Weltkatzentag am Lichtenstein

Schloss Lichtenstein erbaut 1840 überregional bekannt durch Wilhelm Hauff´s gleichnamigen Roman “Lichtenstein”

Wandle im Licht, die Frucht des Lichtes ist lauter Gnade, Güte und Wahrheit.

(Wochenspruch der evangelischen Kirche für die Woche von Sonntag dem 07.08.22 an)

Wenn du auf jemanden zeigst, zeigen drei Finger auf dich und einer auf Gott.

(Sprichwort überliefert von Felix aus Mössingen)

Wenn ich Leute nackt treffe, geht es viel friedlicher zu.

(Emil, Alt-68-er, am Gönninger See)

Pussy Riot spielen am Sonntag umsonst in Stuttgart, sprang es in der einsamen Abenddämmerung im Tübinger Freibad in meine Augen. Sehr beeindruckt war ich einst von einem Interview der Sängerin der russischen Aktivistinnen, lange vor den neuerlichen kriegerischen Zusammenstößen der designierten Herren der Neu-Ordnung der europäischen Dinge. Jetzt ist Sonntag und ich bin mit Familie und Wald versöhnt etwas spät dran um im Rennschneckenmodus überland zu fahren. Johnsen, der gegenüber unseres Waldes campiert, meint ich solle über die A8 fahren, Ludwigsburg raus. Oh, dass ist mir ein bisschen zu viel königliche Großspurigkeit, sagt sich meine Seele und fliegt zum romantisch umwaldeten Gönniger-See zurück, der mir auf jener Tübingen-Fahrt im strömenden Regen so zukunftsträchtigv erkommen war.

Ich entscheide über Münsingen und Engstingen oder eben bis Münsingen und dann mit dem geliebten 9-Euro-Ticket zu fahren. Gesagt getan. In Münsingen tanke ich mir, dank den vergleichsweise moderaten 1,69 Euro Literpreis eine 17 Euro-Reichweite rein.

Der Ritter vom Lichtenstein

Lichtenstein am Weltkatzentag

Als ich guten Mutes Richtung Vaihingen Umsonst und Draußen weiterfahren will, regen nacheinander die eisblauen Augen eines Huskies und eine versonnen schöne Rothaarige mit Kennzeichen RT, die Herrin, meine Seele. Eieiei es ist bald halb sieben und den Poetry-Slam dort verpasse ich gerade und

für See und Konzi ist keine Zeit, deshalb gehe ich in mich. “Mach dir keine Sorgen um Morgen, jeder Tag hat seine eigenen Sorgen” kommt mir ein Schnipsel einer Predigt in den Sinn und ich entscheide mich den Ermahnungen meiner Seele zu folgen und ein wenig weniger Sprit brauchend,

erstmal den Abend am See ausklingen zu lassen. Bis ich mit dem Schild, Schloss-Lichtenstein vom evangelischen Wochenspruch: “Wandle im Licht…” heimgesucht werde.Dort in der Nähe findet  mich ein versteckter Parkplatz und oben angekommen an der schwarz-roten Leibstandarte des Herzogs von Württemberg und einer überlebensgroßen Holzskulptur des Ritters vom Lichtenstein vorbei, sitzt eine besonders schöne Katze auf einem warmen Stein, über dem ein uralter Stein, wie ein Grenzstein steht. Oberhalb des markanten weißen Turmes, der spätestens seit der Veröffentlichung des Romanes “Lichtenstein” von Wilhelm Hauff überregionale Bekanntheit erlangt hat, sinnt der Kopf des Dichters in den farbenprächtigen Sonnenuntergang.Dort knutscht ein Pärchen am Geländer der Aussichtsplattform sich lange umarmend und die imposante Aussicht auf Honau und bis nach Pfullingen und Reutlingen hinein, genießend.

Herrlich, auf dem Fels-Plateau am Berg gegenüber sieht  man winzig die Silhouetten von drei Menschen, vielleicht eine junge Familie und immer wieder fangen die zahlreichen Felsen an dem wildromatischen Hang den Blick bis dann die Nacht das warme Gold der Stadtlichter zum Vorschein bringt und die Seele fließt gedanken- und schrankenlos in das Band der Landschaft hinein. Der wunderbare Schlosspark im Dämmerlicht mit seinen pentagrammhaft um hohe Kiefern angeordneten Bauminseln lässt mich Menschenwelt und Sorge vergessen und ich lege mich hin.

Ich erwache umschmeichelt von etwas sehr weichem und sehe, halb erschrocken, halb beglückt das Kätzlein miauend um mich tänzeln. Es ist wie schon das ganze Jahr ungewöhnlich kalt, auch nach heißen Tagen wie heute und die Schlosskatze, friert vielleicht ähnlich wie ein Schlosshund drinnen, auch draußen. Nocheinmal wird mich das schmusige Tier heute Nacht wecken, besser als das Grunzen der Wildschweine, dass mir auch wieder die Angst vor den Schlossherren und ihrenetwaigen Hunden ins Bewusstsein raunt. Deshalb packe ich zusammen und gehe in den Wald, wo eswegen der windigen Trockenheit wohl, Äste regnet. Ja.ein gefährlicher und unbequemer Ort ist die Natur und doch fällt ivor ihrem wahren Wort, das von Novalis so trefflich besungene,  “ganze verkehrte Wesen fort.” Später erfahre ich, das san jenem  Sonntag den 08.08.22 nicht nur der Augsburger Religionsfriede, was ich wusste, sondern auch der Weltkatzentag gefeiert wurde. Wahrlich, ich war dabei.

Wilhelm Hauff-Denkmal zwischen Schloss und Ruine Lichtenstein

Ein Katzensprung zum Hunde-See:

Von der Echazquelle zum Gönninger See im Wisaztal

Früh erwachte ich und wissend um einen neuerlichen heißen Tag, suchte ich den Osten auf und sicher nicht aus Zufall ist als Fängerin der Morgenröthe, dort die Burgruine Lichtenstein, dieschon im 12. Jahrhundert von Eberhart im Barte final geschliffen wurde dort in den Alb-Trauf gebaut. Nicht ohne Grund trägt der Wander-Weg, den etwas Marketing-Poetischen Namen: HochGehTräumt. Wandle im Licht, die Frucht des Lichtes ist lauter Gnade, Güte und Wahrheit, wie war im Angesicht dieses Sonnenaufgangs die Asanas aus mir sich streckten, wie Baumtriebe dem Morgenlicht entgegegen und wie tief und klar die Stille war, bis mich eine Hunde-Führerin zum Weitergang motivierte.Die Echaz-Quelle, die ich im Dunkeln  in jener Nacht vergeblich gesucht hatte, führte mich wohlauf einer untergründigen Wasserstraße ins Wisaztal. Zumindest hatte ich mäßig und wenig geschlafen und es hob Zentimeter für Zentimeter eine immer heißere Sonne ihr gebieterisches Gesicht über die Lande. Wohlan denn auf zum Gönninger See.

sadakatun beina schuub, Freundschaft unter den Völkern, gesehen auf einem alten Hippiebus am Gönninger See

Der Hunde-See und die Nackten

Was mir liebreizender Weise schon auf dem Parkplatz als erste See-Impression begeg, net, ist eine kleine Hippi-Familie zwei Reutlinger mit Hund und Kind. Über die arabische Aufschrift an der linken Tür kommen wir ins Gespräch. Der Vater meint, es hieße so etwas wie Friede für alle Menschen, später recherchiere ich nach, dass es genau und aktuell passend: Freundschaft unter den Völkern, oder arabisch gesagt “sadakatun beina shuub” heißt. Das zweite was mir nach dem längeren angeregten Gespräch nach dem wir uns am See für später verabreden ins Auge fällt ist der ausgetrocknete Flusslauf der Wisaz, die wohl meiner Theorie nach zu den Neckarausläufern gehören muss, die sich schon seit Ewigkeiten in den Alb-Trauf fressen. Als drittes gewahre ich die ungeheure Schönheit des sonst  von Wasser bedeckten Flussbettes. Die Infotafel erzählt, dass bis 1975 hier ein lukratives Abbaugebiet für den hier spezifisch vorkommenden deutschlandweit einzigartigen Kalktuff war. Just zu dieser Zeit fuhren die Hippies noch zu tausenden nach Afghanistan und weiter bis Indien. Damals lohnte sich der Abbau des Tuffgesteins in Gönningen nicht mehr und das riesen Firmengelände würde zu einem Naherholungsgebiet umfunktioniert. Emil, ein Alt-Hippie, erzählt mir dass früher in der Zeit der großen Festivals hier bis zu 3000 Nacktbader waren. Wenn es auf den  Festivals regnete zog man sich einfach aus und hier am Gönninger See entstand ein Magnet der FKK-Kultur mit einem wunderschönen Wandergebiet am Fluss im Rücken. Heute ist der See, aufgrund seiner liberalen Tradition eher als Hundesee bekannt und im Laufe der Tage zeigt sich immer mal wieder, dass viele männliche Badende hier sich nicht nur von den lebendig herumtollenden und sich das Wasser abschüttelnden Hunden, nicht nur nicht gestört fühlen, sondern sich selber als Hunde verstehen. Mal mer, mal weniger ironisch.

HochGehTürmt und AbGehSungen

Aus meinem Herzen strömt dieser Segen

für den Planeten und all seine Wesen,

die Liebe sie mag sich erheben

(Chorus eines Liedes im Singkreis am “wilden Felsen” des Gönninger-Sees) 

Bei einer Wanderung vom Ahlsberg bei Pfullingen hin zur “Pfullinger Unterhose” dem Schönberg-Turm der seit 1905 den besten Überblick über die Region zwischen Pfullingen und Reutlingen, Georgenberg, Rossberg und der Achalm bietet überwinde ich um die 200 Höhenmeter und meine Höhenangst. Denn der Turm des Schwäbischen Albvereins ist oben kaum abgesichert und erscheint mir optisch wie ein weißes U-Boot auf dem aber ein Wind, wie an der Ostsee weht. Der Rossberg, den ich hier mit seinem ebenfalls weißen Turm gekrönt erspähe wird mir als Schlafgefilde heute Nacht dienen. Wie sagt die Bibel: “Auf den Bergen ist Freiheit.”Da es mir immer wieder  zu heiß ist streiche ich die Punkte Reutlingen und Hauff-Museum Honau schweren Herzens umso mehr Zeit um am See zu lesen, zu schweigen, zu schreiben und zu genießen. Die Spannung zwischen Nacktheit,Natur, Scham und Schutz und Pracht habe ich schon einmal in dem Gedicht “Fleisch ist aus Licht” rum Licht hin aufzulösen versucht. Bewusst auf der textilen Seite des Sees, bewege ich das Thema neu mit dem noch unfertigen aber sprechenden Ergebnis das folgt:

Der Weg zum Licht

Fleisch ist aus Licht,

es kündet Frühling, Freude, Lichtenstein

Es wird gespannt in die Augen der Nackten und Toten

Entspannt in den Wassern die licht Lust reflektieren

Es bekommt von Wasser und Feuer einiges geboten

doch am meisten hängt es an der Kälte der Nackten und Toten

Fleisch ist aus Licht, es zu durchschauen war meistens verboten

Fleisch ist aus Licht? Nein ist es nicht!

