt habe, seien weitestgehend eingetroffen. Die Nato stehe so stark da wie nie zuvor, öffentlich sei die amerikanische Führungsrolle im westlichen Militärbündnis unangefochten. Von Macrons noch vor zwei Jahren konstatierten “Hirntod” des Bündnisses sei keine Rede mehr.Drei Tage nach dem Angriff Putins, der sich bald zu einem Blitzkrieg bis nach Kiew ausweiten sollte, tagte der Bundestag in Sondersitzung, während 500000 meist junge Leute in Berlin gegen den Krieg demonstrierten. Das alle Redner auch die der SPD und der Linken, außer drei von der AFD, sich “weggeduckt haben” und die Möglichkeit eines gemeinsamen europäischen Hauses im Rahmen der KSZE nach der Wende 1990, als historische Option in dieser historisch neuen Situation des Krieges in Europa nicht zur Sprache gebracht haben, hielt Zumach für gespenstisch.

60 Gäste mehrheitlich über 50, zog der Vortrag des Journalisten der unter anderem für die genossenschaftlich organisierte Tageszeitung in Berlin arbeitet an

Zeitenwende

Das Wort von der Zeitenwende aber, dass Olaf Scholz angestimmt habe sei sowohl im Hohen Haus als auch auf der Straße, verbunden mit der zähneknirschenden Forderung nach Waffenlieferungen gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Putins angenommen worden. Auch George W. Bush hatte am 11.09.01 den Schock des Angriffs auf Pentagon und Twin Towers genutzt um eine Zeitenwende einzuläuten. Deren Ziele seien nach 21 Jahren noch immer nicht erreicht. Vielmehr hätte sie Millionen Tote und noch viel mehr Verletzte und Vertriebene im Nahen Osten gefordert.

Den Begriff der Zeitenwende halte er für einen ideologischen Kampfbegriff, da die Ziele die damit verbunden seien, wie die Zurückdrängung der russischen Truppen auf die Grenzen vor Kriegsbeginn am 24. Februar.22 nicht erreicht werden könnten, auch wenn sie völkerrechtlich legitim seien. Zumach habe sich auch 70 Reden bei der UN-Generalversammlung in New York angehört. Die ersten Tage vor Putins Bekanntgabe der Teilmobilmachung, habe es nach einer klaren Spaltung der Redner in Dritte Welt und Westen ausgesehen. Der Generalsekretär selbst und die Länder des Globalen Südens, seien wenig auf den Ukraine-Krieg und mehr auf die anderen globalen Probleme wie Klimawandel und Hunger eingegangen. Die Länder des Westen hingegen haben die meiste Redezeit auf den Krieg in Europa verwendet, vor dem Horizont der Zeitenwende. Erst nach der Eskalation durch Putin seien die Lager gegen den russischen Nationalisten zusammengerückt. Bei der Großdemonstration in Berlin sei anders wie im Bürgerhaus Mitte der Altersdurchschnitt niedrig gewesen. Die Mehrheit der Demonstranten für die makabre Mischung von Waffen- und Friedensforderungen sei nach 1990 geboren. Sie hätten nicht, wie Zumach selbst als junger Journalist, noch den ersten und den mit einer Million Toten, völkerrechtswidrig, von einer Koalition der Willigen, unter der Ägide der USA geführten zweiten Irakkrieg 2003 erlebt.

Die Kriegsziele seien trotzdem gescheitert im Irak, in Afghanistan, in Lybien und bald so prophezeite er auch in Mali.Und über den Jemen-Krieg habe bei den UN-Debatten gar niemand gesprochen. Seine Afrikanischen Kollegen, sagten ihm zur Zeitenwende. Wisst ihr diese Kriege führen wir in Afrika schon immer, was wollt ihr den mit eurer Zeitenwende. Da aber auch die Friedensbewegung den Begriff der Zeitenwende aufgenommen habe,so schwenkte Zumach umwolle er den Begriff wenigstens anders besetzen, nämlich Zeitenwende müsse für ihn heißen.Die neue Zeit müsse militärfrei und global gerecht sein.

