Das Abendmahl bei den “Zeugen Jehovas”

DSC00313Da mir der katholische Pfarrer gerade leider abgesagt hat, dass ich von der “Feier der Osternacht” in Laichingen heute abend berichten darf, gehe ich wieder nach nebenan zu den “Zeugen Jehovas”. Die Vorrecherche und der erste Kontakt mit ihrer Gottesdienstpraxis gestern bieten vielleicht die Möglichkeit eines tieferen Einstieges heute abend.Vom evangelischen Abendmahl habe ich bereits berichtet und auch viel Kritik an den “Zeugen Jehovas” ist mir im Laufe der Arbeit an dem Bericht über ihre Gottesdienstform begegnet. In mir ist immer noch die Frage warum sie andere Christen  missionieren wollen. Einem Bekannten ist das Wort “Wachturm” unangenehm aufgestoßen, dass ist der Name ihrer Zeitschrift. Auch verteilen sie eine Bröschüre mit dem Namen “Was lehrt die Bibel wirklich”? Das sie einfrig in der Bibel forschen kann ich jetzt aus eigener Erfahrung bezeugen.Warum aber meinen sie es aber anscheind besser zu wissen als andere Christen. Warum  feiern sie nicht Ostern? Diese  Fragen und noch mehr habe ich vor dem Besuch “der jährlichen Gedenkfeier zum Tode Jesu” heute abend um 19.30 Uhr im Königreichssaal in der Gartenstraße 22 auf dem Herzen. Die “Zeugen” haben vorab 8000 Einladungen an den Türen in der Region abgegeben und auch auf diese Begegnung mit Gästen bin ich gespannt. Und ich sorge mich  natürlich für den nächsten Bericht vom “evangelischen Osternachtgottesdienst im KlosterDSC00313 Blaubeuren” am Sonntag um 5 Uhr morgens zu wenig Schlaf zu haben. Aber wie hörten wir gestern “Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.”(Matth.25,13)

 

Gottesdienstformen: Eifrige Bibelforscher, die Zeugen Jehovas

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So sieht das “Alte Kino” in der Gartenstraße 22 im Jahre 2018 aus. Es hat als Königreichssaal 120 Plätze und wöchentlich kommen Leute aus Bad Ditzenbach, Deggingen, Blaubeuren, Merklingen, Blaubeuren und natürlich auch Laichingen zu Zuammenkünften und Diensten der Zeugen Jehovas dort hin

 

Die Zeugen Jehovas nennen ihre Gottesdienste Zusammenkünfte und Uli Pillkahn hat mir gesagt, dass die allfreitägliche Zusammenkunft repräsentativer für den Geist seiner Vereinigung sei als die Veranstaltung für Gäste morgen. Das Wort Ostern kommt bei den Zeugen Jehovas nicht vor. Uli meint das knüpfe an eine heidnische Tradition an. Andererseits wollen sich die „Zeugen“ nächsten Freitag mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem jüdischen „Passah-Fest“ und dem christlichen Abendmahl beschäftigen. „Das Alte Kino“ mit seinen abgestuften Rängen und zwei tragbare und zwei feste Mikrophone lassen, als sich der Saal füllt, eher auf eine Podiumsdiskussion schließen, als auf das was ich bisher an Gottesdienstformen zu Gesicht bekommen habe. Nach dem einstimmenden Lied „Bleibe wachsam“ ,bei dem mich die technisch eingespielte Musikbegleitung überrascht, beginnt Elmar Schulz mit dem ersten Beitrag. Elmar Schulz bin ich vor einer Woche auf dem Markt begegnet, er hat den Kontakt zu Pillkahn gemacht und den Bericht angeleiert. In seinem Beitrag geht es um den Bibeltext der für alle circa 100 Anwesenden im „Alten Kino“, das jetzt Königreichsaal genannt wird zur Vorbereitung auf der Webseite JW.org hinterlegt ist. Und nicht nur für diese, alle 8457107 „Zeugen“ auf der Welt studieren wöchentlich den gleichen Text. Uli der mit seiner Frau Gaby acht Jahre in Südamerika war, bestätigt, dass sie frisch aus dem Flugzeug gestiegen, in Argentinien direkt weiter an ihren Fragen zu aktuell zu studierenden Bibeltexten weiter arbeiten konnten.

