Vom Mahlstrom der Gedanken zur Quelle der Stille

DSC00332Die Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes e.V in Ulm eröffnet die Einführungskurse in ihren Weg und ihre Lehre immer mit einem öffentlichen Vortrag. Gestern ging es in dem auffällig sauber und hell erscheinenden Vortragsraum in der Karlstraße um „Die Kraft der Stille.“

Die Gastrednerin Frau Martin-Miocic aus Freiburg eröffnete den Vortrag mit einem Gedicht des Meisters der empfindsamen Dichtung Rainer Maria Rilke „Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.“Dieses Gedicht, welches ferner vom „Geräusch der Sinne“ als Hinderungsgrund für das Still- Werden spricht umreiße die Bedingungen der Stille, so Miocic. Nämlich erstens, dass der „unaufhörliche Mahlstrom der Gedanken in uns seinen zwingenden Einfluss“ verliere. Und zweitens, dass sich in dieser Gedankenstille ein Raum öffne um die Wirklichkeit so zu sehen wie sie sei. Frei nämlich von Anhaftungen an Emotionen, Gedanken an Schönes. Auf der anderen Seite aber auch frei von Abneigungen gegen Schlechtes gegenüber negativen Emotionen und Hässlichem.Die Herausforderung sei im praktischen Leben, dass sich die Stille nicht von selbst erschließe sondern „ertastet“ und „erarbeitet“ werden wolle, so Martin-Miocic. Äußere Stille sei zwar zunächst und zumeist die Bedingung für innere Stille, die innere Stille stelle sich aber nicht gleich beim Ausschalten der Stereoanlage ein. Vielmehr, so verdeutlichte die Vortragende in gewählten und deutlichen Worten, sei die „Stille ein Raum, eine Instanz, eine Dimension“, welche die voreingenommene Weltanschauung als Ganzes erneuere. Sie zeigte dann anhand von Zitaten auf, dass die Stille in früheren Weisheitsschulen, und das Rosenkreuz sieht sich als aktuelle Weisheitsschule, als Pforte zur Einweihung galt. So heiße es etwa bei dem Sufimeister Rumi: „Ganz im Geheimen sprachen der Weise und ich. Ich bat ihn: Nenne mir die Geheimnisse der Welt. Er sprach: Schweig… und lass dir von der Stille die Geheimnisse der Welt erzählen.“„…wenn das Geräusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen“ deutet Rilke im vierten Vers seines Stille-Gedichtes, das Hindernis auf dem Weg zur Stille an: es ist die eigene Wahrnehmungs- Denkungs- und Empfindungsweise.

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Die Stille als Sehnsuchtsort der Gottessucher

Die Stille sei eine „geistige Energie, ein Licht, ein Klang“, so Miocic weiter und diese geistige Kraft suche Kontakt zum Inneren des Menschen. Dabei gehe es um die Fähigkeit mit dieser Frequenz zu schwingen. Resonare bedeute zurücktönen, zurückschwingen, antworten.Die Methode dazu sei es leeren Raum zu schaffen in dem der Urklang dann erklingen kann. Wenn man dieses Räsonieren vermöge spüre man immer deutlicher das das innerste Wesen nicht zur Welt gehöre, sondern zum Absoluten, zum Ozean des Seins. Dann sei die Stille des Herzens zur Brücke des Ewigen geworden. Und das ewige, unerschütterliche und über allem ruhende Prinzip, sei die Quelle nach der es den Gottesucher dürste. Hier endete der Vortrag.

Es geht darum alles lieb zu haben

Im nachfolgenden Stuhlkreis fasste ein Diskutant den Inhalt des Vortrages noch einmal zusammen. Stille heiße Neutralität, in stiller Beobachtung hafte man nicht mehr am Schönen an und lehne das Hässliche nicht mehr ab, vielmehr lasse man beides sein und könne so beides als Teile eines tieferliegenden stillen Ganzen liebhaben.Viele schöne Beispiele aus den reichen Erfahrungsschätzen der Anwesenden wurden nun auf bereichernde Weise ausgetauscht. In dem Roman „Momo“ gebe es zum Beispiel eine Stelle wo Momo erst weiter komme als sie aufhöre den Strom steuern zu wollen, sie sich ihm also ganz hingebe. Auch sei die Stille wie ein leeres Blatt, welches einem jeden Morgen bei Erwachen geschenkt werde. Eine unberührte Reinheit, die zugleich ein Geburtenschoß für alle möglichen Manifestationen sei. Die Stille sei ebenso die Warte in der Selbstanalyse möglich werde, man könne in ihr ohne Wertungen neben sich treten und ansehen was sei.Ein Mann im roten Pulli sagte Stille könne man nur in Abgeschiedenheit erfahren, weil einen in der Welt zu viele Reize davon abzögen. Ein anderer Zuhörer knüpfte daran an. „Die Stille habe früher sicher viel mit Rückzug zu tun gehabt, heute dürften wir aber selbstbestimmt handeln. Die Stille sei in allen Tönen der Hintergrund, er übersetze sie gerne als Frieden, deshalb könne und solle man der Stille gerade auch im Getöse der Welt eine Stimme verleihen. Aber, und das sei grundlegend, so argumentierte er mit einem Zitat einer Großmeisterin der Rosenkreuzer: „Man kann kein Rosenwasser in eine Heringsdose füllen.“ Ähnlich wie beim achtfachen Pfad des Buddha bedürfe es auch auf dem rosenkreuzerischen Pfad einer umfassenden Reinigung von Gedanken, Gefühls- und Willensleben, welche eine Lebensaufgabe sei.