Militarisierung, Staat und Gesellschaft

Nicht nur die Nato mit ihrer Osterweiterung, sondern auch die EU mit ihrer Entweder-Oder-Politik unter Komissionspräsident Baroso, in Bezug auf Zollunion und Assoziationsabkommen hätten zur Eskalation des Konfliktes beigetragen. Was zeigt, dass man in Bezug auf diesen Konflikt sehr wohl von dem Westen sprechen kann. 2001, als Putin im Bundestag sprach, hegte man die Hoffnung, dass nach der Nicht-Umsetzung der Pariser Charta von 1997, vom äußeren Feind, damals des Terrorismus, geeint, eine neue Zeit den geeinten Europas der demokratischen Werte anbrechen werde. Auch nach Innen hatte Putin unter der Fahne des “Kampfes gegen den Terror” laut Zumach 100 % ige Zustimmung noch im Tschetschenienkrieg. Auch in Moskau gab es Anschläge, mit ungeklärten Auslösern, allerdings, und die Tschetschenen seien, anders als die Ukrainer, nach russischen Nationalverständnis, kein Brudervolk, wie die Ukrainer. Doch als das Außmaß der Toten und Verletzten Russen für diesen “Dienst am Vaterland” bekannt wurde gab es in Russland viele Demonstrationen. Die Teilmobilmachung zeige, der Widerstand werde nun in Russland in noch größerem Ausmaß wachsen. Deshalb sei, die auch von dem ukrainischen Botschafter Andrej Melnyk als Galleonsfigur betriebene Ächtungskampagne gegen zivilgesellschaftliche und kulturelle Verbindungen mit Russland kontraproduktiv. Die Kontakte zu russischen Menschen müssten verstärkt werden. Die Aussage des Entspannungspolitikers der ersten Stunde Egon Bahr: “Europa ist nur mit und nicht gegen Russland zu machen” sei wahrer den jeh. Nur sei Länder des Südens zur Schürfung von fossilen Ressourcen zu zwingen der falsche Weg. Verhandlungen seien auch was die Klimakrise betrifft schon jetzt, und auch mit Putin notwendig. Denn Russland habe sowohl windreiche als auch sonnenverwöhnte Regionen zu einer nachhaltigen Europäischen Energiepartnerschaft. Und die These Verhandlungen seien nach allem was passiert ist nicht möglich, wolle er nicht glauben. Nach dem ungleich blutigeren ersten Golfkrieg in den 80ern zwischen Irak und Iran, als die USA noch den Irak mit Waffen unterstützten und die Sowjets den Iran, hätten Verhandlungen zu einem Frieden geführt, der bis heute anhält.

Die Analyse von Claudia Major von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Putin werde Russland die nächsten Jahrzehnte regieren hielt Zumach für verfehlt

Entspannungspolitik statt neuer Hallstein-Doktrin

Das Putin und die anderen mächtigen Männer mit KGB-Hindergrund + Lawrow in Moskau wie Putin will bis 2036 am Ruder bleiben hält Zumach für äußerst unwahrscheinlich. Aber auch den Aufruf zum Tyrannenmord, der schon früh im Krieg von amerikanischer Seite erschallte hält er für unweise. Auch glaubt er nicht an unabhängige Umfragen zur Kriegsbefürwortung der Russen in Kriegszeiten. Seit den Verfolgungen von Dissidenten des Systems-Putin ab 2012 gebe es keine gut organisierte demokratische Opposition mehr in Russland. Aber vor dem Krieg gegen Russland gab es laut Zumach auch kein “gefestigtes Nationalbewusstsein” in der Ukraine, die Bemühungen Putins könnten auch hier einen gegenteiligen Effekt als den vom Herrscher intendierten haben.