Es ist aus dem was du geworden bist,

Es scheint es sei der Kerker und das Licht in das du dich sehnst zugleich;

Der Gesichtskreis in den du geworfen bist

Fleisch spiegelt das Licht, dass uns gemein ist

woraus meine Sehnsucht und meine Pein ist

Fleisch will ins Leben, wie Katzensprünge

Kinderaugen streben

Fleisch will ins Licht und findet Fleisch und

verliert über dieses fette Fleischgericht oft die

Leichtigkeit, die Zuversicht…

des andern Ufers Licht

(farounfirewater,09.08.22Am textilen Ufer des Gönningers)

Abschied mit Gesang

Felix aus Mössingen hatte mich überredet noch bis zum Singkreis am Felsen, den ich spontan den “wilden Felsen” getauft habe, da dort unentwegs nackte Männer, Frauen, Kinder kühn ins tiefer Wasser des Sees sprangen, zu bleiben. Jetzt setze ich mich mit Sack und Pack hin und streife etwas verschämt aber auch sehr erlöst meine Hose ab und merke: “Nackte Menschen leuchten besser”, langsam geht es los mit Musik, auch Gekochtes und Snacks werden gereicht, auch einen alten Kumpel aus Freiburger Tagen treffe ich erfreulicher Weise. Ein durch und durch guter Ausgang, bis auf den einen total verwirrten jungen Mann mit russischem Akzent, der  schon anfangs irgendwie alles durcheinanderbringt. Die Hippies halten das Feuer-Verbot wegen Trockenheit ein, er schafft es  wieder und wieder seine Jutetüte stinkend anzusengen. Als ich nach langem genüßlich-versonnenem

Hinauszögern doch den Absprung zur heimischen Waldarbeit am nächsten Tag finde, steht er plötzlich längs des Wegen. Er müsse nach Mössingen. Ich nicht sage ich klar und lege noch ein: “Wie man in den Wald hinein schreit, so hallt es zurück nach. Und beschwichtige mit, “Felix ist aus Mössingen, der soll dich mitnehmen.” Doch so endet die Reise nicht, sie endet mit zwei Einladungen, eine hat mit Katzen und Regenbogen zu tun und soll, weitgehend geheim bleiben, die zweite spicht ein Sympath aus Leuna, der schon lange im Kreis Reutlingen wohnt aus. Die Kulturkneipe Adler richtet von 24.-26.08 in Melchingen das Kick and Drink-Fest aus, er garantiert

beste rockige selbstgemachte und geschriebene Musik und ein Wiedersehen mit den kleinen feinen Kreisen des Gönninger Sees.

UHURA

“Dem geheimen Deutschland”,Schenk, Graf von Stauffenberg, Jettingen, letzte Worte

“Logik ist der Anfang der Weisheit, nicht ihr Ende”

(Spock)

“Per aspera at astra”: Auf rauhen Wegen zu den Sternen

(lateinische Weisheit)

“Küssen kann man nicht allein”

(Max Raabe)

Ein Kuss; Weiß auf Schwarz, nicht Hand in Hand: Spektakulärer Tanz

um eine Mitte in der, betäubt, ein großer Wille stand

UHURA! Du hast mir den Weg der Sterne gelehrt,

jetzt wo die bipolare Raumstation im Krieg

um die Erde zerbricht.

Ist es das Licht deiner Augen, dass meinen Herrenwillen bricht?

Du wecktest die Sehnsucht zum Leben

auf meiner Brücke,

den Krieg wecktest du nicht

1968: Kirk und Kinski wussten noch

dass Mann mit Küssen und mit Fäusten manchmal

Mäuler stopfen muss

Kirk benutzte öfter das Maul und die Fäuste

als die Faeser den Faser, hatte mehr Zuschauer als die Bild-Zeitung Leser

Uhura 22, ich denke an Elenas Mund und das Waldesrauschen

auf schwarzer Erde im Muschelgrund,

….ehe der Trans-atlantischen Ehe

Ein Tanz von Kraft, von Land zu Land,um die geheilte Mitte,

in der vom Krieg gehetzt,

der ganze Wille stand

Aus einem Sacktuch roch ich an der Erde aus ihrem Land, sie rastet auf deiner Erde aufs Messeglände verbannt, gelockt vom Duft der Freiheit in mein geheimes Deutschland

Die das Gedicht umklammernden Strophen 1 + 7 beziehen sich auf die vorletzte Strophe aus R.M.Rilkes Gedicht “Der Panther”

Nageln zwischen hocken und Kunst

Künstler in Heroldstatt haben einen schweren Stand, organisiert scheinen sie aber eher gegeneinander und aneiander vorbei
                                     

Viel Konkurrenz hatte der 44. Backhaushock in Ennabeuren dieses Jahr wieder, zum Beispiel die Gugelfuhr im benachbarten Donnstetten und am Sonntag Abend das Endspiel der Frauen-Fußball-EM. Trotz ,dem Vernehmen nach, oft recht lichter Besetzung der Sitzmöglichkeiten, waren aber ab 18 Uhr sonntags im Backhaus doch schon das Brot und in den Zelten, die Schupfnudeln ausverkauft.
Etwas Neues bot diesmal der ortsansässige Künstler Klaus Schrag mit seiner Ausstellung im eigenen Stadel in der Kurve der Feldtetterstraße in Ennabeuren. Das wollte er eigentlich erst als Rentner machen, aber jetzt nach langen Corona-Hürden, sei es einfach an der Zeit gewesen, meint der erprobte Tiefstapler mit melancholischem Gemüt. Viel seien nicht gekommen, wenn man die, welche wegen ihm als Bekanntem kommen wegrechnete, seien es nur wenige vom Ort gewesen. Er träumt von einer Kunstnacht in Heroldstatt,der Bürgermeister der Gemeinde, der am Samstagabend kurz vor Schluss noch aufgeschlagen sei, und angesichts der späten Stunde sonntags noch kommen wollte, sei nicht mehr gekommen, auf dem Hock traf man ihm aber neben dem Pfarrer am Sonntag sehr wohl!
Die Kunst scheint keine große Lobby zu haben im Dorf, anders sei das unter Bürgermeister Karl Ogger gewesen, erinnert sich Schrag, der habe sogar
die Rede zur Vernissage-Eröffnung für den ausgefallenen Laichinger Bürgermeister, gerne noch gemacht. Vorher habe ich Florian Schröder, immer in gelb, auf dem Hock gesehen, auch so ein Künstler aus Heroldstatt, der in Heroldstatt etwas isoliert scheint. Den kenne er gar nicht persönlich, meint Schrag,er denke aber dieser denke etwas überheblich über ihn.

Säule in der von Antisemitismus-Skandalen “zerlegten” Austellungs-Stadt Kassel, wo gegenwärtig die documenta fifteen stattfindet, Bild:Baz

Fuirio: oder wie man seinen eigenen Weg geht

Diesen Wahrnehmungen nach zu urteilen, sind in Ennabeuren, vom anderen Teilort Sontheim zu schweigen, also eher die Künstler-Individuen organisiert, als die Kunst als verbandsähnlicher Zusammenschluss. Zum Bürgermeister will Schrag aber trotzdem gehen, auch wenn er nicht viel Hoffnung habe, und über seine Ideen sprechen, so Schrag. Kunst habe auch etwas mit Freiheit zu tun, Dinge anzusprechen, die andere aufgrund von Scham und Stellung beispielsweise, sich nicht
anzusprechen trauten oder micht die Mittel dazu in der Hand hätten. Szenenwechsel: Auf dem Hock verwickelt mich Thomas aus Ennabeuren, der frühere Trommler des Musikvereins Ennabeuren in eine Nagelpartie, die ich gnadenlos verliere. Hernach als der Musikverein oben auf der Bühne steht und er unten sitzt, frage ich ihn verblüfft, warum er nicht mitspiele.
Er sei ausgetreten, mache jetzt Drumsets bei Instagramm. Könne man unter TOMKNRR anschauen. Er zeigt mir eine Aufnahme von seinem Drumpart von “Keine Amnsetie für MTV” er meint weil er Onkelz höre wäre er rechts. Ich meine ich verstehe mich als Onkelz-Fan definitiv als links.
Dann schreibt er mir im besoffenen Zustand etwas in mein Büchle, was ich mir trotz Unleserlichkeit
merken kann: “Egal ob links oder rechts, Respekt wird benötigt.” Nach dem ich ihm derweiserabe.com auf den starken Arm geschrieben habe, schreibt er mir Fuirio und seinen vollen Namen unleserlich auf den meinen. Den kann ich nicht lesen, aber egal, ab heute sind wir ungleichen Gesellen trotzdem per du. Keine Kunst aber: Halt au.

Kunstmaler-Schrag, die nackten Fakten in die Ecke im eigenen Stadl gestellt: Bild:Baz

Links:

kunstmaler-schrag.de

Instagramm: TOMKNRR

Ennabeuren by night, Bild: BAZ
Sontheim vom Heroldsberg aus, Bild:BAZ

Land unter?

Liederkranz Ulm, Absperrwerbung, Bild:Baz

Seltsam und weltsam, reimt sich das umsonst?

Oder sagt man welthaft.W……t?

Haften tut man ja an ihr und nicht nur wegs der Schwerkraft.

Gibt sie doch gute Gaben, von denen so mancher

nicht genug kann haben.

Geneigt ist sie uns, ab und zu.

Und Weltblut- und Fleisch, sagt man,

geht auch zur Neige.

Die Erde ist nunmal keine Fertigpizzascheibe!

Seltsam ist nur die Welt an der wir haften,

der Erde Stirb und Werde- kennt Haftpflicht nicht.

Für sie ist jedes Wesen, sein eigenes Gericht…

Land auf Land ab, liebt Licht das Dunkel und das Dunkel nicht.

Wir machen unser Eigenes, machens aus und an.

Und fürchten uns vor Natürlichkeiten wie Auf und -untergang

(Daniel Baz, 18.08.13 )

Na.Ba.Da.Ba.Doo

Königin Semiramis,
die als Kinnd erzogen worden
Von den Vögeln, und gar manche
Vögeltümlichkeit bewahrte,

Wollte nicht auf platter Erde
Promenieren wie wir andern
Säugetiere, und sie pflanzte
Einen Garten in die Luft-

Hoch auf kolossalen Säulen
Prangten Palmen und Zypressen,
Goldorangen, Blumenbeete,
Marmorbilder, auch Springbrunnen,

Alles klug und fest verbunden
Durch unzählge Hängebrücken,
Die wie Schlingpflanzen aussahn
Und worauf sich Vögel wiegten-

(Heinrich Heine, Jehuda Ben Halevy, Strophe 23-26)

Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur
jene auf sich nehmen, die sich im Ungeborgenen geborgen
wissen, die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit
geführt werden, die sich vom Ziele ziehen lassen und
nicht- menschlich beschränkt und eingeengt- das Ziel
bestimmen.