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Wer mehr über Lehre und Weg der Rosenkreuzer im Raum Ulm erfahren will hat in nächster Zeit zwei Möglichkeiten:

Am Dienstag 10.04.2018 beginnt im Vortragsraum in Ulm in der Karlstraße 37 um 20 Uhr der vierwöchige Einführungskurs: Die ewige Weisheitslehre Der Weg der Rosenkreuzer heute

Am Mittwoch 18.04.2018 um 20 Uhr gibt es an selber Stelle ein weiteren rosenkreuzerischen Vortrag zum Thema: Das Ulmer Lilienfries- sein Geheimnis- seine Botschaft

Bei Kurs wie Vortrag ist der Eintritt frei, Parkplätze sind vorhanden

Ein Vorbild spricht

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„Wir leben auf einem Planeten, und wir sind eine Menschheit.Es gibt zwei Wege zu dieser Einsicht zu gelangen und entsprechend zu handeln- entweder durch Vernunft oder durch die Angst vor einer unvermeidlichen Katastrophe, wenn die Menschheit tatsächlich am Abgrund steht. Geht man den zweiten Weg, so läuft man Gefahr, es im allerletzten Moment doch nicht mehr zu schaffen, zurückzutreten. Ich glaube fest daran, dass meine Mitbewohner des Planeten Erde genug Kraft aufbringen werden, sich für den ersten Weg zu entscheiden.”

Michael Gorbatschow in “Ein Appell von Michael Gorbatschow an die Welt

Kommt endlich zur Vernunft – NIE WIEDER KRIEG” –

Gottesdienstformen: Osternachtsgottesdienst in der Klosterkirche zu Blaubeuren

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Es ist 4.55 Uhr, durch den Eingang des Klosters in Blaubeuren bin ich dessen Kreuzgang gelangt, neben mir tut sich ein düsterer Eingang auf, nach hundert Metern ein weiter, wo muss ich hin? Ich folge einem Mann, plötzlich biegt dieser in den nächsten dunklen Eingang ein. Ich höre denn starken Hall des Raumes, nach und nach zeichnen sich Silhouetten von Menschen ab, die in aufwändig geschnitzten thronartigen Stühlen sitzen. Es ist kalt, und ich spüre die Kälte, als ich mich setze langsam meinen Körper durchsuchen. Während ich versuche rauszufinden, wo die roten Decken sind, die meine Gegenüber sich um den Unterleib gewickelt haben hebt eine Stimme an, deren Licht es etwas heller macht :

“Wir kommen aus der Nacht. Es ist die Nacht, in der Jesus verraten wurde, gefangen genommen, verhöhnt, gefoltert, verspottet. Es ist die Finsternis, die hereinbrach in der Todesstunde Jesu, als er am Kreuz hing und schrie: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Als ich merke, dass es keine freien Decken mehr gibt entscheide ich mich meine Jacke auszuziehen um wenigstens einen warmen Hintern zu haben. ” Es ist die Nacht der Verzweiflung.Frauen und Männer, die Jesus nahestanden, mussten ihn zu Grabe tragen.Es ist die Nacht, in der alle Hoffnungen begraben sind, lähmendes Entsetzen sich breit macht. Es ist die Dunkelheit, in der uns das Angesicht Gottes verhüllt erscheint. Und niemand ist da, der uns tröstet.Es ist die Nacht, die uns den Lebensmut nimmt, die Nacht in der wir gewahr werden, dass wir sterben müssen.”

Dann kehrt wieder Stille ein. Obwohl das evangelische Jugendwerk und die Kantorei Blaubeuren die Liturgie seit 25 Jahren zelebrieren, spürt man keine Differenz zwischen dem uralten Klosterchorgestühl und dem Geist den die langsam entzündeten Lichter, die Texte und die kontemplativen “Besitzer” des Chorgestühls in die sich gemessen erhellende Dunkelheit verströmen.Nun beginnt die “Lichtfeier” die selbe Männerstimme erinnert nun an die erste Schöpfung auftsteigend aus dem “Dunkel des Grabes.”