Das wer sich für Verhandlungen mit Putins Regime einsetze in der Öffentlichkeit als Putin-Versteher und als jemand der der Ukraine einen russischen Siegfrieden aufdrängen wolle halte er für fatal. “Verhandlungen anzustreben ist das einzig Richtige und Wichtige”, konstatiert der Kenner der Materie hingegen. Die Demonstranten in Berlin im März 2022 hielten Entspannungspolitik aufgrund ihrer zeitgschichtlichen Unkenntnis für falsch und verfehlt. Es sei eine Eiszeitstimmung wie zu Zeiten der Hallstein-Dokrtin zwischen der BRD und der DDR. Nicht-Anerkennung des östlichen Bruders war die Position der Westrepublik-Deutschland. Dabei habe Willy Brandt insbesondere in seiner Kanzlerschaft ab 1969 die Doktrin von Außenminster Hallstein die DDR nicht anzuerkennen auf Verhandlungen und Verträge hin aufgeweicht, was die Wende mit die Wende, in den 80ern ermöglicht hat. Auch Präsident Selenski habe in den letzten physischen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul am 29.03.2020gesichtswahrende Kompromissvorschläge gemacht. Zumach erwähnte fünf der 10 Punkte die damals von ukrainischer Seite aus auf dem Tisch lagen.

1. Verzicht der Ukraine auf eine Nato-Mitgliedschaft

2. Neutraler Status der Ukraine

3.Keine Militärstützpunkte in der Ukraine

4. Einfrierung der Krim-Frage für 15 Jahre

5. Über den Donbass werden direkte Verhandlungen der beiden Staatschefs angestrebt

In angelsächsischen Medien gab es schon Berichte über Einigungstendenzen, dann wichen beide wieder auf die Maximalforderungen von 24.Februar, dem Kriegsbeginn aus.

Der globale Süden und die übergeordneten Interessen der Menschheit

In der anschließenden Diskussion meinte Zumach auf Nachfrage es gebe in Russland keine aktive Unterstützung für die geschichtsrevisionistische Staatsphilosophie eines Alexander Dugin

Seine Idee wäre international gewichtige Länder des Globalen Südens Hand in Hand mit neutralen anderen Ländern, sollten gemeinsam mit dem UN-Generalsekretär Guaterres nach Kiew und Moskau fahren um neue Verhandungen anzuregen. Dazu zähle er Indien, Indonesien, Brasilien, am besten unter Lula, Australien, Süd-Korea und Japan. Die gängige Praxis China und Russland undifferenziert in einen Topf zu werfen sei falsch. Am 14.02. bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in der sich zuspitzenden Ukraine-Krise dank des russischen Truppenaufmarsches hielt der chinesische Außenminister Win Jong eine Rede, die wie Olaf Scholz derzeit die “Unverletzlichkeit der nationalen Grenzen” herausstellte. Auch hat China trotz des Treffens Putins mit dem chinesischen Regierungschef Xi am Rande der Olympischen Winterspiele in Peking die Resolution des Westens gegen Russland nicht abgelehnt, sondern hat sich enthalten. In Peking gebe es eine Debatte, was das wohlverstandene Interesse Chinas sei. Es gebe die Versuchung eine Allianz mit Russland gegen die Vereinigten Staaten von Amerika zu bilden. Es gebe aber auch eine tiefe wirtschaftliche Verflechtung mit Europa und den USA und das vitale Interesse die Lieferkettenbrüche zu kitten. Nach dem Parteitag der Kommunistischen Partei werde man vielleicht mehr wissen, vielleicht auch nicht, da die Ergebnisse womöglich geheim gehalten würden. Eines sei aber klar weder die deutsche Position “Die Ukraine darf nicht verlieren und Russland darf nicht gewinnen, noch die US-amerikanische die Russen hinter die Grenzen vom 24. Februar zurückzudrängen üben Druck auf Selenski aus an den Verhandlungstisch zurück zu kehren.Aussichten auf einen baldigen militärisch herbeigeführten Frieden bestehen aber auch nicht.Fakt ist das es nicht im amerikanischen Interesse ist, dass die Ukraine den Krieg auf russischen Boden trägt. Deshalb liefert die Allianz keine Artillerie die weiter als 40 KM schießt. Die Russen hingegen haben laut Zumach Artillerie die bis zu 120 KM Reichweite hat und die zahlenmäßigeÜberlegenheit was Artillerie betrifft betrage 31-1 für die russischen Streitkräfte. Auch habe Putin noch bis März die Eskalationsdominanz. Auch wenn schon die Teilmobilmachung zu größeren innenpolitischen Problemen in Russland geführt habe könne Putin glaubhaft bis zu 2,5 Millionen Mann mehr mobil machen. Die Erosion von Putins Macht habe bereits begonnen. Trotzdem müsse sich die Ukrainische Zivilgesellschaft auf einen sehr harten Winter gefasst machen und es würden durch die Intensivierung des Krieges noch viel mehr Menschen flüchten. Wichtig sei jetzt allen voran Deserteure aus Belarus, der Ukraine und Russland aufzunehmen. Außerdem gebe es mit derBewältigung des Klimawandels und der Abwendung eines atomaren GAU’s auch den nationalstaatlichen und imperialen Interessen übergeordnete Ziele.