Gottesdienst als interaktive Schulung am Wort Jehovas

DSC00386Wachsamkeit wird heute Thema der zweistündigen hochkonzentrierten Sitzung sein. Schulz eröffnet seine Gedanken zu dem Gleichnis Jesu von den fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen. Schon im Kapitel vorher(Matth. 24, 32-51) hatte Jesus an die Schläfrigkeit der Menschen vor der Sintflut erinnernd zur Wachsamkeit gemahnt. Als Schulz den Text vorliest, lesen manche der „Zeugen“ im Tablet, manche im Paper, mein Nebensitzer Pillkahn hat eine Bibel auf den Schenkeln, die voll ist von Unterstreichungen, Umkringelungen und Randnotizen ist. Ich fühle mich wie in einem Lektürekurs an der Universität und erinnere mich, dass Pillkahn mir vorab erzählt hatte, dass die „Zeugen Jehovas“ zu Beginn „ernsthafte Bibelforscher“ hießen. „Die umsichtigen Jungfrauen sind wachsam“, so rekapituliert Schulz die Essenz, die er aus dem Text gezogen hatte; „(…) sie verzichten auf die vielen materiellen Vorteile in Satans Welt und lassen sich als Lichtspender,[anders als die törichten Jungfrauen] nicht durch eine vermeindliche Verspätung des Bräutigams aus der Ruhe bringen.“ Das Öl, welches die umsichtigen Jungfrauen den törichten Jungfrauen verwehrten, stehe dafür, dass „niemand für uns wachsam sein könne“, das liege in unserer eigenen Verantwortung, interpretierte Schulz. Der schulische Eindruck von der Zusammenkunft erhärtet sich noch als Edwin Jersak nach der Lesung seiner Bibelstelle in die Runde fragte: „Warum solle man vor den Ältesten, den Leitern der Gemeinde Respekt haben ?“ Als sich seine Frau meldete erhob sich Lachen in der familiären Runde. Danach bildeten sich zur nächsten Bibellesung zwei Gruppen, eine begab sich in den Nebenraum, in dem es auch eine Bibliothek gibt.DSC00382

Glaube und Werke zeichnen die „Zeugen Jehovas“ aus

Das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden im Matth. 25, 14-30 weiße darauf hin, dass man sich in den letzten Tagen eifrig am Predigtwerk beteiligen solle. Das der Knecht, der weniger aus den anvertrauten Pfunden gemacht habe und der der mehr daraus gemacht habe, gleich belohnt würden, deute darauf hin, das es Jehova nicht um das Ausmaß der Talente gehe, sondern um die Anstrengung etwas daraus zu machen, deutete Jersak. Es wurden auch Szenen aus Hausbesuchen nachgespielt und durch Älteste und Plenum evaluiert. Besonders interessant war aber der Beitrag von Heinrich Schwanzara der sich mit der Optimierung der Willkommensatmosphäre beim morgigen „Gedächtnismahl an den Tod Jesu“ beschäftigte. 8000 Leute seien in der Region von Tür zu Tür eingeladen worden. Man könnte beispielsweise, wegen der ungünstigen Parkplatzsituation weiter weg parken, so das Besucher die vielleicht später kämen noch einen Parkplatz hätten. Außerdem wollen sie mit den Gästen gerne ins Gespräch kommen. Warum sie meinen sie müssten andere Christen zu ihrem eigenen Glauben bekehren wurde noch nicht ganz klar. Die Vermutung nach dieser ersten Begegnung ist, dass sie eben wie viele christliche Kirchen vor ihnen und noch heute eschatologisch ausgerichtet sind, sich also in „den letzten Tagen“ auf die Wiederkunft Christi vorbereiten. Diese Vorbereitung des gläubigen Christen hat beispielsweise der evangelische Pfarrer Knöppler in seinem „Karfreitagsgottesdienst“ durchaus auch angedeutet, wenn auch nicht so stark betont.

Nicht nur wer mehr über die Ablehnung der Zeugen Jehovas gegenüber Osterbräuchen und über die Anzeichen, welche die Zeugen Jehovas für „die letzten Tage“ haben wollen wissen möchte, ist von den laichinger „Zeugen Jehovas“ am Samstag 31.März um 19.30 Uhr in den Königreichsaal in der Gartenstraße 22 in Laichingen zur „jährlichen Gedenkfeier an den Tod Jesu eingeladen“, der Eintritt ist frei, es werden keine Geldspenden eingesammelt.

Weitere Infos unter:  JW.org

Gottesdienstformen: Karfreitag Sich nicht zufrieden geben mit der Welt wie sie ist

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Der Altar in der evangelischen Kirche in Ennabeuren. Darübergehängt ist das Parament zum Karfreitag. Paramente sind meist aufwendig gestaltete Textilien, welche die verschiedenen Phasen im Kirchenjahr symbolisch darstellen.