Dann zitiert eine Frauenstimme die ersten Worte der Bibel, den Schöpfungsbericht aus 1.Mose 1. Der Schlüsselsatz nach der Beschreibung der schier unerträglichen Gottesferne durch die männliche Stimme war: “Und Gott sprach es werde Licht.” Nach dem Gott Finsternis von Licht geschieden hatte, sangen die mit einen Textblatt versorgten Beigwohnenden das den Herrn heiligende “Kyrie Eleison”. Nach abermaliger Stille verlaß eine Frauenstimme nun das Gebet eines zwischen Finsternis und Licht befindlichen, nämlich des Kirchenvaters Augustinus. Seine inniges Gebet an die Wahrheit kulminierte einem Beschluss und einer Bitte: “Nicht ich will mein Leben sein; böse habe ich gelebt aus mir und bin mir selbst zum Tode geworden.Nun aber lebe ich auf in dir. Sprich zu mir, rede du zu mir.” Nach dieser Entscheidung schien das Mysterion des Osterlichtes schon etwas stärker in den kalten alten hohen Saal.

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“Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages.

Die Mitte der Not ist der Anfang des Lichtes.”

So verlautete es in den ersten Versen in  hoffnungsfroher Kongruenz mit der äußeren Situation.

“Dies ist die Nacht in der Christus von den Toten erstand.

In dieser Nacht wandte er unser Geschick.”

So stellten die letzten Verse die weltheilsgeschichtliche Dimension dieser Geistgesetzlichkeit verbunden mit dem Licht Jesu Christi heraus.

Auf diese vom demütigen Menschen im Hier und Heute ausagierte Wende der Weltgeschichte folgte ein österlicher Lobgesang.

In der ausgeklügelten Liturgie wurde nun durch die Lesung im zweiten Mose, die Verbindung zwischen dem Volk Israel und seiner Befreiung aus der Gefangenschaft der Ägypter, welche die Israeliten mit dem Passah-Fest feierten mit der Erlösung durch Jesu Selbstopfer, gefeiert durch das Abendmahl angedeutet.

Mit dem  historischen Dokument, dem gemeinsamen Gesang von “Laudate omnes gentes”, den Osterlichtern und dem enthusiastischen Lobpreis des Psalmes 30 waren der geistige, der seelische und der körperliche Boden für die Osterbotschaft gelegt.DSC00415

Glanzvoll erhob sich nun Gebet und Lied für den Auferstandenen. “Dein neues Leben, Christ strahle über uns wie die Sonne am Morgen.(…)Mach die Finsternis unserer Herzen hell! Schaffe uns zu deinem Ebenbild! In deinem Licht sehen wir das Licht! Amen.”

Auf diese Huldigung folgte nun der die biblische Erzählung vom Emmausgang(Luk 24, 25-35), auf dem seine Jünger den auferstandenen Jesus zunächst nicht erkannten und Jesus erst durch das Brechen des Brotes am nächsten Tag durch seine Jünger erkannt wurde. Im Kapitesaal, wo einst die Benediktinermönche sich mit einem Kapitel aus ihrer Ordensregel beginnend versammelten fand man sich zum singenden Pilgerschritt. Jeder fasste den Vordermann an der rechten Schulter und dann erfuhr man rhythmische Gemeinschaft im Takt von drei Schritt vor und einen zurück.

Um ein  Kreuz aus lichtern herum saß man nun, noch immer nicht an die Kälte gewohnt und hörte den wundervollen alles nocheinmal rekapitulierenden Segen eines unvergesslichen Ostermorgenrituals:

Der Gott der Hoffnung erfülle uns mit Freude und Frieden,

die Liebe des Gekreuzigten,

die Macht des Auferstandenen

und die Gegenwart des lebendigen Herren

sei mit uns allezeit

Amen

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Gottesdienstformen: Das unangetastete Abendmahl