Der Weg nach China geht über Russland

Übergeordnete Interessen:

1.Kein großer konventioneller Krieg

2. Kein Atomkrieg

3. Keine Beschädigung vom Atomkraftwerk Sapporischia wie Tschernobyl

4. Pariser Klimaziele Interesse Russland zu helfen seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden

Dazu schlägt Zumach eine nachhaltige Energiekooperation zwischen EU und Russland zum Beipiel durch Europäische Technologie und Investition zur Gewinnung von grünem Wasserstoff für Russland, EU und Andere in Sibirien.Auch und gerade deswegen, weil die Zeit drängt, den Klimawandel für die Menschheit noch gestaltbar zu halten sind auch jetzt, zu Putins Zeiten, schon Verhandlungen mit Russland nötig. Am Rande der Nato-Sicherheitskonferenz 2021 soll Angela Merkel laut, Zumach, Biden vor seiner Rede auf ihr Zimmer gebeten haben und ihm gesagt habener solle sagen: Nicht nur russische Sezzessionisten, seien Schuld an dem Scheitern der von den Deutschen Verhandelten Waffenstillstandsabkommen im Donbas Minsk 1 und 2, sondern auch ukrainische Soldaten. Biden erwähnte nur die Sezessionisten. China habe gute Beziehungen zu beiden Parteien. In den USA herrsche aber zur Zeit eine Strömung vor, die eine Vereinigung der Interessen Russlands und der EU zu verhindern versuche. Die Nato sei das Haupteinflussinstrument der USA in Europa, der innenpolitisch, siehe Trump schwer zu verkaufende teure und unbeliebte Machtapparat sei nur durch einen Bösewicht zu rechtfertigen. Diese Rolle hatte bisher immer Russland gespielt. Auch was die Sanktionen betrifft spielt die traditionell mit Russland uneinige chinesische Position eine Schlüsselrolle. Den Spieß der EU-Energiesanktionen habe Putin mit der Gaswaffe und neuen Absatzmärkten in China und Indien bereits erfolgreich umgedreht. Was High-Tech aus Amerika und Europa angeht, ist China bisher nicht eingesprungen. Bleibe China auf dieser Position, würden die BIP-Einbrüche der russischen Wirtschaft um 7% sich noch deutlich ausweiten und auch der Militärapparat des russischen Bären würde empfindlich geschwächt.

Die letzte Veranstaltung der Ulmer Friedensochen 2022:

Donnerstag, 29.09.22,Stadtbibliothek Ulm,19.30 Uhr

Wortschatzübungen “Wahrheit”, literarische Fundstücke gelesen von

Ulmer Persönlichkeiten wie Dr. Jörg Ahrens, Generalarzt, BWK

Dein Wort

(Johannes 1-13 Exegese)

Es gibt für uns Dichter einen Weg,der das Ziel, den Weg,die Wahrheit ausdrückt;und das was wir nicht sind und aus dem wir sind-herausstellt.Kunst-Schöpfung.Das Wort,sein Wort,der ersten Liebe Hort.Dieses Wort aus dem Wort,das sein Wort,ausgesprochen durch mich- sich dir gibt.Weil es sterbend flügelnd aus Asche,so feuerleicht an deine Seele reicht.Und in dir,wenn es dich und ihn verbindet,die Hüllen fallen lässt.Aus deinem Körper klingt.Über-antwortet den neuen Kreis der sich über die zerstreuten Dinge zieht ins unbesessene Bewegungsgebiet. Ge-dank gelichtet durch Vergänglichkeit die weiterträgt,was gar nicht ist,nicht von dieser Welt.Unsterblich,Unteilbar,Unzerstörbar.
Und doch ist alles was geworden ist aus dem Selben gemacht.