 

 

Im Gottesdienst am Karfreitag in der Kosmas und Damian Kirche in Ennabeuren waren viele Teilnehmer schwarz gekleidet. Nach der Eröffnung des Osterwochenendes am Gründonnerstag, steht auch am Karfreitag, kar kommt vom altdeutschen Wort für Trauer, das Gedenken an Jesu Leidensweg zentral. Ein weißes Kreuz überlagert von einem weißen Kelch vor dem Hintergrund stehen auf dem Parament, welches über die Kanzel gehängt ist. Das erste Lied das an die Kirchenwand projiziert wird heißt „Herr stärke uns dein Leiden zu bedenken.“ Und zum ersten Mal in der Passionswoche ließt Pfarrer Knöppler aus der Stelle beim Evangelisten Johannes über die Kreuzigung Jesu. Der Verrat und die Verurteilung Jesu und auch sein Kreuzesleid, bekommen für denjenigen der glaubt, mit dem berühmten Ausruf Jesu „Es ist vollbracht“ eine ganz neue Dimension. Jesu lässt mit seinem Einwilligen in den Willen Gottes am Kreuz den alten Bund, der das Passah-Fest feierte und einen Hohepriester als Mittlerzwischen Gott und Mensch brauchte hinter sich. Im Mittelalter hätten die Heiligen die Rolle des Mittlers gehabt, so Knöppler, da die Katholiken an eine Erlösung durch Werke glaubten.Wie in der Welt ein Sondergesandter der UNO geschickt werde um zwischen „verfeindeten Volksgruppen“ zu schlichten, so sei Jesu in die vergiftete und sündige Welt gekommen um mit seinem Tod und seiner Auferstehung eine lebendige Brücke zwischen Gott und Welt zu bauen. Durch Jesu Opfer sei aber die Bindung an die Sünde, also die Gottesferne aufgelöst worden und zugleich die „Bindung zu Gott“ neu geknüpft.Es gäbe da einige Missverständnisse, so Knöppler: zum Beispiel, „dass Gott erst Blut sehen müsse um vergeben zu können oder, dass Jesus ein Menschenopfer Gottes sei. Dies sei falsch, gerade von dem Menschensohn gab es eine freie Entscheidung zum Opfer aus Liebe zu den Menschen. Er bat einerseits in innerer Anfechtung in Gethsemane vergeblich um die Hilfe seiner Jünger. Und bittete als leidender Mensch wieder und wieder seinen himmlischen Vater den Kelch der Marterung zum Tode doch an ihm vorbeigehen zu lassen. Doch sein göttlicher Anteil überwand seinen menschlichen Unwillen, so das er im Anschluss an seine Bitte sagte: „…doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“(Matthäus 26,39).

Mehr als eine Gedächtnisfeier für einen längst Verstorbenen

Jesus Holz

Der Tod Jesu sei mehr als das „bedauerliche Ende eines guten Menschen“, er tilge die Sünde. Es sei aber zugegebener Maßen eine große Aufgabe daran zu glauben, dass Jesus auferweckt wurde und wiederkomme, so wie die Gemeinde im “Nizänischen Glaubensbekenntnis” zuvor bekannt hatte. Doch nicht die eigenen „berauschenden Geistesgaben“ machten die Lebendigkeit des Glaubens aus, so betonte der Pfarrer, sondern gerade das Warten und Hoffen. Schon im Hebräerbrief, der den alten und neuen Bund beschreibt, also hundert Jahre nach Christi Tod, sei es den Christen schwer gefallen noch an die Wiederkunft Jesu zu glauben, wie schwer sei das nun 2000 Jahre danach, fragte sich der Pfarrer. Ein Evangelium so meinte er aber mahnend, dass nur auf „unser Wohlgefühl“ aus sei „täusche“ und „enttäusche“ uns. Das Evangelium mit dem „Mittler Jesus Christus“ im Zentrum weise uns den Weg zu Gott. Ein Christ gebe sich nicht zufrieden mit der Welt wie sie ist, insistierte Knöppler. Weil Christus gekreuzigt und auferstanden sei und wiederkomme, könnten wir „fröhlich leben“ und „getrost sterben.“ Zum Abschluss dieses eindrücklichen Karfreitagsgottesdienstes an dem auch Brot und Wein geteilt wurden sang die Gemeinde: „Wir danken dir Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist.