DSC00392Rund 120 “Zeugen Jehovas” und Gäste versammelten sich am Samstag den 31.03.2018 zur alljährlichen “Feier des Todes Jesu” im Königreichssaal in Laichingen. Auf der ganzen Welt, so eröffnete der Sprecher, seien heute in 120000 Versammlungen 12000000 Millionen Menschen in Königreichssälen zu dieser Feierlichkeit versammelt. Die zwei Publikumsmikrofone von gestern waren nun 5 Weingläsern und  5 Tellern mit Broten gewichen. Und alle “Unwissenden” waren gespannt auf das besondere Abendmahlritual der Zeugen Jehovas. Eines hatte sich nicht verändert, alle “Zeugen” hatten in irgendeiner Form ihre Bibeln dabei und wurden bei jedem der zahlreichen Bibelzitate zum Mitlesen aufgefordert. Das erste Gebet, ein Dankesgebet, hob sich durch den Fokus auf Jehovas Leiden bei der Opferung Jesu ab, anstatt des üblichen Fokus auf den Dank für das Leiden, welches Jesus in der Karwoche auf sich genommen hatte. Dann begann Bruder Florian Schwanzara das Abendmahlsritual mit der Bibel herzuleiten. Erst las er Lukas 22,19 und 20 wo Jesus die zwölf Jünger auffordert Wein und Brot zu seinem Gedächtnis zu essen, nach dem Beispiel dieses letzten Abendmahles.DSC00397 Dann belegte er mit Römer 5,12, dass “durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist” und mit Römer 5,19, dass durch “die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen[sei], die zum Leben führt.” Jesus sei aber mit Hebräer 2.9 “durch die Leiden des Todes “gekrönt mit Preis und Ehre.” ” Ruhig und einfühlsam, wie einer der das Leid das er beschreibt nachgefühlt hat betonte Schwanzara “Jehova zahlte den Höchstpreis seines Sohnes, weil er die Menschen liebt.” Dann wurde er wieder bibelwissenschaftlich und wieß auf die 144000 hin, von denen wohl die meisten die “Zeugen Jehovas” kennen. Offenbarung 14,1 berichte von der Vision des Propheten Johannes, in der er Einblick in den Himmel bekommen habe. Die 144000, so berichtet der Vers, standen mit dem “Lamm” auf dem “Berg Zion” und “hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn.” Daraus leitete er ohne weiter Bibelbelege ab, dass die 144000 eine besondere Beziehung zu Gott hätten, nur sie hätten eine himmlische Hoffnung. Und nur sie seien befugt vom Brot und vom Wein zu nehmen. Die 144000 spürten intuitiv, dass sie dazugehörten.

Irdische und himmlische Paradieseshoffnung

Gott habe aber nicht nur die himmlische Paradieseshoffnung verkündet, sondern auch eine Irdische. Man solle sich beispielsweise vorstellenwie es wäre, wenn Jesaja 65, 25 einträte: nämlich das alle wilden Tiere gezähmt wären,  oder Jesaya 23, dass niemand mehr von Arbeitgebern ausgebeutet würde. Die genaue Stelle wo steht, dass dies Aussichten auf den Himmel auf Erden sind lieferte er nicht. Jesaja 65,17, spricht zumindest von einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Der Vater des Prediger,Heinrich Schwanzara,  sprach nun zum Beginn des Rituales das Gebet für das Brot.

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Die “Zeugen Jehovas” verwenden unverschnittenen ungewürzten Wein und ungesäuertes Brot für ihre “Gedenkfeier an den Tod Jesu”. Sie lehnen die magische Transsubstantion der “Symbole” ab. Wie das Wort schon sagt sehen sie die Speisen nur als Symbole um sich an Jesu und Jehovas Opfer zu erinnern.Sie lehnen auch den heilsamen Charakter des Abendmahles ab, da nur der Glaube an Jesu nicht aber Rituale heilsam seien.

Währenddessen, reichten “Schüler” wie Gäste das ungesäuerte Brot umher, ohne es anzutasten. Florian Schwanzara hatte schon angedeutet, dass unter den Anwesenden vielleicht gar keiner aus der “kleinen Herde” der 144000 sein würde. Ein kleines schrie laut und lang und auch meine Hand zuckte etwas bei dem Anblick des knusprigen Brotes. Und mein Geist schwankte zwischen “Unser tägliches Brot gib uns heute.” und  “(…)führe uns nicht in Versuchung(…). Als das Brot von den nicht jungfräulichen unangestastet zurück zur Stelle wo sonst die Mikrofone liegen gewandert war, stimmte Manuel Melone das demütige Gebet für den Wein an.Darin bittete er für die “Gesalbten”, dass sie “treu” bleiben sollten. Und nun wanderte der Wein durch die Gemeinde und auch der Versuchung sich mit diesem “Lieblingsgetränk Jesu?” zu stärken widerstanden alle. Zum Abschluss wurde wieder mit der Bibel belegt, dass man sich im Namen Gottes regelmäßig versammeln solle, alle, insbesondere die Gäste seien dazu herzlich eingeladen. Auch gebe es kostenlose Bibelkurse von den “eifrigen Bibelforschen.”