“Todesmutig und voll Mut”-

Das Wort

(Farounfirewater,25.09 Herbstanfang,Inspiriert von Lyrifant’s Gedicht Todesmutig und Lebensmutig)

Soziale Verteidigung

Ein gewaltfreies Konzept der Verteidigung eines Landes gegen einen militärischen Angriff

Gewaltfreiheit als ein nachhaltigere Haltung gegenüber Angriffen als Gewalt?

Um die 30 Menschen versammelten sich am Donnerstagabend im Einsteinhaus in Ulm um einem Vortrag von Gabriele Schweitzer vom Bund für soziale Verteidigung zu lauschen. Die konservative Definition von sozialer Verteidigung sei die aktive gewaltfreie Verteidigung eines Volkes gegen einen militärischen Angriff von außen oder einen Putsch von innen,so erklärte die Referentin vom Bund für soziale Verteidigung eingangs.”

Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.(Jean Jaures)

Gewaltanwendung ist ein Steigerungsspiel

Bei sozialer Verteidigung verteidigt die angegriffene Gesellschaft vor allem ihre Identität und Lebensweise;es besteht kein Fokus auf der Verteidigung der Landesgrenzen. Es gebe auch gemischte Konzepte wie das ROC-Konzept der totalen Verteidigung,von dem auf der Homepage des BSV zu lesen ist.Dieses Konzept ist vom US-Militär in Reaktion auf den Georgien-Krieg Russlands für kleinere bedrohte Staaten wie die baltischen Staaten entwickelt worden und beinhaltet auch gewaltsame Formen der Landesverteidigung.Die wissenschaftlich fundierte Position der sozialen Verteidigung ist allerdings,dass durch gewaltsamen Widerstand viel größere Zerstörungen,Gewaltspiralen und Tötungszahlen verursacht werden.Schweitzer bringt dazu das Beispiel des Stammes der Jaghi, die ihr Stammland von den Taliban besetzen haben lassen und dann,als ihre Lebensform friedlich verlde Krieger, mit den Aggressoren zu verhandeln.Dynamisches weiter Arbeiten ist ein von dem Friedensforscher Ebert dafür geprägtes Wort.Ein beeindruckendes Beispiel einer resilienten, widerständigen und friedfertigen Gruppe die soziale Verteidigung erfolgreich praktiziert habe,seien die Lehrer im ohne gewaltsamen Widerstand besetzten Norwegen.Sie hätten sich unter Repressionen gegen zahlreiche,doch als eine Gruppe von 20000 relativ geschlossen gewehrt,die Nazi-Lehrpläne auszuführen.Bis zum Ende des Krieges sei nach den alten Lehrplänen unterrichtet worden.

Der Niederländer Bart de Ligt habe das Konzept 1936 in Erwartung einer deutschen Invasion ausgearbeitet,durch die Angst vor der Zerstörung durch einen Atomkrieg wurde das Konzept im Deutschland der 80er Jahre erweitert