(Pablo Picasso, Finden, Strophe 2)

Absperr-Zaun vom LiederKranz Friedrichsau. Bild: Baz
Tanztruppe am Martim-Hotel.Bild:Baz

Ulm baute einen schwimmenden Garten auf den Wassern

Tausende und Abertausende, verstärkt auch aus dem Stuttgarter Umland haben sich am Schwörmontag als Zuschauer, oder Nabader, oder auch als mitgerissene Zuschauer an und in die Wasser der Ulmer Donau begeben. Nach der traditionellen Schwörrede um 11 Uhr, mit dem symbolträchtigen Schwur des Oberbürgermeisters Gunter Czisch, eingeläutet vom Klang der Schwörglocke am Schwörhaus im Ulmer Weinhof, sah man den politischen Wasserkarneval der Themenboote ab 16 Uhr, bei die Reise gemächlich machender Strömung, von den zahlreichen Donaubuchten der Stadt aus – in See stechen.Im weitesten Sinne um Soziale Gerechtigkeit, Verantwortung und Sozialen Frieden kreisten die liebevoll erdachten und gemachten Boote. konkret packte beispielsweise eines Scholz,Putin, Esso und Shel, Uniper lässt hochaktuell grüßen, in eine dichte Installation mit fetter Unterschrift “Tankeschön.” Um die harte Kritik an den Konsequenzen des Festen, die aber leider bitter nötig ist, hinter uns zu bringen: Der Buddha lehrte zwar man solle seine Lehre, wie ein Boot zurücklassen, wenn man am anderen Ufer angekommen sei, damit meinte er aber nicht, man solle sein zur Last gewordenes Billi-Bot Marke Seahawk nach einem Mal Hardcore-Einsatz im “Flußgarten der Lüste.”

Armin aus Ulm, trainiert im Top Fit. Bild: Baz


am Donau-Ufer zurücklassen. Diese kleine Sünde führte in Summa laut Südwestpresse zu 25 Tonnen Plastikmüll. Viele Nabader waren omit dem Neun-Euro-Ticket ,dass noch ein 69er zu werden das Potential hat, angereist und trotz Verkehrserleichterung der Bahn als designierte Zuschauer des Wasserspektakels, in einer neuerlichen spontanen Mobilitätswende von erfahrenen Ulmer Nabadern ins Boot geholt worden. Alex aus Egna, der urigen Bezeichnung für Ehingen, treffe ich auf Höhe des Metzgerturms, er hat sogar als Nicht-Schwimmer schon mitgemacht und ist heute einer der wegen der hohen Temperaturen vielbeschäftigten Sanitäter. Während ich mich mit einem Ukrainisch-Stämmigen unterhalte, packt mich die innere Hitze, er passt auf mein Equipment auf und ich erfahre das die Donau echt ziemlich niedrig ist. Als ich erfrischt auftauche. Höre ich die garstigen Worte, von einem jungen Mann nebenan: Hoch du au scho pisst. Naja, jetzt wo ich in die verborgenen Fallstricke der Seichtwassermatrosenschaft aufmerksam geworden bin, verpisse ich mich dem freundlichen Herren dankend in Richtung Maritim-Hotel. Da spielt eine Live-Band und eine Horde junger Mädchen und der Schlager “Griechischer Wein” animiert mich zum Tanzen. Ich erinnere mich an den Obelisken in Kassel. Ich war ein Fremder und ihr habt mich beherbergt. Kaum ist der Gedanke verklungen, sind auch die Mädels weg. Der AC/DC Song “Highway to hell” hört sich von einer Frauenstimme intoniert für mich irgendwie doof an. Go with the flow, hat meine liebe Hippie-Freundin immer gesagt, es zieht mich schon von anfang an Richtung Neu-Ulm.

Eine Ulmer Psychologie-Studentin praktiziert die “Kunst” mit heilem Boot am anderen Ufer zu chillen.Bild:Baz

Vom Deifel ind Donau nei gefiert

Vom Schwal aus, einer befestigten Halb-Insel, zieht mich das Ziel guten Sounds. Doch schon von weitem sieht man sich die Körper aneinander drängen doch unterhalb der Donau-Promenade liegt, mit dem Hindernis einer recht steilen Böschung, eine einsame Sandbucht. Gestern schon war ich an einem Sandstrand nahe des Donaubades zur Ruhe gekommen. Ich nutze Wanderstöcke und Älbler-Mut und steige zu dem ersehnten Platz hinab.Jetzt stärke ich mich aus der warmen Kühlbox mit der Aufschrift “Good vibes only” als gefühlt einziger Eigenbrötler mit
Maiswaffeln mit Ovomaltine. Wieder eins mit mir und der Umgebung, sehe ich ein gelocktes Mädel und ihre zwei Kumpels zu mir hinabsteigen. David der Musiker ist schon angetrunken und stürzt ein bisschen, lässt sich aber später nichts mehr anmerken.Es stellt sich raus, dass die drei auch Teil der Neun-Euro-Gemeinde sind. Ich schneide uns Honigmelonen-Spalten und wir kommen ins Gespräch. Die drei sind auch physisch in den 20ern und aus dem Raum Esslingen. “Dicherisch wohnet der Mensch” und auch wenn Jannick, das Hölderlin-Gymnasium in Nürtingen, der Wohnstatt des schwäbischen Revolutions-Dichters abfuckte, erzählt er mir doch mit heller Begeisterung von dem neuen Cover der Toten Hosen, die er unlängst live gesehen hat. Hernach hören wir “Einsamkeit” von Hermann Hesse,das die Hosen kleinodisch vertont haben. Nina, die Immobilienmaklerin von der Landesbausparkasse dachte, die Bilder mit den vielen Booten seien übertrieben, jetzt ist sie geflasht und beschließt zum nächsten Nabada auch in so eine schwimmende Immobilie einzusteigen. Wir beide versuchen noch vergeblich den Erlkönig ganz auf die Kette zu kriegen und dann singen sie lieber “John Maynard war der Steuermann” zu gehen von Dannen.

vl: Jannick, David, Nina aus dem Raum Esslingen auf der Bucht vor der Neu-Ulmer Schwal

Das Konzert auf der Schwal von der Bucht betrachtet.Bild Baz
Wie hieß die Band noch BB.? Bild und Aussetzer:Baz

Auf der Schwal:Verlassen in den Sand geschrieben

Nachdem ich noch lange verdaue und lese, gehe ich schon zur Abend-Dämmerung weiter zur nur einen “Wildkatzensprung” weit entfernten Schwal. Die Halb-Insel mutet mir an wie ein Schiff, dass
vom Bug aus betrachtet links der Gänstorbrücke und dem glänzenden Maritim entgegenläuft. 10 märchenhafte Kastanien umgeben die Bühne wie sanfte Wächter. Ein bisschen hin und hergerissen zwischen Stimmung und Musik und Gespräch treffe ich Jakob, den slowenisch-Stämmigen Mann mit seiner Frau. Er erzählt mir im angesicht des recht neu zum Stadtbild hinzugekommenen Berblinger Turms die tragische Geschichte des armen Flugpioniers, der wohlwissend um die Gesetze der Thermik an anderer Stelle übte mit seinem Flugapparat erfolgreich übte die Barriere der Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm zu überwinden und der nun vom behäbigen König zu dem Platz am Donau-Ufer zitiert, wo der Turm sich jetzt in den Himmel windet, scheiterte.
Daraus resultierte das geflügelte Ulmer Wort: “ Dr Berblingen hots fliaga probiert, do hot en dr Deifel ind Donau nei gfriert.” Auf den heutigen Tag adaptiert könnte man abwandeln: “Dr Leichtmatros hots Nabada probiert, do hot en dr Aldi ins Millboot verfiert.” Wir unterhalten uns lange über seine slovenische Sicht auf die Geschichte. Triest habe vor dem Ersten Weltkrieg für die Italisch-Stämmigen auch schon Triest geheißen, der offizielle Name war aber Tirrst,also Slowenisch. Ebenso hieß Klagenfurt Celowez. Ich wusste auch nicht das Jugoslawien nach dem ersten Weltkrieg als Königreich gegründet wurde. Wunderbar, ich fühle mich total international, gerade wo ich das Donaufest leider, leider verpasst habe. Auch meinte Kärnten in Österreich, wäre nur halb so groß, wenn sich der slowenisch-stämmige Bevölkerungsteil nicht zum Unmut ihrer Landleute nach dem Ersten Welt Weltkrieg für Österreich entschieden habe. Deshalb stehe er den Nationalismus alla Josef Hayder in Österreich nicht, ebenso im italienischen Südtirol, wo die österreichische Bevölkerung Sonderrechte genieße, die sie in Österreich nicht hätte.

Berblinger bye night.Bild:Baz

Ind Au na

Ordnungsgemäß zum Trocknen gelegte Boote auf dem Weg in die Donau-Aua

Als Josef mir einen kruden Witz erzählt der auf der Diana-Wiese auf der Friedrichsau spielt, der bayrische Jäger formuliert ja spaßeshalber.Di a na. Also zu Hochdeutsch, die kriegen wir auch noch rum. Wir sprechen über den Skandal um Laila und er meint der Skandal um Rosi, oder das Sauflied:
“Einst ging ich am Ufer der Donau entlang”, dass bei nüchternem Auge von einem männlichen Übergriff auf eine schlafende Frau handeld, hätten auch keinen Skandal ausgelöst. Und unter vorgehaltener Hand, sagt der über 60 Jährige, so manche Frau würde sich sogar freuen, wenn sie ein Mann in solcher Weise nähme. Da kann ich nicht mitgehen, verstehe aber, was er meint. Binäre Sexualität ist nicht gleich Sexismus.Viel mehr läd das zarte Pflänzchen der freien Begegnung der Geschlechter zu einer Steigerung der männlichen wie weiblichen Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Resonanzfähigkeit ein. Der Sänger sing Robby Williams: “I sit and wait: Does an angel contemplate my fate? Zum Abschied wiederholt er mir noch seinen letzten Witz: “Fragt ein Freund seinen Kumpel: Wie ist den deine Frau im Bett? Sagt er: Naja, die einen sagen so, die anderen sagen so. Wie drei verabscheiden uns warmherzig.Ich solle doch mal nachschauen nach dem etwas verrückten Flugpionier aus dem Münsinger Raum , irgenwas mit August*. Die Cover-Band ist gut,umschifft zusammen mit dem pfundigen Publikum einige technische Schwierigkeiten. Als um die halb elf aber Rammstein’s “Du hasst” mit dem Schlager du hast mich tausendmal belogen verpanscht wird habe ich die geistlosen Besoffskifaxen dicke und mach mich in di Au na. Als ich durch die Stadt geloffen bin vor die 16 Uhr hatte ich schon die 90er Party beim Wilden Mann und das Mallorca-Thema gestreift, Ibiza, wo ja auch der Mastermind der Böhsen Onkelz wohnt, welches musikalisch neben dem Rauschen des Waldes, die entgleisten Indauaner unter dem von jungen Kräutern unterwanderten Holzhirsch tanzen lässt, lässt mich erneut verweilen. Und im Kindergarten, erzählt mir nach dem Live-Konzert, ganz im Wasserthema ein alter Ulmer von den drei Flüssen Ulms Donau, Iller und Blau und das die Blau der mystischste der dreien sei, weil durch diese die Lau vom Nixenkönig im Schwarzmeer nach Blaubeuren verbannt wurde um das Lachen zu lernen. Ich bin müde, was für ein geiler Tag und er endet mit einem Verweis auf meine Geburtsstadt Blaubeuren. Wo mein Neun-Euro-Netz-Lückenfüller-Mobil am Bahnhof steht. Jetzt aber erst mal Pennen neben einem unbekannten Bruder im Schutze der Kastanien und mit Proviant von der Insel in dem fernen Spanierland.To be continued.

