Herbstfließen 22

Die Schönheit ist die Religion der Weisen

(Indischer Spruch)

Sontheim, Flurstraße, Morgenstimmung

Verklärte Herbst

Gewaltig endet so das Jahr Mit goldenem Wein und Frucht der Gärten. Rund schweigen Wälder wunderbar Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut. Ihr Abendglocken lang und leise Gebt noch zum Ende frohen Mut. Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe Milde Zeit. Im Kahn den blauen Fluß hinunter Wie schön sich Bild an Bildchen reiht- Das geht in Ruh und Schweigen unter.

(Georg Trakl)

Morgenstimmung, Merzhausen, Richtung Jesuitenschloss

Bilder:Baz

Viola tricolore odorato

Liebe ist mein Parfüm

und du liebst nur mich

und ich demütige dich

Er sieht Sie und Die und Den und Dich

Und du heißt mich Arschloch

Und ich merk:Nein,ich lieb dich nicht

Denn das Wort beugt mein Parfüm

Ja,stinkt mir ins Gesicht!

Und der kalte Himmel

und die Nacht der Sterne

Sind für dich in mir!

Und die schnaubende Hitze des

Ich-hätte-gerne bricht/

aus dir und mir

Und es demütigt dich

du bist für mich die harte Mutter,

Königin der Nacht,

die Fädenzieherin im Netz der Macht

Nicht der Inbegriff

des Himmels und der Sterne

Ich meine die Demütigung

für dich und mich ist Demut lernen

vor der Mannigfaltigkeit

der Schöpfung um Mut zu fassen

zur Zweieinigkeit

Liebe ist mein Parfüm

und in ihm ist wer es nur riechen kann

Wenn meine Sinne überflutet sind

Ich in ihrem Widerhall

zu ersaufen drohe

erahnen ich was ich dir angetan

Du konntest den Duft

durch mich nur riechen

und ich verlor den Duft

Erst wenn der Gestank des Hasses

verzogen ist,ein frischer

Athem eingesogen ist,hebt neu an

der Liebe Morgenduft,fang neu

zu riechen an und du wirst duften

Allliebe sehen,spenden,blühen.

(Daniel Baz,26.08.22 für Daniela)

Wendezeit

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Pfeilschnell ist das Jetzt verflogen,
Zögernd kommt
die Zukunft angezogen,
Ewig still steht die Vergangenheit

(Schiller, Sprüche des Konfuzius)

Ein Mädchen mit dicken Rucksack, Silbernem Eichblatt um den Hals
und Wanderschuhn ließt Kurt Krömer
3O, depressiv, MNeandertaler
In der zwecklosen Assimilation
An die Kultur der Römer

Du darfst nicht glauben was du denkst
Wieso eigentlich?
Weil es nicht du selbst bist,
wenn du dich hängst?

Eigentlich heiß ich Sascha,
spiele nur Krömer,
eigentlich krönt Mascha,
Nach dem Rennen ohne Ziel bis zur
Erschöpfung machst du dir Vorwürfe
Traue nicht den Gedanken
Ausdruck der Unterdrückung
Schöpfungen der Krone

Du darfst nicht glauben was du denkst, weil es nur ein Anteil
ist den du in Gedanken hängst

Zeitenwende heißt Übergang
Zögernd kommt
die Zukunft hergezogen
Und die Geister der Vergangenheit
kommen bei Immunschwächlichkeit
aus den Falten des Hirns aus den Ecken der Seele gebogen
Geist und Körper
Wie unten so oben

Und es ist ein langer Weg und du bist nicht allein und Reue reinigt und Tränen zu teiln, wer nicht krank ist
kann nicht heiln, deshalb schreib
ich dir als Neandertaler diese Zeiln

Zeitenwende, Epochenwände
Tätowierungen im erstarrten Zug
Wie heimlich ausgestreckte Hände
Im Hier-und-jetzt-Betrug

“Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen”
und die alten Gedanken kommen
gut genährt und ausgeschlafen um die Ecke gebogen, also renn!

Denn: “Ewig still steht die Vergangenheit” in Unbefangenheit
und ich rate dir nimm niemals
Geld von dem,
der dich nicht liebt,
sondern nur loslässt
oder hält, dem Herren der Welt

Ich hab den Zug verpasst
Packpacker-Mitnahmementalität
Musst noch mein Zeug
ins Auto bringen
Hab die obere Tür der Gast-WG zugezogen,
der Schlüssel war noch oben
“Zögernd kommt
die Zukunft hergezogen”
Ich ließ die Haustür offen
rannte hoch der Schlüssel steckte
von Außen
Wendezeit:
Ewig still ruht die Vergangenheit!