Gottesdienstformen

Die Zeugen JehovasDSC00313Die “Zeugen Jehovas” haben in Laichingen vor Jahrzehnten das “Alte Kino” zu ihrem Königreichsaal, also ihrem Gotteshaus, umgebaut. Sie lehnen die Anknüpfung an alte heidnische Traditionen wie an das Ostara-Fest an Ostern und an die germanischen Windersonnwendsfeiern an Weihnachten ab. Bei ihnen gibt es so erzählt mir Uli am Samstag Abend dafür eine, wie er meint genau  auf den biblischen Tod Jesu zurückdatierte “Gedenkfeier an den Tod Jesu”. Die Besuche dieser Veranstaltungen versprechen genau wie die gemeinsamen Besprechungen von Bibeltexten und Artikeln der Zeitschrift der Zeugen Jehovas immer Freitags, einige neue Gottesdienstformen zu eröffnen.

Gottesdienstformen: Erinnerung an das Blut des Bundes in Blaubeuren

Wie schon am Dienstag und am Mittwoch fand im Chor der Stadtkirche in Blaubeuren am Gründonnerstag eine Gottesdienst statt. Der Name Gründonnerstag hat laut Dekan Schwesig, der den Gottesdienst leitete nichts mit der Farbe Grün zu tun, sondern komme vom althochdeutschen Wort „greinen“ , das mit dem Wort weinen verwandt sei und die Trauer über Jesu Verrat ausdrücke.

In der evangelischen Kirche in Blaubeuren ist es Tradition das die Gemeindräte die Gottesdienstbesucher begrüßen und mit Gesangbüchern versorgen. Als die Kirche eingeläutet wird und die Menschenströme langsam abebben und Ruhe auf den Bänken einkehrt wiegt sich die anatomisch detaillierte Jesusgestalt an ihrem Kreuz leicht im Wind hin und her. Der Organist Michael Hauser beginnt ein besinnliches Vorspiel an der leisen meditativen Orgel.Dekan Schwesig

fragt sich zu Beginn was an dieser Nacht vor der Hinrichtung Jesu anders sei. „Vor uns ist die Nacht des Verrats und das Kreuz an dem Jesus das Leben lies“ sagt er mit voller Stimme. In der Nacht vor seiner Hinrichtung hat Jesus anknüpfend an die jüdische Tradition des Pessachfestes wo die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Gefangenschaft gefeiert wird, seine Jünger zum Abendmahl gerufen.

Jesus als das letzte Opfer

In dieser Nacht gibt es für die Juden nur ungesäuerte Brote und bittere Kräuter, so hatte Schwesig auch Jesus von Kindesbeinen an gelernt. Schwesig erzählte nun die Geschichte der Einsetzung des Abendmahles durch Jesus nochmals. Das er sich mit den 12 Jüngern zum Abend setzte und wie er ankündigte das einer der Jünger ihn verraten werde. Als Judas ihn fragte ob er er sei,sprach Jesus:“Du sagst es.“ Danach teilte er mit den Zwölfen das Brot und den Wein. Schwesig erinnerte daran das nicht nur Judas, sondern auch Petrus seinen angeklagten Meister im Folgenden verraten hat. Der Menschensohn sollte dann ganz allein die Marter der Kreuzigung erleiden müssen, bis er, am Ende seiner eigenen Kräfte Gott fragte ob er ihn verlassen habe. Auch Moral und Ethik sollten beim Gericht der Welt gegen den Sohn Gottes gegen ihn gewendet werden. Doch jetzt beim Abendmahl hätten die Jünger Jesu Nähe in ungekannter Intensität gespürt und wussten, laut Schwesig, dass er, sein Fleisch und sein Blut, von nun an immer bei ihnen sein würden. Im Gottesdienst wurde das Rituale des Abendmahles in Form des Herrenhuther-Mahles nachvollzogen, dass heißt Brot und Wein kamen, für Alte angenehmer, direkt an die Bänke. Die Erfahrung des Sakramentes des Abendmahles beschreibt vielleicht am besten ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium: „Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.(Johannes 6,35). Als der Dekan bei dem mit Orgel begleiteten Ritual als letzter trank läutete die Glocke drei mal hell.Dann sangen alle gemeinsam „Lobe den Herrn meine Seele und seinen heiligen Namen was er dir gutes getan Seele vergiss es nicht Amen.“ Denn jetzt war klar geworden, dass der morgige „Karfreitag nicht das letzte Wort hat“, wie Schwesig formulierte, sondern das „Brot und Kelch ein Zeichen der Freiheit“ sind, die Jesus uns durch sein Opfer bereitet hat, „vergossen(…) für viele zur Vergebung der Sünden.“

Wer im Gottesdienst in einer besonderen Situation auf die andere Seite der Passion Christi schauen will der sei hingewiesen auf den Osternachtgottesdienst am Ostersonntag um 5 Uhr morgens in der Klosterkirche Blaubeuren

Gottesdienstformen

DSC00313In der Passionswoche wird bis zum Karfreitag den Schmähungen und Anfechtungen Jesu vor seinem Verrat und seiner Kreuzigung gedacht. Am Karfreitag werden in Erinnerung des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern Brot und Wein geteilt. In dieser besinnlichen Trauerzeit gibt es ganz andere Gottesdienstformen wie die junge lebendige im “Haus der Hoffnung” über die an dieser Stelle schon berichtet wurde. Die Zeit vor dem österlichen Wiedererwachen nimmt der “Weise Rabe” zum Anlass um verschiedene Gottesdienstformen zu besuchen und darüber zu berichten.