Daniel Baz,22.07.22

Vom Ziel ziehen lassen, meines heißt: Zukunftsmusik

Unverschworen

Bild:Baz

In sich weitenden Kreisen…

Meine Augen streicheln deine Schwielen,
die deine Gespielin mit Wasser überschüttet
und es hernach aufsaugt…
Ich gebe euch ein Hirtenkonzert aus überfluteter Flöte
verschwende mein Öl…
unverschworen.

Begierde und Mangel schwört mich drauf ein
Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein
Kein Gott, vielleicht ein Gohl,
Ein Mensch der Finsternis voll,
der Licht sieht am Feuer.

Ungeheuer: Ein bisschen unheimlich, ein bisschen er-schrecklich,
erratisch schön…
Kaum ohne abzuhauen anzusehn.

Ein Arbeiter im Bau des Herrn
ein sich weitender Kreis
um einen funkelnden Kern

Ein lockendes Leben,
schillerndes Vermögen
Recht unverhohlen…
Gott vergöls!

Brenne durch um Feuer zu machen, die Laila ist schön
Begierde und Fülle vermögen die Liebe
den alten zeitlosen Reim
der ungeselligen Gesellschaft Leim
Vergieße dein Öl
Vielleicht kein Gott, doch ein G.öl

Gesegnet um Segen zu sein in sich weitenden Kreisen…
Dekan Gohl wird als Hausherr vom uralten Turme scheiden
“Vertraut den neuen Wegen” erklingt im Chor ein großer Gesang
Leben heißt sterben und wiederauferstehn, ein Leben lang.

Bild: Baz

(Daniel Baz, 17.07.22 inspiriert von Wort und Tanz)

Abschieds-Schwörgottesdienst 22

Oder Ulmer Münster als Bischofssitz?

Aus rituellen und technischen Gründen liegen keine Bilder des   Schwörgottesdienstes am 17.07.22 vor   

Schwörgottestdienst verabschiedet Dekan Gohl

nach 16 gedeihlichen Jahren ?

Bild:Baz

Auf die Lichterserenade auf der Donau und das Schwörkonzert im Ulmer Münster freitags folgt am Schwörwochenende traditionell am Sonntag der Schwörgottesdienst. Das Ulmer Münster, dessen Grundstein 1377,von vermögenden und frommen Bürgern gelegt wurde, ist wie Dekan Ernst Wilhelm Gohl nicht ohne Stolz, in seiner Predigt im Münster erwähnte, dass Symbol einer langen guten Beziehung zwischen Kirche und Stadtgesellschaft in der römischen Gründung. Tags davor durften die glücklichen Kartenbesitzer beim Schwörkonzert im “Bürgermünster” mit Ballett staunend schauen, was ein weltoffener Dekan und die Seinen auf diesem fruchtbaren Boden an relevanter Kirche zu bauen vermochten.

Vivat, crescat, floreat – Ecclesia res publica

Bild:Baz

Etwas ungewohnt war es ja schon, dass vor dem Chor eine riesige Bühne stand, wusste man aber um die anmutigen und hinreißenden Kreise, welche Tänzer gestern auf dieser zu hohen Musiken zogen, so zauberte es einem ein ferudiges Lächeln auf das Gesicht. Eine halbe Stunde zu früh, kann man ihn wieder sehen, die er leibt und lebt, alle Leute begrüßt “der Dekan der Begegnung” dessen
geselliger Abschied im gleichnamigen Haus im Grünen Hof stattfinden wird. Anette Schavan ist da, die Vertreter aller Bezirksgemeinden, der charismatische Ex-Bürgermeister Ivo Gönner und natürlich der aktuelle Amtsinhaber Czisch und last but not least Gohls Frau Gabriele und seine reizende Tochter Katharina. Durch die persönlichen Begrüßung des “Münster-Predigers” und mehr noch die persönlichen Geschichten, der Weggefährtenschaft generiert sich ein wahres Wärmefeld als er mit den Bibel-Worten: “Aus Gnade seit ihr gerettet”alle ins Evangelium hineinnimmt, die meinen aus sich selbst und eigenen Verdiensten heraus leben zu können.
Hernach erinnert Prälatin Gabriele Wulz, an die Kontinuität des “offenen, erwartungsfrohen Blickes” wie er 2006 zum ersten Mal “verstockte Herzen” im seiner Meinung nach nicht “heiligen”, im Sinne von unantastbaren, sondern stillen und hörenden Raum des Münsters”im Verein mit der “Macht des Wortes “ zu öffnen sich anhob. Seine “Charmeoffensive” als “Führer über den Dächern des Münsters” oder “als Prediger auch in den umliegenden Gemeinden” habe ihn zu dem Dekan gemacht, der am meisten Nähe zu Menschen von Allen bisher Dagewesenen praktiziert habe. Nun habe er sich nach 16 guten Jahren in Ulm “aufgemacht um Landesbischof zu werden” und fehlen würden ihm am meisten die Menschen. Mit seinen zahlreichen Neuerungen und seinem Wandel des Stils habe er maßgeblich dazu beigetragen den die “großen Transformationen” in die uns die Zeit stellt zu gestalten. Vielleicht war es da auch ein gutes Omen, dass Olaf Scholz seinen Wahlkampf im Süden anno 2021 in der Ulmer Münsterbauhütte beginnen lies.

Stadtmarketing auf neuen Wegen,Bild:Baz

Mit Abrahams Segen: Vertraut den neuen Wegen

In seiner letzten von manigfaltigen Predigten im Münster war 1.Mose 12 die Geschichte vom Aufbuch Abrahams die biblische Grundlage. Abraham Geschichte des “auf sich gestellten Gehen-Müssens” deute die Radikalisierung des “ent-scheidenden und unter-scheidenden” Weges die bei Jesus noch radikalisiert würde vor. Die Ursprungs-Beziehungen wie Vaterland und Heimat, ja Familie, sind sekundär. Es gehe um einen Aufbruch in ein Land, so Gohl, ohne “Landkarte” und “Wegweiser”. Über diesem Scheideweg stehe Gottes Verheißung aus dem Bezugstext “Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dir einen großen Namen machen , dich segnen.”
Auf seine Arbeit in Ulm heruntergebrochen, sei die Gründung des “Rates der Religionen vor 10 Jahren in Ulm eine Entwicklung die der gute Boden Abrahams ermöglicht hätte, die Spaltungen die durch nationalistische Zugänge damit verbunden sind, biblisch universell dementierend. Dieser Segen von Gott wirke wie Saatkörner, die Zukunft eröffenen.Gerade so wie das Gottvertrauen der Grundstein-Leger des Münsters 1377, einer Kirche von der sie wussten, dass sie in ihr zu Lebzeiten noch keinen Gottesdienst feiern konnten im Jahre 1898, wie als unvorstellbare Brücke des Glauben Mittelalter und Moderne in der Fertigstellung des Münsters in einem Bau vereinigt, als höchster Kirche der Welt vollendete. Das die Moderne in ihrer Vielfalt und Selbstironie, Lügen als alternative Fakten darstelle mache ihm aber Sorge. Denn das schaffe eine Erosion des Vertrauens. Nach dem zweiteiligen Motto Hauptsache eine Erklärung und Hauptsache ein Schuldiger.

Verhasster Versöhner: Bild aus einem Vortrag an der VHS Ulm über die Ermordung des Unterzeichners des Friedensvertrages zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg Mathias Erzberger


Der Meister des hörenden Miteinander-Redens warb, weil Gottesliebe zu Menschenliebe führe, für
eine Erneuerung der Kultur des Vertrauens in die guten Absichten der politischen Verantwortungsträger.Dies machte er mit den Worten klar: “Es braucht Vertrauen, kein blindes aber ein Grundvertrauen, dass Politiker ihre Arbeit im besten Wissen und Gewissen machen.” Abschließend sprach er Ihnen als “Hüter der langen Brücke” seinen Segen zu, den schon Gott einst Abraham zugesprochen hatte “Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.”
Als Bürgermeister Czisch die Ehre hatte Gohl eine Abschiedsbotschaft mitzugeben betonte er den “den Menschen zugewandten Prediger” und “Mann der Mitte” der “meint was er sagt und dann auch tut was er sagt. Das tiefe Gottvertrauen in dem sein Handeln wurzele sei Czisch selbst bemerkenswert. Damit habe er “Spuren” hinterlassen und “Maßstäbe” gesetzt. Der moderne Bürgermeister bereicherte das gesellige Beisammensein durch seine scherzhafte Idee, Ulm doch zum Bischofssitz zu machen, damit der scheidende Prediger nichts verliere und Ulm etwas gewinne. Der katholische Prediger Michael Kloos, der acht Jahre, zur Hälfte der Gohlschen Amtszeit weggefährte war, betonte das ökomuneische Projekt der gemeinsamen Seelsorge von katholischer und evangelischer Confessio und überreichte zugleich anspornend die Festschrift “Freude an Gott”von Kardinal Koch während er sich gern an die gemeinsame Teilnahme a Ulmmarathon 2017 erinnerte.
Zum Schluss des Grußwortmarathons verabschiedete sich Gohl in mitfühlender Demut, auf von seiner Frau Gabriele angefertigten Fenstermosaike im Münster verweisend in dem er daran erinnerte: “Dekane kommen und Mosaike bleiben.” Da Gohl im Gespräch der Idee des Mannes in sich weitenden Kreisen zugeneigt war, bleibt der politisch ironische Wunsch nach weiteren solch fulminanten Schwörkonzerten in einem Münster als Sitz des Landesbischofs.

(Daniel Baz, 21.07.22)

Erzberger 1921

oder die Ermordung eines verhassten Versöhners

Matthias Erzberger, geboren 1875 in Buttenhausen war der erste Finanzminister der Weimarer Republik
                      

“Große Persönlichkeiten sind wie Dome, die einen tiefen heiligen Frieden wirken, gerade wenn sie auf der Straße oder auf dem Marktplatz stehen”(August Hagen)

     
Verheißung

Nicht mehr barfuß sollst du traben,
Deutsche Freiheit, durch die Sümpfe,
Endlich kommst du auf die Strümpfe,
und auch Stiefeln sollst du haben!