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Pfeilschnell ist das Jetzt verflogen,
Zögernd kommt
die Zukunft angezogen,
Ewig still steht die Vergangenheit

(Sprüche des Konfuzius)

Ein Mädchen mit dicken Rucksack, Silbernem Eichblatt um den Hals
und Wanderschuhn ließt Kurt Krömer
3O, depressiv, MNeandertaler
In der zwecklosen Assimilation
An die Kultur der Römer

Du darfst nicht glauben was du denkst
Wieso eigentlich?
Weil es nicht du selbst bist,
wenn du dich hängst?

Eigentlich heiß ich Sascha,
spiele nur Krömer,
eigentlich krönt Mascha,
Nach dem Rennen ohne Ziel bis zur
Erschöpfung machst du dir Vorwürfe
Traue nicht den Gedanken
Ausdruck der Unterdrückung
Schöpfungen der Krone

Du darfst nicht glauben was du denkst, weil es nur ein Anteil
ist den du in Gedanken hängst

Zeitenwende heißt Übergang
Zögernd kommt
die Zukunft hergezogen
Und die Geister der Vergangenheit
kommen bei Immunschwächlichkeit
aus den Falten des Hirns aus den Ecken der Seele gebogen
Geist und Körper
Wie unten so oben

Und es ist ein langer Weg und du bist nicht allein und Reue reinigt und Tränen zu teiln, wer nicht krank ist
kann nicht heiln, deshalb schreib
ich dir als Neandertaler diese Zeiln

Zeitenwende, Epochenwände
Tätowierungen im erstarrten Zug
Wie heimlich ausgestreckte Hände
Im Hier-und-jetzt-Betrug

“Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen”
und die alten Gedanken kommen
gut genährt und ausgeschlafen um die Ecke gebogen, also renn!

Denn: “Ewig still steht die Vergangenheit” in Unbefangenheit
und ich rate dir nimm niemals
Geld von dem,
der dich nicht liebt,
sondern nur loslässt
oder hält, dem Herren der Welt

Ich hab den Zug verpasst
Packpacker-Mitnahmementalität
Musst noch mein Zeug
ins Auto bringen
Hab die obere Tür der Gast-WG zugezogen,
der Schlüssel war noch oben
“Zögernd kommt
die Zukunft hergezogen”
Ich ließ die Haustür offen
rannte hoch der Schlüssel steckte
von Außen
Wendezeit:
Ewig still ruht die Vergangenheit!

©Daniel Baz, 17.06.22

Zitat zuerst gesehen Stadtpark Freiburg anno 2009; alles in Gänsefüßchen aus dem Abschnitt Auftaktvers von Schillers “Sprüche des Konfuzius”

Der Reim

“Man sieht nur mit dem Herzen gut,
Das Wesentliche ist für die Augen
unsichtbar”
Antoine de Saint-Exupery, Der Kleine Prinz, Kapitel 21, Die Weisheit des Fuchses, S. 71)

Du warst mir die Ordnung
In die Flucht geschlagen
Du warst mir das Banner
In des Himels Blau

Du warst mir das Gefüge
Ohne Frau.
Du die Sucht und Zucht
In der Gedanken Rasen

Du warst der Same der
Noch umentscheidbar
Ob Fluch oder Segen
Über mich kam
Wie Wind und Regen

Du kamst mir als das blaue Band des Lenz als starke Stimmung
Mit weiblicher Kadenz

Du warst die Schließe
Und die Öffnung wenn mein Blick verwirret war vom windigen Haar

Nun sitzt ich hier und meister
Im anvertrauten Garten
deine Kräuter und
Du schließt den Horizont
mir wie gewohnt

Doch wie denk ich frei, schreib ich’s auf endlich, wenn mir der Reim
ausbleibt? und macht offenerer Text nicht manchen Zusammenhang
leichter erkenntlich?