Rezept: Herzhafter warmer Käsesnack

Zutaten für eine Person:

50 Gramm Emmentaler Käse

70 Gramm Philadelphiakäse Doppelrahmstufe

50 Gramm frischer Spinat

1 halbe Zwiebel

1 Scharfe Pepperoni

1 TL Kurkuma

1 TL Pfeffer

1 Prise Salz

1 Vollkornbrötchen

1 El Ghee

 

Die Entstehungsgeschichte:

Man brät die Gewürze in einer Pfanne an. Dann gibt man die Zwiebel hinzu um kurz darauf den feingewürfelten Emmentaler Käse und die zerkleinerte Pepperoni beizumengen. Nun gibt man den zerkleinerten Spinat dazu. Am herzhaftesten wird das Endprodukt wenn man jetzt ohne Verwendung von Wasser  den Philadelphiakäse in die Pfanne gibt.Während dessen beschickt man den Toaster schon mit dem in zwei Hälften geschnittenen Brötchen. Wenn die Zwiebel schon schön braun ist, nimmt man die Creme in der Pfanne und gibt sie mit oder ohne zusätzliches Fett auf das Brötchen. Das Gericht geht sehr schnell und ist sehr nahrhaft, es passt dank seiner leichten Zubereitung und seines hohen Fett- und Eisengehalts  gerade in stressige Tage. Ich mag es weil es gut gemacht die Röstaromen des Emmentalers mit der nahrhaften Cremigkeit des Philadelphia vereint und Spinat und Pepperoni umhüllt von Pfeffer und Kukuma orientalisch würzig in Szene setzt.DSC00298

 

 

Feierzeichen statt Frühlingszeichen

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Männer mit verlängerbaren Minimotorsägen sorgten heute im Gestrüpp der Bäume Heroldstatt´s für Ihre Sicherheit vor Dingen von Oben

 

Weshalb  in der Sontheimer Ortsmitte Bäume ausgeschnitten wurden

Heute ist der 20.03 der Tag des astronomischen Frühlingsanfangs, aber wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so macht ein astronomischer Frühlingsanfang noch keinen Frühling. Mittlerweile bin ich schon wie die Narren, welche den Winter auszutreiben versuchen. Ein Anblick heute Mittag lies mir mein nach Frühlingzeichen auspähendes Auge ins Herz rutschen. Gemeindearbeiter schnitten auf dem Platz bei der alten Hühle neben dem Backhaus, in der alten Ortsmitte, Bäume aus. Das ist doch ein Frühlingszeichen, dachte ich. Als ich mich mit einer Kamera bewaffnete um spontan den sich zeigenden Frühling größer zuschreiben bekam ich von einem Gemeindearbeiter ein Dementi. “Das Ausschneiden der Bäume hat mit dem Frühling nichts zu tun”, erwiderte er meine Nachfrage nach dem Grund der Schneiderei. Bäume schneide man im Februar zurück, ui, eine unangenehme Vorstellung bei eis. Und außerdem sei es nur bis Anfang März gestattet Bäume auszuschneiden. Warum?

Lebensraum gegen Lebensraum

Weil die Vögel dort ab März ihren Lebensraum hätten, welcher durch das unzeitige Ausschneiden gefährdet werden könnte.Die Ausschneideaktion der Gemeinde werde aufgrund der Verkehrssicherungspflicht im öffentlichen Raum auch noch zu diesem späten Datum durchgeführt. Denn die Sicherheit von Personen vor herabstürzenden Ästen gehe vor dem Vogelschutz. Bei soviel unerwarteten Informationen konnte ich mich nur die schönen Maschinen  bedanken.  Und eingedenkt des Sontheimer Backhaushocks bei dem am 22.-24.06.18 bei der Geburtstagsparty des Sontheimer Musikvereins zum Neunzigsten jetzt wohl niemand einen Ast auf den Kopf bekommt, weckte die wenig frühlingshafte Aktion im Schnee doch wenigstens Vorfreude auf den Sommer. So wie ich unser Wetter kenne, ist es durchaus in der Lage mal eine Jahreszeit zu überspringen.