Auf dem Haupte sollst du tragen
Eine warme Pudelmütze,
Daß sie dir die Ohren schütze
In den kalten WinterTagen

Du bekommst sogar zu essen –
eine große Zukunft naht dir!-
Laß dich nur vom Welschen Satyr
Nicht verlocken zu Exzessen!

Werde nur nicht dreist und dreister!
Setz nicht den Respekt beiseiten
Vor den hohen Obrigkeiten
Und dem Herren Bürgermeister!

(Heinrich Heine, Schwarz-Rot-Goldene Gedichte, 1842)

Portrait der bilateralen Verhandlungen von Deutschland und Frankreich in Versaille , stehend links Matthias Erzberger, rechts der französische General Foche

Zeitenwende 1921: Von der Monarchie zur Demokratie

In einem Vortrag am Donnerstag dem 14. Juli 2022 brachte uns ein schwäbischer Journalist die Vita des schwäbisch-katholischen Politikers Matthias Erzberger, der durch die umstrittene Unterzeichnung des Friedensvertrages nach dem 1.Weltkrieg bekannt geworden ist, nahe.
Möglich machte den Vortrag im Club Orange in Ulm eine Kooperation der Konrad-Adenauer-Stiftung verkörpert von Michel Salzer und der Volkshochschule Ulm, vertreten von Markus Stadtrecher.Erzberger, der am 20.09.1875 in Buttenhausen im Großen Lautertal geboren ist wurde später Mitglied der katholischen Zentrums Partei und zog schon 1903 als jüngster Abgeordneter in den Reichstag von Königs Gnaden ein. Er war weder, wie damals üblich, von adligem Stand, noch kam der Schneider-Sohn aus einer besonders begüterten Familie. In der Formulierung des Vortragenden und Erzberger-Biographen sei der Buttenhausener ein “Self-Made-Man” gewesen der “durch Fleiß und Glück an Positionen kam. Für die Gewerkschaften zu konservativ und für die Nationalisten zu liberal passte er auch politisch nicht so recht ins Schema. Zu Zeiten in denen im Rüstungswettlauf, der auch mit einem Wettlauf um die Kolonien einherging, die Grundlagen für den Großen Krieg, der heute weithin als “Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts” angesehen wird gelegt wurden, war er gegen die Ressourcen und geldverschwenderische Aufrüstung. Trotzdem war er als strenger Katholik der Auffassung “Frankreich sei vom Glauben abgefallen” und ein Befürworter eines durch Deutschland geprägten Europas und somit zunächst auch den 1.Weltkrieges. Vor der Frau des Chefs der Obersten Heeresleitung General Ludendorff, soll er als eher rechthaberischer Charakter,mit seiner Rolle bei der Verbringung Lenins anno 1917 nach Petrograd geprahlt haben.


Referent Benjamin Dürr links, Bildmitte, Erzbergers Geburtshaus in Buttenhausen


Ludendorff, der als brutaler Stratege ab 1917 immer mehr sinnlos Menschen verheizen ließ, gehörte mit dem Tannenberg-Bund später zu den revisionistischen Kräften in der Weimarer Republik.
Der einflussreiche und erfahrende Politiker Erzberger setzte, als der militärische Sieg immer utopischer wurde, die Resolution des Reichtags anno 17 die Regierung zu Friedensverhandlungen aufzufordern mit durch. Er hoffte wohl das mit der Anerkennung des 14-Punkte-Plans des Amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, Deutschland die schlimmsten Reparationen und Gebietsverluste erspart blieben. Denn dieser pochte auf die Selbstbestimmung der Völker.
Als der französische General Foche in Versaille, nach einem verheerenden Stellungskrieg wenig Anstalten machte, dem deutschen Verhandlungsführer Zugeständnisse zu machen, hatte Erzberger zunächst die Mehrheit des Kabinetts gegen den Knebel-Vertrag von Versaille. Seine “Einsicht in die Aussichtlosigkeit” einer erneuten Aufnahme des Krieges, vermochte es aber laut Dürr doch, die Mehrheit der Minister von der Unterzeichnung des Vetrags, den er später selbst als “Teufelswerk” bezeichnete zu überzeugen. Erzberger war laut Dürr als Politiker ganz in Berlin verortet und hatte nur wenig direkten Kontakt zu seinem Landkreis in Biberach, was ihm Vorteile für “die große Politik” bot. Erzberger, der 1919 im Weimarer Parlament Finanzmister wurde und in bemerkenswerter Geschwindigkeit, die Grundlagen des heutigen Zenralstaats mit seiner Steuerreform und seines sozialistischen Momentes der erweiterten Erbschaftssteuer legte, war in den beginnenden 20er Jahren einer der bestgehassten Staats-Männer des Landes.

Das massenweise Scheitern der zivilen Integration von Soldaten besiegter Armeen, zeigte sich auch in Afghanistan und noch mehr im Irak als Hauptressource von Partisanenorganisation und Infrastruktur

Nachkriegszeit, Verunsicherte Gesellschaft, Attentat

Die Gesellschaft in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, so Dürr, den Historiker Ernst Troesch
zitierend, glich einem “Traumland, wo jeder sich die Zukunft vorstellen konnte wie er wollte, pessimistisch oder optimistisch.”
Der Große Krieg den man als Endpunkt der “schwindelerregenden Zeit” der maschinellen Industialisierung an der Schwelle zur Verbreitung der audio-visuellen Medien sehen kann, hatte in Deutschland 1/5 der Bevölkerung als desintegrierte und desillusionierte Ex-Kriegsteilnehmer hinterlassen. Der moderne Staat sah sich nicht in der Lage diese durch Arbeit und Perspektive zu integrieren. So entstanden Frei-Corps wie die Organisation Konsul, die die drückenden Auflagen des Versailler-Vertrags gewaltsam abzuschütteln trachteten und die auch zu jener Verrohung und Gewaltbereitschaft beitrugen, welcher Erzberger ab 26.08.1921 in Kniebis im Schwarzwald durch ein Attentat der Organisation Konsul zum Opfer fiel. Ein anderer nicht erfolgreicher Attentäter auf Erzberger schilderte im Polizeiverhör,er habe die Rolle Erzbergers in der Presse verfolgt und sei zu dem Schluss gekommen, diese Person müsse “beseitigt” werden. Die Medien trugen unabhängig von der Richtigkeit der Anschuldigungen, so wurde Erzberger von rechten Medien Steuerhinterziehung vorgeworfen, zu einer Aufheizung der Stimmung im Volke bei.Es gebe sicher Parallelen zur heutigen Gesellschaft mit ihren Herausforderungen von Klimawandel,Digitalisierung und Krieg in denen der Staat in den Augen vielen wieder nicht viel Schutz zu gewähren in der Lage sei. Aus undurchsichtigen Handlungsketten und unüberschaubaren Gebieten hälfen heute wie damals Verschwörungstheorien, damals hießen sie Dolchstoßlegende, heute heißt sie vielleicht The-Great-Reset. Auch Fackelmärsche vor die Privathäuser von Politikern, Drohbriefe mit zunehmend lebendig verendetem Inhalt bis hin zu gezielten Attentaten wie das auf den Hessischen Landrat in Kassel, Walter Lübcke seien Beispiele einer Grenzüberschreitung einzelner,die die Verrohung verstärke und aufzeige, wie kurz manchmal der Weg von Worten zu Taten sei.

Das Selbstbeschränkungsgebot bei Gewalt seitens demokratischer Regierungen gegen die Bevölkerung im Inneren gilt laut Herfried Münkler(Imperien[2005]) als Wachstumsbeschleuniger von Partisanen-Bewegungen

Wehrhafte Demokratie: Die BRD ist nicht Weimar

Die Demokratie in Weimar war ein zartes Pflänzchen, es gab noch keinen staatlich organisierten Personenschutz für Politiker, Erzberger wurde zwar angehalten eine Waffe zu tragen, lehnte dies allerdings ab. Matthias Erzberger,als Politikerpersöhnlichkeit, den man für seine Zeit durchaus als katholischen Nonkonformisten bezeichnen darf, sei aber in heutiger Zeit aus mehreren Gründen bedenkenswert und auch teils noch immer Vorbild, so Dürr.

Politik braucht Wandelmut, Haltung und Augenmaß

Er hatte den Mut sich gegen die vorherrschende Meinung zu stellen. Es könne in einer starken Demokratie, das Wort wehrhaft verwendet Dürr nicht, nicht angehen, dass Politiker die große Entscheiungen fällen um Leib und Leben fürchten müssten.
Zweitens hatte Erzberger Rückgrad und folgte trotz dem Wind der ihm gerade zuletzt, sehr nordisch entgegen bließ, seiner katholischen Überzeugung, nicht aber ohne, und das wäre der dritte bedenkenswerte Punkt: so intelligent zu sein, bei einer sich verändernden Situation auch die Richtung zu wechseln. Die Idee der Organisation Konsul der beide versehrte Weltkriegsveteranen
angehörten war es durch die Ermordung des “Volks-Verräters” Erzberger linke Proteste hervorzurufen, die dann von rechten Kräften niedergeschlagen würden um dann die Macht im Staate von rechts zu übernehmen. Ingesamt schätzte der Vortragende die BRD als gefestigtere Demokratie als ihre Vorläuferin in Weimar ein. Die Eliten stützten in der Breite, dass in eine starke europäische und internationale Zivilgesellschaft eingebundene bundesdeutsche Herrschaftsgefüge. Aus dem Publikum wurde beigesteuert das zu den drei Kriterien für den Zerfall der Demokratie in Weimar: 1. Angst und Verunsicherung im Volk 2. Verrohung der Umgangsformen und 3.Gewaltsamer Grenzüberschreitungen Einzelner, noch ein viertes Kriterium hinzukommen könne, nämlich die Organisation und die Unterstützung durch staatliche Organisationen. Die geheime Zentrale der Organisation Konsul sei nämlich in München gewesen und die Attenäter lebten dort in der Maximilianstraße, dort wo auch das erste Zentrum der nationalsozialistischen Bewegung zu verorten gewesen sei. Erzberger der in der Hauptstadt seines Wahlkreises in Biberach beerdigt wurde wurde laut Dürr von 1000en Menschen bei seinem letzten Gang auf Erden begleitet. Trotzdem, so der ebenfalls aus der Nähe von Buttenhausen stammende Erzberger-Biograph, sei der Name Erzberger in den 60er,70er und 80er Jahren, laut Informanten aus dem Kreise der Familie des Politikers als Schimpfwort gebraucht worden.

Werde nur nicht dreist und dreister!
Setz nicht den Respekt beiseiten
Vor den hohen Obrigkeiten
Und dem Herren Bürgermeister!