Wer diesem Angebot nachkommen will kann jeden Sonntag um 9.30 Uhr zu der Zusammenkunft der “Zeugen” im Königreichssaal in der Gartenstraße 22 dazustoßen.Wenn ihr wo anders wohnt gibt es Infos zum nächsten Königreichssaal in eurer Nähe unter JW.org

 

 

 

 

 

Das Abendmahl bei den “Zeugen Jehovas”

DSC00313Da mir der katholische Pfarrer gerade leider abgesagt hat, dass ich von der “Feier der Osternacht” in Laichingen heute abend berichten darf, gehe ich wieder nach nebenan zu den “Zeugen Jehovas”. Die Vorrecherche und der erste Kontakt mit ihrer Gottesdienstpraxis gestern bieten vielleicht die Möglichkeit eines tieferen Einstieges heute abend.Vom evangelischen Abendmahl habe ich bereits berichtet und auch viel Kritik an den “Zeugen Jehovas” ist mir im Laufe der Arbeit an dem Bericht über ihre Gottesdienstform begegnet. In mir ist immer noch die Frage warum sie andere Christen  missionieren wollen. Einem Bekannten ist das Wort “Wachturm” unangenehm aufgestoßen, dass ist der Name ihrer Zeitschrift. Auch verteilen sie eine Bröschüre mit dem Namen “Was lehrt die Bibel wirklich”? Das sie einfrig in der Bibel forschen kann ich jetzt aus eigener Erfahrung bezeugen.Warum aber meinen sie es aber anscheind besser zu wissen als andere Christen. Warum  feiern sie nicht Ostern? Diese  Fragen und noch mehr habe ich vor dem Besuch “der jährlichen Gedenkfeier zum Tode Jesu” heute abend um 19.30 Uhr im Königreichssaal in der Gartenstraße 22 auf dem Herzen. Die “Zeugen” haben vorab 8000 Einladungen an den Türen in der Region abgegeben und auch auf diese Begegnung mit Gästen bin ich gespannt. Und ich sorge mich  natürlich für den nächsten Bericht vom “evangelischen Osternachtgottesdienst im KlosterDSC00313 Blaubeuren” am Sonntag um 5 Uhr morgens zu wenig Schlaf zu haben. Aber wie hörten wir gestern “Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.”(Matth.25,13)

 

Gottesdienstformen: Eifrige Bibelforscher, die Zeugen Jehovas

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So sieht das “Alte Kino” in der Gartenstraße 22 im Jahre 2018 aus. Es hat als Königreichssaal 120 Plätze und wöchentlich kommen Leute aus Bad Ditzenbach, Deggingen, Blaubeuren, Merklingen, Blaubeuren und natürlich auch Laichingen zu Zuammenkünften und Diensten der Zeugen Jehovas dort hin

 

Die Zeugen Jehovas nennen ihre Gottesdienste Zusammenkünfte und Uli Pillkahn hat mir gesagt, dass die allfreitägliche Zusammenkunft repräsentativer für den Geist seiner Vereinigung sei als die Veranstaltung für Gäste morgen. Das Wort Ostern kommt bei den Zeugen Jehovas nicht vor. Uli meint das knüpfe an eine heidnische Tradition an. Andererseits wollen sich die „Zeugen“ nächsten Freitag mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem jüdischen „Passah-Fest“ und dem christlichen Abendmahl beschäftigen. „Das Alte Kino“ mit seinen abgestuften Rängen und zwei tragbare und zwei feste Mikrophone lassen, als sich der Saal füllt, eher auf eine Podiumsdiskussion schließen, als auf das was ich bisher an Gottesdienstformen zu Gesicht bekommen habe. Nach dem einstimmenden Lied „Bleibe wachsam“ ,bei dem mich die technisch eingespielte Musikbegleitung überrascht, beginnt Elmar Schulz mit dem ersten Beitrag. Elmar Schulz bin ich vor einer Woche auf dem Markt begegnet, er hat den Kontakt zu Pillkahn gemacht und den Bericht angeleiert. In seinem Beitrag geht es um den Bibeltext der für alle circa 100 Anwesenden im „Alten Kino“, das jetzt Königreichsaal genannt wird zur Vorbereitung auf der Webseite JW.org hinterlegt ist. Und nicht nur für diese, alle 8457107 „Zeugen“ auf der Welt studieren wöchentlich den gleichen Text. Uli der mit seiner Frau Gaby acht Jahre in Südamerika war, bestätigt, dass sie frisch aus dem Flugzeug gestiegen, in Argentinien direkt weiter an ihren Fragen zu aktuell zu studierenden Bibeltexten weiter arbeiten konnten.