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Das und noch ein paar Fuhren Baumschnitt mehr wäre ihnen ohne die Arbeit der Gemeindearbeiter Heroldstatt´s vielleicht beim Feiern bis die Bäume wackeln auf dem Jubiläumshock 2018 in Sontheims ehrwüriger alter Ortsmitte auf den Kopf gefallen

Die Jugend zog sich durch alle Generationen

Blaubeurer Kapellen verschmolzen in beschwingter Manier 

Auch wenn die Reihen in der blaubeurer Stadthalle nicht ganz voll waren, so kann eben weder der Himmel noch die Seele immer blau sein. Nein, dass turkise Dress der den Auftakt des Konzertes der Generationen machenden Bläserklasse machte sich sogar gut im gewohnten “Blau in Blau.” Und das man auch ohne Blau die blaue Kälte draußen zu überwinden vermag zeigten “Türkisen” gleich dreimal. Im Zauberland durch den musikalischen Zustandswandler angekommen hieß es  “Shut up & Dance”. Jetzt war die Bühne bereitet für die Blaumännle, die Jugendkapelle des Vereines, der in einem geheimnisvollen Hybrid die Titel Musikverein und Stadtkapelle in sich vereint.

Als die Blaumännle unter der Leitung von Ivonne Stumpp, die “Vogelwiese” anstimmten musste man sich an das Reformationsjahr 2017 für den Musikverein alias Stadtkapelle Blaubeuren erinnern. An das erneuerte Logo und an die neuen maßgschneiderten Musikerwesten.Blau im fließfähigen bis süffigen Zustand erscheint oberflächlich gesehen einfach schöner. In  “Indian Fire” wo die “Jungen Blauen” beispielsweise den Kampf der Rothäute gegen die Bleichgesichter fulminant zu Gehör brachten gab es tolle Momente des Wechsels von Stille in Wohlklang. Pauken und Tuben wurden hier auf gefühlvolle Weise eingesetzt. Zum Schluss kam dann der inoffizielle Soundtrack zur “Survival-Bibel” “Eye of the Tiger.”

Die Bläserklasse des Joachim-Hahn-ymnasiums entführte zum Auftakt ins ZauberlandG
Die Bläserklasse des Joachim-Hahn-Gymnasiums Blaubeuren
Die Blaumännle also die Jugendkapelle der Stadtkapelle Blaubeuren wussten das Publikum mit Indian Fire und Eye of the Tiger zu beendrucken
Die Blaumännle MV Stadtkapelle

 

Die Jungen dürfen älter werden und die Alten verjüngen sich gern

Die Stadtkapelle dürfte nichts dagegen haben das die Jungen älter werden und in die Stadtkapelle kommen. Danach wurde es mit dem Spielmannszug folkloristisch. Die wunderbaren Kostüme der Spielmänner und Spielfrauen rehabilitierten das aufgetaute Blau nun vollends. Bei dem schottischen Volkslied “Highland Cathedral” konnte man die Lyren und Pfeifen ihren ganz einzigartigen Klangraum entfalten hören.Und dann wurde dasauf der kalten Alb in Unglauben gefallene “Im Märzen der Bauer…” von der aufmarschierenden Stadtkapelle alias Musikverein Blaubeuren endlich auf Sommerabenteuer hin mit dem Zeitenwandel der Musik überwogen.

Mit dem Thema von Indiana Jones kündigte die Stadtkapelle schon das sich mit Helden beschäftigende Blautopf Open Air an
Die verjüngte Stadtkapelle machte auch mit ihrer Interpretation von Winnetou und old Shatterhand Lust auf mehr Heldenhymnen am Blautopf

 

Stadtkapelle macht warm für den Sommer

Man hörte in der lange vermissten, volltönigen und brillant präzisen Manier der Truppe, dass Thema von “Indiana Jones.” Der Titel heißt wenn man dem Kreator auf die Spur gehen will “Raiders March”. Der Komponist heißt John Williams und der Verein mit doppeltem Titel spielte die Bearbeitung von Paul Levender.Das Konzert der Generationen,  dass war jetzt schon absehbar war kein Festival der Solisten. Die nun anhebende Interpretation von “Hey Jude”  wurde eingeleitet von einer das im Ohr befindliche Lied erfrischenden Einleitung. Dann hoben die Musiker den Song, wie etwas ganz Kostbares mit ihrer Einfühlsamkeit in seine wirkliche Höhe. Am Ende des Songs mit dem berückenden Trompetensolo von Claus Battes wusste man die  Zeilen an die besungene “Jude” wieder inwendig: “For now you know that it´s a fool, who play´s it cool by making the world a little colder.” Dies war ein guter Zeitpunkt um die drei Blauen, mit den Türkisen zusammen zu einem fünften Element auf der Bühne zu vermischen.In dem Moment in  dem Bläserklasse Blaumännle, Spielmannszug und Stadtkapelle zusammen “We are the world” anstimmten”  war Blau keine kalte Farbe mehr, sondern der tiefe Grund in dem sich alle Generationen in kindlicher Morgenröthe vereinigen.