(Heinrich Heine, Verheißung, Strophe 4)

15.07.22 Daniel Baz Ergänzungen und Kommentare an Daniel.Baz@gmx.de

Rock dein Parkplatz 2: Freisinn und Frohsinn

Eröffnungslied der Feierstunde für den Gesangsverein Frohsinn Laichingen in der Daniel Schwenkmetzger-Halle in Laichingen

“Angenommen die Weisheit wäre ein Weib…”(Nietzsche, Zur Genealogie der Moral)

“Ein Bauer pinkelt durch die Ritze, drinnen flog die Sense um, ab war seine Spitze,
ein Stump bleibt ihm zum Trost, Prost”

(Trinkspruch überliefert von Simon aus Riedheim)

“Pervers ist das was die Gesellschaft nicht versteht”

“Pervers ist wenn keiner mehr mitmacht”

(Sprüche, Dennis Riegel, BDSM-Shop SM-Only)

Rock-Dein-Leben:Das Gold-Ochsen-Banner als Eingangstor zum Bier-Swimming-Pool

Rock dein Leben am Samstag

Lang war die Nacht von Donnerstag auf Freitag auf dem Parkplatz des Rock-Dein-Leben-Festivals; und ähnlich sollte die Nacht von Samstag auf Sonntag sein. Donnerstag prägten den Ausklang lange und tiefe Männergespräche, am Samstag war der gemeinsame Gesang, der Atem der ermüdenden Festival-Seele. “Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt, ich schenk dir mein gefrornes Herz”, hallte es auf der Suche nach dem fahrbaren Untersatz noch lange nach. Doch hintereinander! Zuerst war noch die nicht beantworteten Anfrage über eine Berechtigung über Freiwild als Schlussact doch auch vom Konzertplatz berichten zu können im Wege um einen entspannten und
für die Leserschaft interessanten Abend zu haben. Also machte sich der Autor wieder in die Wälder
rund um den Flugplatz um einen Weg zu finden, einen größeren Personenkreis an dem Event teilhaben zu lassen und nicht pleite zu gehen. Als er einen Weg gefunden hatte, auch als Infantrist, quasi zumindest von oben etwas zu sehen spielten die Taucher gerade ihr erstes Lied an “Wir sind Piraten”, davon motivational bestärkt stärkte er sich erst mal leiblich unten mit einer Balinger Onkelz-Supporter Family unter der schwarz-Rot-goldenen Flagge des Königreichs Württemberg.

Uli Baumeister spielte am Samstag als Lokal-Matador für Charly Feel-Good

Frank und Frei: Frohsinn statt BRDigung

Das unbekannte Line-Up lies Platz für Begegnungen und Gespräche. Um 20 Uhr sollte BRDigung spielen, nach dem JBO am Freitag anscheinend gefeiert wurden, ein lockerer Einstieg in den Höhepunkt und Abschluss des Abends, die Vereinigung von Alb und Alpenflair mit Frei.Wild. Leider fühlte sich der Autor noch aus alten Sänger- und Lokalreportertagen mit den Sängerschaften im Gäu verbunden und um 19 Uhr hieß es 150 Jahre Gesangsverein Frohsinn Laichingen, ein Jubiläum, welches wegen Corona 2021 nicht stattfinden konnte. Und mehr noch in dem dafür einstudierten Singspiel wollte der laichinger gemischte Chor die zunächst patriarchale Geschichte des Vereins seit 1871 theatralisch und gesanglich revue passieren lassen.
Der Bruch vom Festival zu der bestuhlten Veranstaltung mit Chor und etwas 250 meist ergrauten Gästen in der bestuhlten Halle war etwa der zwischen dem Lied Fuck Corona der Band Hämatom und der Volksweise Am Brunnen vor dem Thore. Der Autor Franz Schubert formulierte es so: Nun bin ich manche Stunde entfernt von diesem Ort, noch immer hör ichs raunen, du fändest Ruhe dort. Trotzdem war der überregional bekannte Laichinger Weberdichter der auch am Ende des 19. Jahrhunderts in Laichingen wirkte wohl eher nicht im damals auf Geheiß der Obrigkeit reinen Männerchor. Grund: Es waren meist Meister und Lehrer, keine armen Leute in den Chören vertreten. Zwar waren merklich keine vom Festival im Publikum, wohl wurde aber der Auftritt zum Frühschoppen beim RDL des Musikvereins Laichingen gerade von lokalen Festivalbesuchern gefeiert. Vielleicht ist diese Wiederaneignung von Traditionen durch die junge Generation wie damals die Sängerschaften ein gutes Zeichen. Denn der Veranstaltung des Frohsinns ging völlig jenes kritische, besorgte, wenn auch nicht das heimatorientierte von Freiwild und Konsorten ab, dabei lernte man hier in größerer Tiefe etwas über Nationalgeschichte, Männerbündigkeit und die gesellschaftlich-gesellige Uniformierung in Kriegszeiten.Und dazu von der Vorsitzenden Elke-Tuchnowski, die ironische Weisheit des Buddha, Probleme entweder zu lösen oder sie lieber nicht mehr als solche zu titulieren. Denn der Frohsinn ist wie viele andere Männergesangs- und Schützenvereine in der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges anno 1871 entstanden, die Frauen mussten, vielleicht in tragischer Analogie zu der Empfehlung des einen beheizten Zimmers im “krimmigen” Winter 22, mit der Lichtstube vorlieb nehmen.
Das Singspiel war mit seinen zwei Spielstätten, einmal dem Experteninterview über die Zeit und Sangeskultur zur Vereinsgründung und zum zweiten den Proben der Männer- Frauen- und ihren konurrenziellen Festen inhaltlich wie formal gelungen und authentisch wiedergegeben. Und macht richtig Lust in der frisch geschriebenen Vereinschronik nochmal nachzulesen. Schön war, dann doppelt, dass trotz leuchtender Ausnahme, nach wenig Resonanz bei den Honoratioren für kritische Betrachtungsweisen, der Abend, dann doch auf dem Festivalmit Liedern der Onkelz im Wechselgesang und Chor endeten.Auch wenn die Onkelz, sich so der Volksmund für das RDL zu teuer sind.

Ficken für den Weltfrieden:

Zurück auf dem Gelände meint der von Trinkspielen gezeichnete Alex aus Mainz, die Leute sollen nicht mehr trinken, sondern mehr Sex haben, jeder mit jedem. Ein paar hundert Meter weiter halten Jungs: “Ficken für den Weltfrieden-Plakate” auf einem Traktor posend in die Luft. In dieser augeheizten Stimmung ist es gerade passend kein Konzertticket zu haben, denn gegenüber ist ja der BDSM-Shop.Als ich eine dicke Peitsche mit Leder-Streifen begutachte, tippt mich Dennis, der Stand-Inhaber an und sagt, “die ist so dick, damit beim Peitschen kein Schmerz sondern nur Druck und Ziehen entstehen.” Nachher kommt ein Mädchen, dass ich vom Parkplatz kennen und will mich unbedingt auspeitschen. Da fällt mir der kontroverse Spruch von Nietzsche ein: “Wenn du zu Frauen gehst, vergiss die Peitsche nicht.” Ich frage ob das auch mit Tantra zu tun habe. Er meint, nein, Tantra nutze zwar auch die Polarität zwischen Mann und Frau und Schmerz und intensive Gefühle, beim BDSM. Ausgeschrieben. Bondage, Devotion, Sadomaschism stehe aber über allem die klare Rollenverteilung zwischen Dom und Sub. Also zwischen Führer und Geführtem. Einen gang weiter zieht uns das Bild von Emily mit ihren nur durch schwarzes Klebeband verhüllten Brüsten an, die sich als Dennis Freundin und die Sub, in ihrer Beziehung später dazugesellen wird. Er ist total angenehm und informiert und es entwickelt sich ein Gespräch, dass so lange und angeregt ist, dass wir erst nach einer halben Stunde bemerken, dass Freiwild schon spielt.
Seine Philosophie beginnt mit der Wahrnehmung, dass in unserer Gesellschaft Sexualität nach einem herrschaftlich moralischen Bilde geprägt würde, was Stauungen in den Menschen hinterließe. Weiterhin geht Dennis davon aus,die meisten Menschen seinen entweder dominant oder devot.
Irgendwie öffnet mir das auch irgendwie die Augen für einen anderen Blick auf das Festival.

Tobi aus Mainz aufm Parkplatz brachte mir das neue Rammstein-Album näher

Unten und Oben mal Anders

Leute wie der Sänger von Frei.Wild sind eben dominant und durch ihre Lebenssituation in Südtirol und ihr Verhältnis zu den Medien unterdrückt. Andere sind devot, deshalb fügen sie sich gerne in den Rahmen dieser Band. Schon nach demGespräch mit Oli aus Balingen, dessen Tochter sich heimlich auf dem Festival, ein Zungenpiercing stechen ließ, zeigt sich, dass das nur ein Spielfeld sein kann und die Realität komplexer ist, ein Spielfeld aber, so Emily Addams die gerne BDSM-Darstellerin werden möchte, dass auch befreienden Charakter habe. Dennis bestärkt sie aber zuerst das Back-Up ihrer Ausbildung fertig zu machen. Sie will ihm als Sub gefallen und hält sich daran. Dennis weiß und reflektiert, dass in der Szene viele Narzissten seinen, die ihre Rolle als Dom schamlos ausnutzten. Er sähe es aber so: “Je besser ich sie behandle, desto lieber will sie mir gehören.”
Emily, die sich mit ihren 21 als ziemlich reife Seele entpuppt meint.Devot zu sein heißt absolutes Vertrauen. “Ich gehe zu Dennis und sage ihm: Hier ist meine ganze Existenz, mach was daraus!”
Auch gebe es für das rein sexuelle Spiel, denn gerade die weibliche Sexualität, dass kann man spätestens seit Oswald Kolle wissen ist sehr sehr reich, auch Stopwörter, die immer in den Händen der Frauen seinen.Dennis der zwei Büchlein zu dem Thema feil bietet, meint viele LBTQ-Leute, also Feministen, seinen zunächst kritisch gegenüber der klaren Rollenverteilung zwischen Mann und Frau.

Das Mädel vom Parkplatz übt sich beim “Meister” mit der Peitsche

Ist BDSM pervers?