Heute habe man aber viel mehr Wissen und Erfahrungen gesammelt als in den 80ern noch verfügbar war.Wissenschaftler hätten herausgefunden,dass in den Kriegen von 1900-2006 70% der erfolgreichen Aufstände gewaltfrei waren,allerdings sei die Rate in den letzten Jahren zugunsten gewaltsamer Aufstände gefallen.Auf Nachfrage erklärte die Vortragende,die Regierungen haben sich mittlerweile Reaktionsstrategien gegen soziale Verteidigungsstrategien zurechtgelegt.So sollen beispielsweise durch Fake News und Provokateure Widerstände in gewaltvolle Formen umgedreht werden. Soziale Verteidigung erlebe nach abgeflautem Interesse in den 90ern seit 2014,dem beginn der kriegsähnlichen Auseinandersetzungen in der Ostukraine wieder eine Renaissance.Von dem Sondervermögen für die Bundeswehr ist für friedliche Widerstandsformen aber nichts vorgesehen.Es habe immer wieder auch Zonen der Gewaltfreiheit innerhalb von Kriegsgebieten gegeben,so beispielsweise in Kolumbien waffenfreie Zonen durch Indigene eingerichtet. Auch müsse man kein Mahatma Gandhi sein,um kollektiv gewaltfrei zu handeln,es bräuchte nur die Entscheidung dazu, in einer gemeinsamen Situation.Die Idee dahinter sei,dass der Angreifer seinen Angriff abbrechen müsse,wenn er kollektiv ins Unrecht gesetzt würde und auf zu wenig Kollaborateure zurückgreifen könne. Gewaltfreie Blockaden gegenüber Sicherheitskräften seien hier eine Aktionsform,wo die Resilienz des Volkes in Friedenszeiten zu seiner Widerstandsfähigkeit in Zeiten der Besatzung werde.In gespaltenen Gesellschaften so die Vortragende auf Nachfrage,sei das Konzept wenig wirksam.

Auf der Demonstation zum globalen Klimastreik in Ulm,war die Ablehnung dem Krieg als Mittel des Imperialismus gegenüber deutlich spürbar

Für Kriegsdienstverweigerer aus Russland und der Ukraine wird es immer schwieriger sich dem Dienst an der Gewalt zu entziehen,die Linkspartei hat eine Petition angestrengt um Deserteure aller Seiten leichter Asyl in europäischen Ländern zu verschaffen

Zuflucht zu internationalen Aktivisten und Orgsnisationen zu nehmen sei eine zentrale Handlungsstrategie,der Friedensforscher Galtung sprach von der langen Kette der Gewaltfreiheit.Der Vorwurf Aktivisten würden von staatlichen Diensten unterstützt sei aber auch nicht immer falsch,so die Referentin.

Wer sich dem Wehrdienst entzieht,steht zum Wiederaufbau auf friedlicher Basis bereit

Zur Zeit gebe es 100000 Deserteure im Ukrainekrieg,viele aus Russland aber auch viele aus Ukraineu und Weißrussland.Das Engagement der Rekrutenfrauen in Weißrussland habe dazu beigetragen das 20000 Männer dort den Kriegsdienst verweigert hätten.Sie seien nun aber bedroht,die Linkspartei fordert Deserteure als politisch Verfolgte anzuerkennen und verstärkt in EU-Ländern aufzunehmen.Anträge im Bundestag dazu wurden im Mai diesen Jahres mit großer Mehrheit abgelehnt.Eine internationale Organistion,die sich der Hilfe für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure verschrieben hat ist connection.ev. Friedlicher Widerstand ist gefährlich,oft muss man einen hohen Preis dafür zahlen.Wenn man aber die Veränderung sein will die man in der Welt sehen will,führt laut der großen Seele Gandhi kein Weg am Frieden vorbei,denn der Frieden ist der Weg.

Die

Nächste Veranstaltung im Rahmem der Ulmer Friedenswochen:

Samstag,24.09.,19.30Uhr Konzertlesung:Kleine Anleitung zur Weltverbesserung,über Aufbrüche in eine andere Welt,Bürgerhaus Mitte,Ulm,Schaffnerstraße 17

Sonntag,25.09.,10 Uhr,evang. Gemeinde Petruskirche,Petrusplatz 1 Neu-Ulm

Sonntag,25.09,17 Uhr,Bürherhaus Mitte,Schaffnerstraße 17 Vom kalten Frieden zum heißen Krieg,Gespräch mit Horst Teltschik zum Ukrainekrieg,Sonntag,25.09,17 Uhr,Bürgerhaus Mitte

(Daniel Baz,24.09,Herbstsonnwend,Ulm)

Literatur und Links:

Bund für soziale Verteidigung:

Sharp,Gene(1993): Von der Diktatur zur Demokratie

Von der Diktatur zur Demokratie,Hörbuch online:

https://m.youtube.com/watch?v=xUFK7J4DTv0

Soziale-Verteidigung.de

Einstein: Ein Ringen um den Frieden

Wenn auch nicht der Frieden,so wurde durch das spontane Einspringen von Jana Bürgers, vom Einstein Discovery Center, für den abgesprungenen Vortragenden Eckhart Hübener,einen DDR-Zeitzeugen und Theologen,doch der Vortrag “Einstein und Frieden: gerettet.Trotzdem war der Club Orange im Einstein Haus gut befüllt.Hatte am 19.09. noch eine Debatte im Rahmen der Ulmer Friedenswochen über Geschichte und Aussichten des Pazifismus stattgefunden, ging es jetzt um Albert Einstein der beide Weltkriege als öffentlicher Intellektueller aktiv miterlebt und kommentiert hat.

1914 war Einstein mit seinem “Aufruf an die Europäer”,fast allein,Thomas Mann war damals noch im Kreis der glühenden Kriegsbefürworter

1933 im Jahre der Machtergreifung Hitlers verließ Einstein Deutschland mit der Begründung, solange er die Wahl habe,in einem Land in dem Freiheit,Gleichheit und Toleranz herrsche zu leben,tue er dies,in Richtung der USA
Ein Zitat Einsteins vor dem zweiten Weltkrieg in dem er Studenten rät demokratische Entscheidungen, auch gegen ihren eigenen Willen, zu akzeptieren, verkennt elitistisch die verheerende materielle Situation breiter deutscher Gesellschaftschichten durch Wirtschaftskrise und Versailler-Diktat

Als Einstein erkennt,dass seine demokratischen Hoffnungen durch revanchistische Bewegungen gefährdet sind, setzt er sich für Aufrüstung und gegen Appeacementpolitik ein,außerdem berät er die US-Navy späterhin bei der Entwicklung von Sprengstoffen und spendet das Geld aus der Versteigerung des Originalmanuskriptes seiner Relativitätstheorie der US-Armee.Seine Befürchtung,dass bei bestehender Souveränität der Nationalstaaten,immer bessere Technik zu immer zerstörerischen Kriegen führt,hat sich mit dem Abwurf der Atombombe,für die er unter dem Vorzeichen des Abwehrkrieges gegen den Faschismus votierte,bewahrheitet.Die Vision eines supranationalen Rechts,geschweige denn einer Weltregierung,die er vor Entstehung des Völkerbundes propagierte,scheint in weite Ferne gerückt. Und doch sind Einsteinsche Erkenntnisse, wie das der gesunde Sinn der Völker durch organisierte Politik, Schul- und Pressewesen so korrumpiert sei,dass eine friedliche Welt kaum zu denken sei,noch heute brandaktuell.Angesichts der organisierten Macht der Feinde der Menschheit,so bedauert er 1933 könne nur organisierte Gegenmacht helfen,so sehr er es bedauere.Das hört sich sehr nach Zeitenwende an.In der anschließenden Diskussion nach Murmelrunde merkte man,das sieben Monate Medienkrieg Wirkung zeigen;aber auch welche feine,hilfsbereite und friedensbewegte Bürger Ulm zu bieten hat.Eine Teilnehmerin meinte ein Weltfriede von oben würde zu viele verschiedene Persönlichkeiten unter einen Hut bringen müssen,deshalb sei die begegnende Anerkennung des Anderen auf Augenhöhe der Weg.Bürgerkultur, von Jugenparlament bis Stadtteilcafes,von Kulturnacht bis Friedenswochen.Von Ulm-Marathon über die Queer- und Quers bis zu Fridays for Future und all das in der Rüstungs-und Wissenschaftsstadt Ulm ob unter der Brücke,unter der Erde oder unter Erfolgsdruck. Ein studierter Dorfbewohner der sich hier wohler fühlt zitierte Plato: “Die Menschen führen einen Krieg gegeneinander,und jeder führt einen Krieg im inneren gegen sich selber.”Einstein ist ein gutes Beispiel dafür,sowie Alfred Nobel der das Dynamit vermarktete und zugleich den Friedensnobelpreis stiftete.Bleibt nur das innere Ringen und bisweilen leider nur Plato: “Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.” Obwohl Einstein der hochprivilegierte dachte ja bei Weltregierung nicht an Totalitarismus,sondern an den Schopenhauerschen Willensverzicht,als einzigen Ausweg aus der sogenannten Freiheit des Willens.Bisweilen wollen wie aber noch Mama,Papa und Mehr.