Erregtes Denken weckt dich doch, oh Dichtung, zum Beben brachtest du so manche Lichtung

Und wer dich im Ensemble zum tanzen bringt, ist einer der ein Drama singt, oder ein Trauerspiel das mehr den Aussichtspunkt fürs reine Rauschen, Beben als einen Felsen in der Brandung will

Und dann ist es Mörickes Mitternacht
Die ruhig besinnlich in meinen Furor kracht. Mit ihrer natürlich stark atmenden Sachlichkeit zeigt sie mir
Hebung und Senkung dichtender
Fachlichkeit

Denken das von der Tiefe des Topfes aus quillt und in das Strömen der Blau hinaus willt gleich gemessen in den
Wechseln der Wasser

Alexandriner oder Prokrustesbett
Zweischenklige Stromschnelle
Du siehst wohin du siehst//
Nur Eitelkeit auf Erden
Und Ordnungsrahmen die
überflutet werden
Von Dichtung gischtend

Reim rhythmischer Reim
Wenn du geboren bist musst
Du getanzet sein
Willst größre Formationen

Und wie du abstößt und anziehst
Wenn du ausbleibt schon anhebst
In neuen Kehlen, muss man dich nicht
mehr mit Worten fesseln mit
Auf- und Abs er-zählen

Wachse du Reim zu geselliger Größe:
Denn du selbt warst der Same, der keimende Sproß, der das Leben brachte, verklärte als Quelle sich in sein erhörtes Sehnen ergoß

Daniel Baz 16.03.+19.03.22 dem Frühling

Türmer und Schleuser

Ich seh in der Ferne,
Ich seh in der Näh,
Den Mond und die Sterne,
Den Wald und das Reh,
So seh ich in Allem
Unendliche Zier
Und wie mir’s gefallen
Gefall ich auch mir
Ihr glücklichen Augen
Was je ihr gesehen,
Es sei wie es wolle,
Es war dennoch schön
(Goethe, Auszug aus  Faust I )


DER SCHLEUSER

Ich seh in der Ferne
Ich seh in der Näh
Den Turm und die Wolken
Den Einbaum und die See

Ich seh auf dem Flusse
Ich seh in der Höh
Die sich türmenden Wolken
Den einsamen Türmer flussabwärts-Adee

Wohin ich auch schaue
ich komme
und geh
ob ich die Wolken sich türmen
oder das Licht freigeben seh

Wie die viertürmige Schleuse sich
öffnet für das große ahoi
Oder in stehender Stille sich schließt
Für die sanfteren Ströme belichtet stets neu

So seh ich im Fließen
und Einbaumruderfallen
Die Unendliche Schönheit
Des Alles in Allem

Ihr glücklichen Augen was je
Ihr gesehn
Ob Türmer ob Schleuser
Es war dennoch schön

(inspiriert von der Szenerie an der Donauschleuse zwischen Ulm und Thalfingen)

Alarmstufe Gelb

Die Schnecken fraßen die Sonnenblumen
Die Mücken schwärmen wie Heuschrecken

Alarm, Alarm, Alarm
Es war Nachts kalt und jetzt wird es wieder warm

In den Nachrichten Bilder von Bränden
Und Schwemmen ans Haus gefesselt
Der Menschheitshass grassiert
Nachteil: Kein Land zum Wegrennen

O Schreck, O Schreck
Endlich gut Wetter
Doch alles ist ausgebucht und
wir sind arm
O Schreck wir kommen hier nicht weg

Ich würde radeln oder trampen
Sie träumt von Geld
Bei ner Doku über das Campen

Es wird uns bald zu heiß
Weil ohne Güsse warm
Nur neue Nachrichten und
Und neue Sirenen
Und Urlaubsbilder von
Diesen und jenen

Keiner will noch Freiheit nur die Jungen lärmen, posen und pöbeln
Meine Seele ist niedergeschlagen
Auf der Straße ein Konvoi
Von wohnmobilen Wagen
Und ich steh mit dem Vorschlaghammer
vor den alten Möbeln
Meine Freundin übernimmt
Jetzt das Pöbeln

Neue Clubs höhere Zäune
Neue Migranten
Neue Schlagbäume
Und bei uns unerfüllte
Wanderträume

Alle wollen Sicherheit,
Viele nicht verstehen,
Das es anderen nicht
Gut geht nur weil
Sie auf Nummer sicher gehen

Der Lichtstrahl

Bei den Weingärten, im Nebel sucht das Licht seinen Weg bei den Weingärten

weiße Hühnchen und eine Hand voll Sand Oh sage mir wo diese Blume blüht wie liebst Du im Sonnenschein oh Strahl der Du auch im Licht leuchtest

Die fremden Tage der Unseeligkeit sind  nun vorbei und spielen mit der rollenden Zeit die doch nur ein Moment zugleich Unendlichkeit

Und die Frage dessen die auch Antwort ist stellt sich sogleich welche im Gegensatz

Kreuze die Zeit –  Liebe den Schlot des Vulkans Spring mit Gewissheit hinein Trage dein Bild mit Liebe – Geduld und Demut  mit ein.

©Björn Berger ’98