Gottesdienst als interaktive Schulung am Wort Jehovas

DSC00386Wachsamkeit wird heute Thema der zweistündigen hochkonzentrierten Sitzung sein. Schulz eröffnet seine Gedanken zu dem Gleichnis Jesu von den fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen. Schon im Kapitel vorher(Matth. 24, 32-51) hatte Jesus an die Schläfrigkeit der Menschen vor der Sintflut erinnernd zur Wachsamkeit gemahnt. Als Schulz den Text vorliest, lesen manche der „Zeugen“ im Tablet, manche im Paper, mein Nebensitzer Pillkahn hat eine Bibel auf den Schenkeln, die voll ist von Unterstreichungen, Umkringelungen und Randnotizen ist. Ich fühle mich wie in einem Lektürekurs an der Universität und erinnere mich, dass Pillkahn mir vorab erzählt hatte, dass die „Zeugen Jehovas“ zu Beginn „ernsthafte Bibelforscher“ hießen. „Die umsichtigen Jungfrauen sind wachsam“, so rekapituliert Schulz die Essenz, die er aus dem Text gezogen hatte; „(…) sie verzichten auf die vielen materiellen Vorteile in Satans Welt und lassen sich als Lichtspender,[anders als die törichten Jungfrauen] nicht durch eine vermeindliche Verspätung des Bräutigams aus der Ruhe bringen.“ Das Öl, welches die umsichtigen Jungfrauen den törichten Jungfrauen verwehrten, stehe dafür, dass „niemand für uns wachsam sein könne“, das liege in unserer eigenen Verantwortung, interpretierte Schulz. Der schulische Eindruck von der Zusammenkunft erhärtet sich noch als Edwin Jersak nach der Lesung seiner Bibelstelle in die Runde fragte: „Warum solle man vor den Ältesten, den Leitern der Gemeinde Respekt haben ?“ Als sich seine Frau meldete erhob sich Lachen in der familiären Runde. Danach bildeten sich zur nächsten Bibellesung zwei Gruppen, eine begab sich in den Nebenraum, in dem es auch eine Bibliothek gibt.DSC00382

Glaube und Werke zeichnen die „Zeugen Jehovas“ aus

Das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden im Matth. 25, 14-30 weiße darauf hin, dass man sich in den letzten Tagen eifrig am Predigtwerk beteiligen solle. Das der Knecht, der weniger aus den anvertrauten Pfunden gemacht habe und der der mehr daraus gemacht habe, gleich belohnt würden, deute darauf hin, das es Jehova nicht um das Ausmaß der Talente gehe, sondern um die Anstrengung etwas daraus zu machen, deutete Jersak. Es wurden auch Szenen aus Hausbesuchen nachgespielt und durch Älteste und Plenum evaluiert. Besonders interessant war aber der Beitrag von Heinrich Schwanzara der sich mit der Optimierung der Willkommensatmosphäre beim morgigen „Gedächtnismahl an den Tod Jesu“ beschäftigte. 8000 Leute seien in der Region von Tür zu Tür eingeladen worden. Man könnte beispielsweise, wegen der ungünstigen Parkplatzsituation weiter weg parken, so das Besucher die vielleicht später kämen noch einen Parkplatz hätten. Außerdem wollen sie mit den Gästen gerne ins Gespräch kommen. Warum sie meinen sie müssten andere Christen zu ihrem eigenen Glauben bekehren wurde noch nicht ganz klar. Die Vermutung nach dieser ersten Begegnung ist, dass sie eben wie viele christliche Kirchen vor ihnen und noch heute eschatologisch ausgerichtet sind, sich also in „den letzten Tagen“ auf die Wiederkunft Christi vorbereiten. Diese Vorbereitung des gläubigen Christen hat beispielsweise der evangelische Pfarrer Knöppler in seinem „Karfreitagsgottesdienst“ durchaus auch angedeutet, wenn auch nicht so stark betont.

Nicht nur wer mehr über die Ablehnung der Zeugen Jehovas gegenüber Osterbräuchen und über die Anzeichen, welche die Zeugen Jehovas für „die letzten Tage“ haben wollen wissen möchte, ist von den laichinger „Zeugen Jehovas“ am Samstag 31.März um 19.30 Uhr in den Königreichsaal in der Gartenstraße 22 in Laichingen zur „jährlichen Gedenkfeier an den Tod Jesu eingeladen“, der Eintritt ist frei, es werden keine Geldspenden eingesammelt.

Weitere Infos unter:  JW.org

Gottesdienstformen: Karfreitag Sich nicht zufrieden geben mit der Welt wie sie ist

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Der Altar in der evangelischen Kirche in Ennabeuren. Darübergehängt ist das Parament zum Karfreitag. Paramente sind meist aufwendig gestaltete Textilien, welche die verschiedenen Phasen im Kirchenjahr symbolisch darstellen.