Nächste Veranstaltung im Rahmen der Ulmer Friedenswochen:

Donnerstag,22.09.,19.30 Uhr,Einsteinhaus,Soziale Verteidigung ein gewaltfreies Konzept gegen einen militärischen Überfall von Außen und einen Staatsstreich von Innen(Vortrag und Gespräch)

Die Weisheit von Oben

Olaf Scholz zur Rede bei der UN zum Geleit

Olaf Scholz für seine erste Rede vor der UN-Vollversammlung und die erste Rede zur 77.Vollversammlung in der der Deutsche Regierungschef, vor dem der USA,sprechen darf zum Geleit
Statue des christlichen Apostels Jakobus,im Ulmer Münster,wo du ja beim Besuch der Münsterbauhütte deinen Kanzlerwahlkampf beginnst Genosse Olaf

Die Bibel,Jakobus 3,Vers 1-12 +13

1 Drängt euch nicht danach Lehrer zu sein,meine Brüder.Ihr wisst ja,dass wir als Lehrer ein strenges Gericht zu erwarten haben.2 denn wir alle machen oft Fehler.Wer beim Reden keine Fehler macht,der ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper im Zaum halten.3 Wenn wir den Pferden Zaumzeug ins Maul legen,um sie gefügig zu machen,lenken wir damit das ganze Tier.4 Seht euch die großen Schiffe an,die von starken Winden getrieben werden.Von einem sehr kleinen Ruder werden sie dorthin gesteuert,wohin der Steuermann es will.5 So ist auch die Zunge nur ein kleines Glied und kann sich doch großer Wirkungen rühmen.Und ein kleines Feuer kann einen großen Wald in Brand stecken. 6 Auch die Zunge ist so ein Feuer,das von der Hölle angezündet wird,eine Welt voll Unrecht unter unsern Gliedern.Sie beschmutzt den ganzen Menschen und macht ihm das Leben zur Hölle.7 Der Mensch hat es gelernt,jede Art von wilden Tieren,Vögeln,Schlangen und Seetieren zu bändigen.8 Aber die Zunge,dieses rastlose Übel voll tödlichen Giftes,kann kein Mensch bändigen. 9 Mit ihr preisen wir unsern Herrn und Vater und mit ihr verfluchen wir andere Menschen,die nach Gottes Bild geschaffen sind.10 Aus dem selben Mund kommt Segen und Fluch heraus.Aber so sollte es gerade nicht sein,liebe Geschwister.11 Eine Quelle lässt doch nicht aus der selben Öffnung süßes und bitteres Wasser hervorsprudeln.12 Ein Feigenbaum trägt doch keine Oliven,meine Geschwister,und ein Winstock keine Feigen.Und eine Salzquelle kann niemals Süßwasser geben.

Jakokus 3,Vers 13: Wer von euch ist denn weise und verständig? Er soll das durch seinen Lebenswandel zeigen,und zwar in der Bescheidenheit,die aus der Weisheit kommt.

Innerer Klimawandel in Ulm von Außen?

Wer sich in Ulm für ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur einsetzen will,hat am 23.09 wieder Gelegenheit,Teil des globalen Klimastreiks zu sein.Danach um 18 Uhr will die mit Aktionen( wieder fahren Bundeswehrsoldaten,diesmal im Zivilauto vorbei,heut morgen schon ein Laster und vor paar Tagen weckte ein Panzertransport im Dichterviertel zu Ulm eine Bekannte) des zivilen Ungehorsams bekannt gewordene Gruppe “die letzte Generation” in Ulm über Möglichkeiten des Einschreitens gegen den Klimawandel im Cafe Davina zur Sprache kommen.

Poseidon am Judenhof,Ulm
Gesehen bei Klamottenladen Töchter Ulms,Hafengasse