Die Generationen konzertierten bei We are the world
Beim finalen Zusammespiel aller Kapellen dirigierte die Leiterin der Blaumännle Ivonne Stumpff und Martin Traub zeigte im Rhythmussegment gemeinsam mit den Nachwuchsbeatmachern was er drauf hat

 

Nach fünf Jahren unter ihrem Dirigenten Martin Traub stellen sich die Blaubeurer Musiker dieses Jahr wieder Wertungsspielen beim Kreisverband Biberach und beim    Kreisverband Ulm-Alb-Donau

Um das  konkurrenzlos tiefste Blau Blaubeurens versammelt die Stadtkapelle sich und hoffentlich viele Zuhörer beim Blautopf-Open-Air  am Abend des 22.07.2018

 

 

 

Haus der Hoffnung Eine Kirche zeigt sich

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Lobpreis bei einem Gottesdienst sonntags im Haus der Hoffnung

Die „Gemeinde der Christen Ecclesia“ ist eine Freikirche, die von dem schwäbischen Unternehmer Hermann Zaiss Ende des Zweiten Weltkrieges begründet wurde. Dem charismatischen Prediger und Missionar werden auch spontane Heilungen nachgesagt. Er legte großen Wert auf die Gegenwart des Heiligen Geistes bei der Predigt und auf die Erwachsenentaufe.Die „Ecclesia“, der freikirchlicher Dachverband zu dem auch das Haus der Hoffnung  in Blaubeuren gehört hat heute 4000 Mitglieder und ist seit einiger Zeit  im Verbund der Pfingstgemeinden organisiert.Dem was den Spirit des Hauses der Hoffnung ausmacht, möchte ich hier durch einen Gottesdienstbericht in Blaubeuren nachspüren.

Es ist Sonntag der 11.03.2018,  an der Ampel bevor man in Blaubeuren Richtung Schelklingen abbiegt sieht man schon das Kirchengebäude. Auf dem grün weißen Gebäude steht in ansprechender grüner Schrift „Haus der Hoffnung.“ Als ich in den hellen Vorraum mit Cafe-Bar komme, stehen drei Leute da um mich zu begrüßen. An so viel Beziehung muss man sich als Gottesdienstgänger der evangelischen Landeskirche erst einmal gewöhnen. In dem kinohaft anmutenden Multifunktionssaal mit circa 200 Plätzen probt gerade die Gottesdienstband. Ein paar Minuten vor dem Gottesdienst wird ein Video eingespielt, welches zu lauter Musik, die Dymamik des „Im-Haus der-Hoffnung-Seins“ aufzeigen will. Hier sieht man „Royal Ranger,“ die hauseigene Pfadfinderorganisation, Gemeinde und Musiker in Aktion. Nach dem Countdown für den Gottesdienstbeginn betritt Melanie die Bühne und erzählt eine Geschichte aus ihrem Leben.In der Ulmer Innenstadt hatte sie plötzlich einen Heidendurst und während des Zahlens viel ihr auf, dass sie zu wenig Geld dabei hatte. Die mit Kopftuch bekleidete Frau hinter ihr, sagte: „Ich bezahle es.“ Daraufhin war Melanie ganz durcheinander, bestand draußen aber darauf die Frau zu umarmen. Danach sing die Band: „Reinige mein Herz, nimm was mich trennt von dir und mach mich heilig.“ Hier soll man Gott direkt spüren, hören und sich auf ihn besinnen.Was dem Mainstream-Kirchler bei dem Gesang aufällt  sind die vielen ausgestreckten Hände. Die strecken sich wohl nach der oben erwähnten Gegenwart des Heiligen Geistes aus, die in den Worten des Predigers ebenso präsent sein soll. Spannend.