Ich erinnere mich an die Bastion auf den Hügeln um das Festival auf die gesprayed steht: Fuck LBTQ. Er meint, da die Frau auf Orgien und Fesselpaties immer den Schlüssel zum stop in der Hand habe und es auch Wächter der Regeln gebe, die Frau aber dabei das ganze Spektrum ihrer Lust gegen die gesellschaftlich geprägten Konventionen leben könne, sei BDSM der reinste Feminismus. Der Sänger von Frei.Wild bedankt sich gerade dafür das, dass neue Album von Fans auf Nummer katapultiert wurde. Da erzählt Emmily Addams von ihren Träumen mit 7 oder 8 von der Kitzelmaschine und von der Szene im Asterix-Film wo Mirakulix der Druide gestreckt wurde.
Dennis meint in Deutschland und auch in der Großstadt gelten Frauen mit mehreren Sexualpartnern immer noch als Schlampen, bei Männern würde ein promiskuitives Sexualverhalten eher ein Zeichen von Potenz gewertet. Emily und er haben beide mehrere Gespielen.Bei BDSM sehen die meisten Leute den Topf von außen, wirklich erfahren und somit werten könne man nur wenn man es selber ausprobiere. Das Mädchen von vorher ist leider längst auf dem Frei.Wild-Konzert.
Der Stand hier sei nicht zum kommerziellen Erfolg, sondern zur Werbung gedacht, die junge Generation verprüdere zusehens und hier werde kaum gekauft.Trotzdem hat meine Parkplatz-Nachbarin mir schon ihren abgebrochen Hiebstock gezeigt. Emily sagt mir bevor sie duschen geht, sie hat nachher noch 2 Sessions, ihre Instagramm-Adresse:
Emily Addams, devotion pride and masochism.

Dennis Riedel(dominant)und Emily Addams(devot aus Mittelhessen) sind ein Pärchen

Zusammenstag

Danach fängt es bei Frei.Wild zu regnen an. Der Sänger ruft zum bleiben auf, das funktioniert noch bei Land der Vollidioten. Der Kern ist die Identität, Heimat und Verantwortung für Land und Kinder ist Frei.Wild wichtig. Als sie unter zunehmendem Regen singen, “die Zeit vergeht, immer neu, keine Ahnung wo michs hinverschlägt”, plätschern Hunderte von den rund 8000 Fans zum Ausgang. Mein Begleiter meint: Das sind die Hippster die auf Rechts machen. Ich flüchte mich wie
ein begossenes Mädchen in ein etwas abgelegenes Zelt. Die Technik streikt, eine Stagehand muss uns leider das Licht abstellen, wir müssen zusammen rücken.Es läuft der Song: keine Angst. Dann
kommt ihr Freund und ein Trupp Polizisten beziehen Stellung für das das Ende des Konzerts.
Der italienische Freund aus Mühlhausen des Mädels holt ihn ab, mögliche Weise wollen wir mal zusammen texten.Freiwild bedankt sich für das geile emotionale Publikum und es ist ein Langos fällig, der erste seit Ende der 90er aufm Sziget. Ein Langos auf die Freundschaft. Ich fahre meinen Freund heim, er muss seine Tochter ins Bett bringen. Ich fahre nochmal hin und spreche mit Jungs Dorfjungs nach dem Song “Nur die besten sterben jung” über verlorene Angehörige und suche nach “Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt” noch vergeblich nach der für die ihr diese Lieder sing, nach der die meinen Geist nach Hause bringt..Dann zurück nach Hermannsbühl. Morgens erwachen und dann kam Sie:

Ich lag und schlief, und schlief und recht mild,
Verscheucht war Gram und Leid;
Da kam zu mir ein Traumgebild,
Die allerschönste Maid.

(Heinrich Heine, Die Blasse, Strophe 1)

Historische Fahne des inzwischen gemischten Chores Frohsinn aus Laichingen

Rock dein Parkplatz

Gefangen im Tiergarten der Onkelz

“Das hier ist euer Erbe und wenns euch nicht gefällt, dann werdet bessre Menschen und ihr kriegt ne bessre Welt( BOSC-Manifest)

Das hier ist euer Erbe und wenns euch nicht gefällt, dann werdet bessre Menschen und ihr kriegt ne bessre Welt”

(BOSC-Manifest)

Es ist kalt als ich an einer weithin vergessenen Gemeinschaftsstätte auf einer Anhöhe über Sontheim aufwache. Wenn ich morgen erwachen werde auf Hermannsbühl in Ennabeuren wird es wieder kalt sein, doch nun ist es nicht nur die Kälte, sondern vorwiegend die Bilder im Kopf und die Stunden und Betäubungsmittel in den Beinen die mein Befinden prägen. Gestern habe ich es wieder getan, ich habe trotz fehlendem Listenplatz und Vergütung berichterstattet, wie damals beim Ersten Mal 2018. Damals als die Schwäbische Zeitung mich gefeuert hat und derweiserabe seine ersten vom vorprogrammierten Technotop manisch-depressiv gemachten Flugstunden absolvierte.

Ein Freund aus Laichingen hat es mir ermöglicht, wo ich gestern noch rüde abgewiesen wurde und in die Hände einer ausführlichen Polizeikontrolle geschickt, denn er hat mir seine Parkplatz-Vignette in resolut antikapitalistischer Manier auf das Barbie-Mobil gedrückt. Auf wirklich alles gefasst, versuche ich noch Termine in Ulm oder auf dem Sunrise-Festival in Burtenbach zu finden. Doch das Schicksal will es anders. Der Himmel rumort sauer-grau, ich lege mir meinen Kampfanzug an und fahre los. Vieles ist draußen im Arsch, angekommen merk ich aber das es diesmal aus mir kam und der Personalmangel bei den Securities spielt einem anhebenden Gesang im “Atomschutzbunker.” in die Hände. Ich bin durch und fühle mich immer noch wie ihre “Nummer 1” auf ihrer “Hassliste” ganz oben, aber schon mit deutlich mehr Feindschaftsstolz und Kampfeslust.

Deutschland-Rock ist Anders

Was mich schickt und freut und Pascal, der letzte heimwärtswandernde Mohikaner, den ich nach dieser geilen und abwechslungsreihen Nacht, über die es hier zu berichten gilt, treffe, bestätigt es auch; die ersten Töne von der Stage sind von Linking-Park und ragen musikalisch wie sonst nur blinkender Stahl heraus, living theorie heißen die Kollegen. Wie es oft kommt, wenn man sich im Rüstungswettlauf mit Presse, Veranstalter und Ordnungskräften wähnt, verpasse ich Heldenfeuer die Neue-Deutsche-Härte Coverband und bestaune stattdessen auch auf diesem Jungen Festival
unfreundlichste Polizei in Uniform auf dem mir verschlossenen Konzertplatz, Geldautomaten-Säulen und Supermarkt. Da lobe ich mir doch die Begegnung mit dem alten Schuler Tim, der mich darüber aufklären kann wo Hattenhofen ist, nämlich rRchtung Göppingen, denn deren Dach und Boxen schützen uns im Nieselregen vor tiefer Durchnässung und tiefen Gesprächen. Lokal geht es teils bei Fressständen zu Cengiz Dogan, der gefühlt letzte linke Türke in Laichingen bietet Big-Burger und Schnitzelweck, wenn auch nicht mit Che Guevara auf dem Wagen, big Spender funktioniert noch für alle Gruppen, doch Tarnfleck ist nicht nur bei der Kleidung in Mode. Im Sub-Cult_Shop Boots und BDSM-Spielzeug.Ich denke: Spaß an der Sklaverei, hier sind für 2, ich betone zwei Geschlechter Peitsche und Riemen dabei. Wer weniger Spaß am Leiden hat als
die erlegte Beute genießen wird im Frühstückszelt der Laichinger Metzgerei Krone mit LKWs versorgt und auch für die nicht biertrinkenden Freunde der Süßigkeit des nüchternen Rauschen, wären wenn nicht so dammed, hochgerüstet auch erschwingliche Süße Teilchen dabei.

Herostatt meets Tübi

Ausnahmezustand Herrschaftslosigkeit

Laichingen Aktuell titelte in seinem Vorbericht zu Rock-Dein-Leben, Ausnahmezutand in Laichingen. Da ertönt von den aus Ostdeutschland angereisten Stainless Steel ein Abschnitt aus einem Onkelz-Lied: Feige und bestechlich und für das was sie sagen nicht bereit, die Konsequenzen zu ertragen”. Ich sitze hier vor den Toren eurer Macht, Onkelz helft mir, Damen!
Zu Terpentin erhören ein paar Tübingerinnen mein Stoßgebet und setzen sich zu mir für ein
Erinnerungsbild ins einsame Grüne. Nach dem geilen Konzert, dass für meinen nonkonformistischen Geschmack awenga zu simultorisch den Onkelz gegenüber daherkommt und mit dem Lied Erinnerung den Böhse Onkelz Supporters Club in den Böhse Onkelz Sozial-Club zerstreut sammelt sich eine heiße Rotte im Partyzelt. Wir liegen uns wieder in den Armen und draußen erzählt mir Jörg der Heilprktiker aus Göppingen, gegen Erkältung und verrauschten Geist helfe einmal mit der Handfläche auf den Ameisenhaufen klopfen und dann tief in die Hand einatmen. Das habe er von einem alten Bergbauern aus Tirol, ja Tirol, irgendwas über Tirol grölen sie jetzt auch. Aber sicher nur Tarnfleck, Jörg und Michi machen Krav Maga, israelische Selbstverteiigung und Jörg sieht aus wie die Bush-Truppe damals beim Desert-Storm, Gott sind wir alt und gutaussehend. Ein Bote der Zukunft, Uli Baumeister aus Westerheim haut mich an.
Am Samstag um 15.30 Uhr spiele er mit Charly Feelgood aus Westerheim auf der Hauptbühne.
So ich schreibe mir hier nicht ungelesen die Finger wund, die Südwest-Presse hat auch nur angerufen um zu fragen wie es mit dem Online-Lesen funktioniert. Fuck the system, souverän ist wer den Ausnahmezustand regiert aka zusammenhält in aller onkelztiergartenvergrößernden
Vielfalt und Mangelhaftigkeit. Es ist feucht, müde und kühl, der aufgegabelte Paskal gibt mir für den lift nenn 10er auf nach Hermannsbühl ganz strukturkonservativ.

Jetzt kommt die Stelle zum Tanzen

Es folgt das Gleiche mit wechselnden Bildern

Es ist kalt als ich an einer weithin vergessenen Gemeinschaftsstätte auf einer Anhöhe über Sontheim aufwache. Wenn ich morgen erwachen werde auf Hermannsbühl in Ennabeuren wird es wieder kalt sein, doch nun ist es nicht nur die Kälte, sondern vorwiegend die Bilder im Kopf und die Stunden und Betäubungsmittel in den Beinen die mein Befinden prägen. Gestern habe ich es wieder getan, ich habe trotz fehlendem Listenplatz und Vergütung berichterstattet, wie damals beim Ersten Mal 2018. Damals als die Schwäbische Zeitung mich gefeuert hat und der weise rabe seine ersten vom Technotop manisch-depressiven Flugstunden absolvierte.

Ein Freund aus Laichingen hat es mir ermöglicht, wo ich gestern noch rüde abgewiesen wurde und in die Hände einer ausführlichen Polizeikontrolle geschickt, denn er hat mir seine Parkplatz-Vignette in resolut antikapitalistischer Manier auf das Barbie-Mobil gedrückt. Auf wirklich alles gefasst, versuche ich noch Termine in Ulm oder auf dem Sunrise-Festival in Burtenbach zu finden. Doch das Schicksal will es anders. Der Himmel rumort sauer-grau, ich lege mir meinen Kampfanzug an und fahre los. Vieles ist draußen im Arsch, angekommen merk ich aber das es diesmal aus mir kam und der Personalmangel bei den Securities spielt einem anhebenden Gesang im “Atomschutzbunker.” in die Hände. Ich bin durch und fühle mich immer noch wie ihre “Nummer 1” auf ihrer “Hassliste” ganz oben, aber schon mit deutlich mehr Feindschaftsstolz und Kampfeslust.