 

 

Im Gottesdienst am Karfreitag in der Kosmas und Damian Kirche in Ennabeuren waren viele Teilnehmer schwarz gekleidet. Nach der Eröffnung des Osterwochenendes am Gründonnerstag, steht auch am Karfreitag, kar kommt vom altdeutschen Wort für Trauer, das Gedenken an Jesu Leidensweg zentral. Ein weißes Kreuz überlagert von einem weißen Kelch vor dem Hintergrund stehen auf dem Parament, welches über die Kanzel gehängt ist. Das erste Lied das an die Kirchenwand projiziert wird heißt „Herr stärke uns dein Leiden zu bedenken.“ Und zum ersten Mal in der Passionswoche ließt Pfarrer Knöppler aus der Stelle beim Evangelisten Johannes über die Kreuzigung Jesu. Der Verrat und die Verurteilung Jesu und auch sein Kreuzesleid, bekommen für denjenigen der glaubt, mit dem berühmten Ausruf Jesu „Es ist vollbracht“ eine ganz neue Dimension. Jesu lässt mit seinem Einwilligen in den Willen Gottes am Kreuz den alten Bund, der das Passah-Fest feierte und einen Hohepriester als Mittlerzwischen Gott und Mensch brauchte hinter sich. Im Mittelalter hätten die Heiligen die Rolle des Mittlers gehabt, so Knöppler, da die Katholiken an eine Erlösung durch Werke glaubten.Wie in der Welt ein Sondergesandter der UNO geschickt werde um zwischen „verfeindeten Volksgruppen“ zu schlichten, so sei Jesu in die vergiftete und sündige Welt gekommen um mit seinem Tod und seiner Auferstehung eine lebendige Brücke zwischen Gott und Welt zu bauen. Durch Jesu Opfer sei aber die Bindung an die Sünde, also die Gottesferne aufgelöst worden und zugleich die „Bindung zu Gott“ neu geknüpft.Es gäbe da einige Missverständnisse, so Knöppler: zum Beispiel, „dass Gott erst Blut sehen müsse um vergeben zu können oder, dass Jesus ein Menschenopfer Gottes sei. Dies sei falsch, gerade von dem Menschensohn gab es eine freie Entscheidung zum Opfer aus Liebe zu den Menschen. Er bat einerseits in innerer Anfechtung in Gethsemane vergeblich um die Hilfe seiner Jünger. Und bittete als leidender Mensch wieder und wieder seinen himmlischen Vater den Kelch der Marterung zum Tode doch an ihm vorbeigehen zu lassen. Doch sein göttlicher Anteil überwand seinen menschlichen Unwillen, so das er im Anschluss an seine Bitte sagte: „…doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“(Matthäus 26,39).

Mehr als eine Gedächtnisfeier für einen längst Verstorbenen

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Der Tod Jesu sei mehr als das „bedauerliche Ende eines guten Menschen“, er tilge die Sünde. Es sei aber zugegebener Maßen eine große Aufgabe daran zu glauben, dass Jesus auferweckt wurde und wiederkomme, so wie die Gemeinde im “Nizänischen Glaubensbekenntnis” zuvor bekannt hatte. Doch nicht die eigenen „berauschenden Geistesgaben“ machten die Lebendigkeit des Glaubens aus, so betonte der Pfarrer, sondern gerade das Warten und Hoffen. Schon im Hebräerbrief, der den alten und neuen Bund beschreibt, also hundert Jahre nach Christi Tod, sei es den Christen schwer gefallen noch an die Wiederkunft Jesu zu glauben, wie schwer sei das nun 2000 Jahre danach, fragte sich der Pfarrer. Ein Evangelium so meinte er aber mahnend, dass nur auf „unser Wohlgefühl“ aus sei „täusche“ und „enttäusche“ uns. Das Evangelium mit dem „Mittler Jesus Christus“ im Zentrum weise uns den Weg zu Gott. Ein Christ gebe sich nicht zufrieden mit der Welt wie sie ist, insistierte Knöppler. Weil Christus gekreuzigt und auferstanden sei und wiederkomme, könnten wir „fröhlich leben“ und „getrost sterben.“ Zum Abschluss dieses eindrücklichen Karfreitagsgottesdienstes an dem auch Brot und Wein geteilt wurden sang die Gemeinde: „Wir danken dir Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist.