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Die in evangelischen Erneuerungsbewegungen betonte Lebendigkeit im Gottesdienst aus der Auffassung heraus das alle den Heiligen Geist empfangen können war in Blaubeuren spürbar

Predigt über Großzügigkeit als Gemeindewert

Nach einer ausgiebigen Lobpreis-Session, also einer musikalischen Anbetung Gottes durch Band und Gemeinde, betritt Jürgen Reyinger, begleitet von noch fetzigerer Rock´n`Roll Musik, die Gemeinde anfeuernd die Bühne. „We have the best Dad“ schallt es da vor den witzigen Bildern auf der Leinwand. Reyinger ist der Pastor der blaubeurer Gemeinde und seine Predigt beschäftigte sich mit „Großzügigkeit als Wert der Gemeinde.“ Anhand der zwei Extrembeispiele des Boxers Mike Tyson und der Börsenspekulantin Hetty Green zeigt der smarte Man eine Gemeinsamkeit beider Figuren  auf: Die Waisenmentalität.

Vaterlose Kinder verschwenden und halten zurück

Der eine hatte ein Vermögen von geschätzten 300 Millionen Dollar 2003 völlig verprasst.Die andere hatte nur ein Kleid und verweigerte ihrem Kind trotz eines Millionenvermögens eine nötige Knieoperation. Der eine war unendlich verschwenderisch, die andere war unendlich geizig.  „Wir haben die innere Überzeugung verloren, dass wir nach Gottes Bild geschaffen und seine Kinder sind“, erklärt Reyinger die religiöse Version von Waisenmentalität. Die Sehnsucht nach Gott, könne so nicht erfüllt werden und damit fühlten diese Menschen sich leer.Dabei habe Gott die Menschen(Adam und Eva) so reich beschenkt, er habe ihnen Autorität über die Erde und das was in ihr ist gegeben. Sie sollten Gottes Schönheit und Herrlichkeit und Großzügigkeit auf der Erde ausbreiten. Und so lebten sie in vollkommener Einheit und Harmonie mit Gottes Weisheit.Nur Liebe, und das bekräftigte, der charismatisch mit dem ganzen Körper sprechende, Reyinger brauche Entscheidungsfreiheit und deshalb habe der liebende Vater den Baum der Erkenntnis in den Garten Eden gepflanzt.Der Rest ist bekannt Adam und Eva rebellierten und statt der von der Schlange versprochenen Gottgleichheit und der damit verbundenen Macht und Unabhängigkeit standen sie ängstlich und schamerfüllt- von Gott getrennt da.

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Die Gottesdienste in Blaubeuren werden immer in Englisch und Farsi übersetzt und so mancher Flüchtling ist hier schon zum Christen geworden oder hat sein Christentum mit einer Taufe im hauseigenen Ganzkörpertaufbecken bekräftigt

Der Vater liebt und gibt

Was löst das Wort Vater in euch aus?, fragt Reyinger nun in die Reihen. Viele Väter hatten keine Zeit, oder waren kontrollierende und fordernde Väter. Die Waisenmentalität sei auch oft mit einer Leistungsorientierung verbunden, mit einem Streben nach Sicherheit und einem grundsätzlichen Misstrauen. Der Kern dessen sei die Selbstzentriertheit, die mit verheerenden Folgen den Platz der ehemaligen Gottzentriertheit eingenommen habe.

„Unser Dad ist der beste Dad“, darauf kommt der Pastor nun mit der biblischen „Geschichte vom verlorenen Sohn“ zurück. Der in der Fremde vollkommen gescheiterte Sohn, der bei seinem Vater erhoffte wenigstens noch als Knecht eingestellt zu werden, wird von dem bedingungslos Liebenden vollkommen rehabilitiert. Er nimmt ihn trotz seiner früheren Respektlosigkeit wieder auf.Mit großem Enthusiasmus fährt Reyingers Predigt nun in die Zielgerade ein: „Gott liebt und er giebt“, sogar seinen eingeborenen Sohn. Und da es Misstrauen war, durch das die Sünde und das Böse in die Welt kam, ist es Gottes Plan das Vertrauen auf ihn, seine Liebe und Versorgung wieder herzustellen. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“(Bibel Johannes 3,16) Mit einem Appell an den Mut zum Vertrauen in den liebenden Vater endete die Predigt: “Hey wenn er dir schon das Kostbarste was er besitzt gegeben hat, dann kannst du auch darauf vertrauen, dass er dir alles andere auch noch schenkt”

 

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Auch urchristliche Gepflogenheiten wie das gemeinsame Essen und das Gebet für Kranke und Bedürftige werden nach den Gottesdiensten praktiziert

Wer einmal selber einen Gottesdienst im Haus der Hoffnung besuchen möchte:

Immer sonntags um 10 Uhr in der Dr.Georg Spohn Str. 1 in Blaubeuren besteht Gelegenheit dazu