Deutschland-Rock ist Anders

Was mich schickt und freut und Pascal, der letzte heimwärtswandernde Mohikaner, den ich nach dieser geilen und abwechslungsreihen Nacht, über die es hier zu berichten gilt, treffe, bestätigt es auch; die ersten Töne von der Stage sind von Linking-Park und ragen musikalisch wie sonst nur blinkender Stahl heraus, living theorie heißen die Kollegen. Wie es oft kommt, wenn man sich im Rüstungswettlauf mit Presse, Veranstalter und Ordnungskräften wähnt, verpasse ich Heldenfeuer die Neue-Deutsche-Härte Coverband und bestaune stattdessen auch auf diesem Jungen Festival
unfreundlichste Polizei in Uniform auf dem mir verschlossenen Konzertplatz, Geldautomaten-Säulen und Supermarkt. Da lobe ich mir doch die Begegnung mit dem alten Schuler Tim, der mich darüber aufklären kann wo Hattenhofen ist, nämlich rRchtung Göppingen, denn deren Dach und Boxen schützen uns im Nieselregen vor tiefer Durchnässung und tiefen Gesprächen. Lokal geht es teils bei Fressständen zu Cengiz Dogan, der gefühlt letzte linke Türke in Laichingen bietet Big-Burger und Schnitzelweck, wenn auch nicht mit Che Guevara auf dem Wagen, big Spender funktioniert noch für alle Gruppen, doch Tarnfleck ist nicht nur bei der Kleidung in Mode. Im Sub-Cult_Shop Boots und BDSM-Spielzeug.Ich denke: Spaß an der Sklaverei, hier sind für 2, ich betone zwei Geschlechter Peitsche und Riemen dabei. Wer weniger Spaß am Leiden hat als
die erlegte Beute genießen wird im Frühstückszelt der Laichinger Metzgerei Krone mit LKWs versorgt und auch für die nicht biertrinkenden Freunde der Süßigkeit des nüchternen Rauschen, wären wenn nicht so dammed, hochgerüstet auch erschwingliche Süße Teilchen dabei.

Ausnahmezustand regieren

Laichingen Aktuell titelte in seinem Vorbericht zu Rock-Dein-Leben, Ausnahmezutand in Laichingen. Da ertönt von den aus Ostdeutschland angereisten Stainless Steel ein Abschnitt aus einem Onkelz-Lied: Feige und bestechlich und für das was sie sagen nicht bereit, die Konsequenzen zu ertragen”. Ich sitze hier vor den Toren eurer Macht, Onkelz helft mir, Damen!
Zu Terpentin erhören ein paar Tübingerinnen mein Stoßgebet und setzen sich zu mir für ein
Erinnerungsbild ins einsame Grüne. Nach dem geilen Konzert, dass für meinen nonkonformistischen Geschmack awenga zu simultorisch den Onkelz gegenüber daherkommt und mit dem Lied Erinnerung den Böhse Onkelz Supporters Club in den Böhse Onkelz Sozial-Club zerstreut sammelt sich eine heiße Rotte im Partyzelt. Wir liegen uns wieder in den Armen und draußen erzählt mir Jörg der Heilprktiker aus Göppingen, gegen Erkältung und verrauschten Geist helfe einmal mit der Handfläche auf den Ameisenhaufen klopfen und dann tief in die Hand einatmen. Das habe er von einem alten Bergbauern aus Tirol, ja Tirol, irgendwas über Tirol grölen sie jetzt auch. Aber sicher nur Tarnfleck, Jörg und Michi machen Krav Maga, israelische Selbstverteiigung und Jörg sieht aus wie die Bush-Truppe damals beim Desert-Storm, Gott sind wir alt und gutaussehend. Ein Bote der Zukunft, Uli Baumeister aus Westerheim haut mich an.
Am Samstag um 15.30 Uhr spiele er mit Charly Feelgood aus Westerheim auf der Hauptbühne.
So ich schreibe mir hier nicht ungelesen die Finger wund, die Südwest-Presse hat auch nur angerufen um zu fragen wie es mit dem Online-Lesen funktioniert. Fuck the system, souverän ist wer den Ausnahmezustand regiert aka zusammenhält in aller onkelztiergartenvergrößernden
Vielfalt und Mangelhaftigkeit. Es ist feucht, müde und kühl, der aufgegabelte Paskal gibt mir für den lift nenn 10er auf nach Hermannsbühl.

“Das hier ist euer Erbe und wenns euch nicht gefällt, dann werdet bessre Menschen und ihr kriegt ne bessre Welt( BOSC-Manifest)


Es ist kalt als ich an einer weithin vergessenen Gemeinschaftsstätte auf einer Anhöhe über Sontheim aufwache. Wenn ich morgen erwachen werde auf Hermannsbühl in Ennabeuren wird es wieder kalt sein, doch nun ist es nicht nur die Kälte, sondern vorwiegend die Bilder im Kopf und die Stunden und Betäubungsmittel in den Beinen die mein Befinden prägen. Gestern habe ich es wieder getan, ich habe trotz fehlendem Listenplatz und Vergütung berichterstattet, wie damals beim Ersten Mal 2018. Damals als die Schwäbische Zeitung mich gefeuert hat und der weise rabe seine ersten vom Technotop manisch-depressiven Flugstunden absolvierte.
Ein Freund aus Laichingen hat es mir ermöglicht, wo ich gestern noch rüde abgewiesen wurde und in die Hände einer ausführlichen Polizeikontrolle geschickt, denn er hat mir seine Parkplatz-Vignette in resolut antikapitalistischer Manier auf das Barbie-Mobil gedrückt. Auf wirklich alles gefasst, versuche ich noch Termine in Ulm oder auf dem Sunrise-Festival in Burtenbach zu finden. Doch das Schicksal will es anders. Der Himmel rumort sauer-grau, ich lege mir meinen Kampfanzug an und fahre los. Vieles ist draußen im Arsch, angekommen merk ich aber das es diesmal aus mir kam und der Personalmangel bei den Securities spielt einem anhebenden Gesang im “Atomschutzbunker” in die Hände. Ich bin durch und fühle mich immer noch wie ihre “Nummer 1” auf ihrer “Hassliste” ganz oben, aber schon mit deutlich mehr Feindschaftsstolz und Kampfeslust.




Deutschland-Rock ist Anders


Was mich schickt und freut und Pascal, der letzte heimwärtswandernde Mohikaner, den ich nach dieser geilen und abwechslungsreihen Nacht, über die es hier zu berichten gilt, treffe, bestätigt es auch; die ersten Töne von der Stage sind von Linking-Park und ragen musikalisch wie sonst nur blinkender Stahl heraus, living theorie heißen die Kollegen. Wie es oft kommt, wenn man sich im Rüstungswettlauf mit Presse, Veranstalter und Ordnungskräften wähnt, verpasse ich Heldenfeuer die Neue-Deutsche-Härte Coverband und bestaune stattdessen auch auf diesem Jungen Festival
unfreundlichste Polizei in Uniform auf dem mir verschlossenen Konzertplatz, Geldautomaten-Säulen und Supermarkt. Da lobe ich mir doch die Begegnung mit dem alten Schuler Tim, der mich darüber aufklären kann wo Hattenhofen ist, nämlich rRchtung Göppingen, denn deren Dach und Boxen schützen uns im Nieselregen vor tiefer Durchnässung und tiefen Gesprächen. Lokal geht es teils bei Fressständen zu Cengiz Dogan, der gefühlt letzte linke Türke in Laichingen bietet Big-Burger und Schnitzelweck, wenn auch nicht mit Che Guevara auf dem Wagen, big Spender funktioniert noch für alle Gruppen, doch Tarnfleck ist nicht nur bei der Kleidung in Mode. Im Sub-Cult_Shop Boots und BDSM-Spielzeug.Ich denke: Spaß an der Sklaverei, hier sind für 2, ich betone zwei Geschlechter Peitsche und Riemen dabei. Wer weniger Spaß am Leiden hat, als
die erlegte Beute genießen zu wollen,wird im Frühstückszelt, der Laichinger Metzgerei Krone, mit LKWs versorgt; und auch für die nicht biertrinkenden Freunde der Süßigkeit des nüchternen Rauschen, wären wenn nicht so dammed hochgerüstet, auch erschwingliche Süße Teilchen dabei.


Ausnahmezustand Herrschaftslosigkeit


Laichingen Aktuell titelte in seinem Vorbericht zu Rock-Dein-Leben, Ausnahmezutand in Laichingen. Da ertönt von den aus Ostdeutschland angereisten Stainless Steel ein Abschnitt aus einem Onkelz-Lied: Feige und bestechlich und für das was sie sagen nicht bereit, die Konsequenzen zu ertragen”. Ich sitze hier vor den Toren eurer Macht, Onkelz helft mir, Damen!
Zu Terpentin erhören ein paar Tübingerinnen mein Stoßgebet und setzen sich zu mir für ein
Erinnerungsbild ins einsame Grüne. Nach dem geilen Konzert, dass für meinen nonkonformistischen Geschmack awenga zu simultorisch den Onkelz gegenüber daherkommt und mit dem Lied Erinnerung den Böhse Onkelz Supporters Club in den Böhse Onkelz Sozial-Club zerstreut sammelt sich eine heiße Rotte im Partyzelt. Wir liegen uns wieder in den Armen und draußen erzählt mir Jörg der Heilprktiker aus Göppingen, gegen Erkältung und verrauschten Geist helfe einmal mit der Handfläche auf den Ameisenhaufen klopfen und dann tief in die Hand einatmen. Das habe er von einem alten Bergbauern aus Tirol, ja Tirol, irgendwas über Tirol grölen sie jetzt auch. Aber sicher nur Tarnfleck, Jörg und Michi machen Krav Maga, israelische Selbstverteiigung und Jörg sieht aus wie die Bush-Truppe damals beim Desert-Storm, Gott sind wir alt und gutaussehend. Ein Bote der Zukunft, Uli Baumeister aus Westerheim haut mich an.
Am Samstag um 15.30 Uhr spiele er mit Charly Feelgood aus Westerheim auf der Hauptbühne.
So ich schreibe mir hier nicht ungelesen die Finger wund, die Südwest-Presse hat auch nur angerufen um zu fragen wie es mit dem Online-Lesen funktioniert. Fuck the system, souverän ist wer den Ausnahmezustand regiert aka zusammenhält in aller onkelztiergartenvergrößernden
Vielfalt und Mangelhaftigkeit. Es ist feucht, müde und kühl, der aufgegabelte Paskal gibt mir für den lift nenn 10er auf nach Hermannsbühl.