Gottesdienstformen

Die Zeugen JehovasDSC00313Die “Zeugen Jehovas” haben in Laichingen vor Jahrzehnten das “Alte Kino” zu ihrem Königreichsaal, also ihrem Gotteshaus, umgebaut. Sie lehnen die Anknüpfung an alte heidnische Traditionen wie an das Ostara-Fest an Ostern und an die germanischen Windersonnwendsfeiern an Weihnachten ab. Bei ihnen gibt es so erzählt mir Uli am Samstag Abend dafür eine, wie er meint genau  auf den biblischen Tod Jesu zurückdatierte “Gedenkfeier an den Tod Jesu”. Die Besuche dieser Veranstaltungen versprechen genau wie die gemeinsamen Besprechungen von Bibeltexten und Artikeln der Zeitschrift der Zeugen Jehovas immer Freitags, einige neue Gottesdienstformen zu eröffnen.

Gottesdienstformen: Erinnerung an das Blut des Bundes in Blaubeuren

Wie schon am Dienstag und am Mittwoch fand im Chor der Stadtkirche in Blaubeuren am Gründonnerstag eine Gottesdienst statt. Der Name Gründonnerstag hat laut Dekan Schwesig, der den Gottesdienst leitete nichts mit der Farbe Grün zu tun, sondern komme vom althochdeutschen Wort „greinen“ , das mit dem Wort weinen verwandt sei und die Trauer über Jesu Verrat ausdrücke.

In der evangelischen Kirche in Blaubeuren ist es Tradition das die Gemeindräte die Gottesdienstbesucher begrüßen und mit Gesangbüchern versorgen. Als die Kirche eingeläutet wird und die Menschenströme langsam abebben und Ruhe auf den Bänken einkehrt wiegt sich die anatomisch detaillierte Jesusgestalt an ihrem Kreuz leicht im Wind hin und her. Der Organist Michael Hauser beginnt ein besinnliches Vorspiel an der leisen meditativen Orgel.Dekan Schwesig

fragt sich zu Beginn was an dieser Nacht vor der Hinrichtung Jesu anders sei. „Vor uns ist die Nacht des Verrats und das Kreuz an dem Jesus das Leben lies“ sagt er mit voller Stimme. In der Nacht vor seiner Hinrichtung hat Jesus anknüpfend an die jüdische Tradition des Pessachfestes wo die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Gefangenschaft gefeiert wird, seine Jünger zum Abendmahl gerufen.

Jesus als das letzte Opfer

In dieser Nacht gibt es für die Juden nur ungesäuerte Brote und bittere Kräuter, so hatte Schwesig auch Jesus von Kindesbeinen an gelernt. Schwesig erzählte nun die Geschichte der Einsetzung des Abendmahles durch Jesus nochmals. Das er sich mit den 12 Jüngern zum Abend setzte und wie er ankündigte das einer der Jünger ihn verraten werde. Als Judas ihn fragte ob er er sei,sprach Jesus:“Du sagst es.“ Danach teilte er mit den Zwölfen das Brot und den Wein. Schwesig erinnerte daran das nicht nur Judas, sondern auch Petrus seinen angeklagten Meister im Folgenden verraten hat. Der Menschensohn sollte dann ganz allein die Marter der Kreuzigung erleiden müssen, bis er, am Ende seiner eigenen Kräfte Gott fragte ob er ihn verlassen habe. Auch Moral und Ethik sollten beim Gericht der Welt gegen den Sohn Gottes gegen ihn gewendet werden. Doch jetzt beim Abendmahl hätten die Jünger Jesu Nähe in ungekannter Intensität gespürt und wussten, laut Schwesig, dass er, sein Fleisch und sein Blut, von nun an immer bei ihnen sein würden. Im Gottesdienst wurde das Rituale des Abendmahles in Form des Herrenhuther-Mahles nachvollzogen, dass heißt Brot und Wein kamen, für Alte angenehmer, direkt an die Bänke. Die Erfahrung des Sakramentes des Abendmahles beschreibt vielleicht am besten ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium: „Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.(Johannes 6,35). Als der Dekan bei dem mit Orgel begleiteten Ritual als letzter trank läutete die Glocke drei mal hell.Dann sangen alle gemeinsam „Lobe den Herrn meine Seele und seinen heiligen Namen was er dir gutes getan Seele vergiss es nicht Amen.“ Denn jetzt war klar geworden, dass der morgige „Karfreitag nicht das letzte Wort hat“, wie Schwesig formulierte, sondern das „Brot und Kelch ein Zeichen der Freiheit“ sind, die Jesus uns durch sein Opfer bereitet hat, „vergossen(…) für viele zur Vergebung der Sünden.“

Wer im Gottesdienst in einer besonderen Situation auf die andere Seite der Passion Christi schauen will der sei hingewiesen auf den Osternachtgottesdienst am Ostersonntag um 5 Uhr morgens in der Klosterkirche Blaubeuren