Sehen was verläuft

SCHRAG
Klaus Schrag ist Kunstmaler und wohnt in Heroldstatt, seine Tierbilder sind bei Kunstliebhabern gefragt, er wagt sich aber immer wieder auf neue Gebiete, so zuletzt mit seiner Verbindung abstrakter und konkreter Kunst in seiner Reihe “Bewegung und Energie

 

Klaus Schrag stellt seine Pouring-Bilderkollektion bald in Schelklingen aus

Der Meister sitzt in seinem Wohnzimmer, der Fernseher läuft und der Laptop flimmert.„So arbeitet ich am liebsten, ich brauche die Ruhe nicht zum Malen, bei mir muss immer was nebenher laufen.“ Nach und nach trennt er sich von dem Würmchen das er gerade malt, seiner liebsten Comicfigur, die der 58-jährige eigener Auskunft nach vor 50 Jahren zum ersten mal aufs Papier gebracht hat.Jetzt bringt er Bilder aus seinem Malzimmer: „Das sind Pouring-Bilder, Pouring ist das englische Wort für gießen“, meint der kleine freundliche Mann mit dem markanten Schnurrbart.Und was sich einem da zeigt erinnert an Fraktale, die bei mikroskopischen Aufnahmen von Strukturen zum Vorschein kommen. „Beim Pouring verwende ich Acryl-Farben keine Pinsel und auch keine Spachtel. Pouring ist auch nicht wie der Pinselstrich steuerbar, man lässt die Farben viel mehr ineinanderfließen, man kann zwar steuern, aber vieles bei der Technik bleibt dem Zufall überlassen.Der Meister sitzt in seinem Wohnzimmer, der Fernseher läuft und der Laptop flimmert. „So arbeitet ich am liebsten, ich brauche die Ruhe nicht zum Malen, bei mir muss immer was nebenher laufen.“ Nach und nach trennt er sich von dem Würmchen das er gerade malt, seiner liebsten Comic-Figur, die der 58-jährige eigener Auskunft nach vor 50 Jahren zum ersten mal aufs Papier gebracht hat.

Jetzt bringt er Bilder aus seinem Malzimmer: „Das sind Pouring-Bilder, Pouring ist das englische Wort für gießen“, meint der kleine freundliche Mann mit dem markanten Schnurrbart. Und was sich einem da zeigt erinnert an Fraktale, die bei mikroskopischen Aufnahmen von Strukturen zum Vorschein kommen. „Beim Pouring verwende ich Acryl-Farben keine Pinsel und auch keine Spachtel. Pouring ist auch nicht wie der Pinselstrich steuerbar, man lässt die Farben viel mehr ineinanderfließen, man kann zwar steuern, aber vieles bei der Technik bleibt dem Zufall überlassen.

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Dann zeigt ein gelb-weißes Bild, auf dem viele interessante Flussausläufe zu sehen sind: „da habe ich mit einem Holzstäbchen nachbearbeitet“, meint der Kunstmaler, der immer auf der Suche nach neuen Stilen und Darstellungsformen ist. „Pouring ist in Amerika gerade der Trend, es gibt zwar nichts Neues, aber ich suche trotzdem danach,“ lacht er. Dann zeigt er ein Bild, das mich anchinesische Meditationsbilder erinnert. Spontan nenne ich es Schwarz-Weiß-Gold.

Schwarzweißgold

Durch Fluss- und Temperaturveränderungen, welche Schrag beispielsweise mit einem Bunsenbrenner oder auch einem Heißluftfön herbeiführt, entstehen die für das Pouring charakteristischen Blasen in den Bildern, welche nicht durch Pinsel und Spachtel herbeigeführt werden können. In seiner Ausstellung im HGS 3 in Schelklingen will Schrag Bildergrößen zwischen 30*30 und 40*50 in der Pouringtechnik ausstellen .Seine Perspektive als innovativer Maler ist es aber, in Pouringtechnik erstellte Bilder als Teile in ein größeren Kunstwerk zu integrieren. Mehr will er aber noch nicht verraten. Ihn interessiert jetzt erst einmal was die Leute bei der ersten Austellung seiner Pouring-Werke sagen.

 

Die Vernissage findet am 17.März 2018 ab 19 Uhr in dem Konzepthotel HGS3 in Schelklingen statt. Die Bilder werden dort bis 18.Mai hängen.

Schrags geheimer Wunsch Leute unerkannt bei der Besprechung seiner Werke zu belauschen wird wohl eher in der romantisch illuminierten Kulisse der Kunstnacht in Bad Ditzenbach am Samstag dem 5.Mai 2018 in Erfüllung gehen. Dort hat er die Garage eines Bad Ditzenbachers für einen Abend ganz für seine Kunst.

Schrag-Online:                 http://www.kunstmaler-schrag.de/

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Jedes Nein ist ein Ja zu dir selbst

 Von der Kunst Freiheit und Bindung auszubalancieren

DSC00103Fast ausschließlich weibliche Gäste durfte die Vorsitzende der Heroldstatter Landfrauen Margarete Schrems-Kiefer zu dem Vortrag „Nein-Sagen- wie schaffe ich das?“ im Steußlinger Saal der Berghalle Heroldstatt begrüßen. Durch den Abend führte mit einer Powerpointpräsentation die Logotherapeutin Elena Pfarr. Wie nein sagen? Die Landfrauen hatten sich das in Ihrem Kreis schon öfter gefragt und kurzerhand eine Expertin eingeladen um ihre Frage zu beantworten. Die Unterdrückung des Willens durch ein übergeordnetes Sollen wenn man nicht mehr nein sagen kann verdeutlichte sie anhand eines Gedichtes von Peter Turrini: „Das Nein das ich endlich sagen will ist hundertmal gedacht still formuliert nie ausgesprochen. Es brennt mir im Magen nimmt mir den Atem wird zwischen meinen Zähnen zermalmt und verlässt als freundliches Ja meinen Mund.“ Sie wünsche, so sagte sie, dass die im Gedicht beschriebene Situation auf niemanden im Saal zutreffe. Es verdeutliche aber gut, dass die Kompetenz nein zu sagen bei der Selbstsorge des Menschen eine wichtige Rolle einnehme. Denn nur wer nein sagen könne, könne auch wirklich ja sagen und das bedeute auf sich zu hören Prioritäten zu setzen und die Konsequenzen der eigenen Entscheiungen zu tragen. Aber warum? Freiheits- und Bindungfähigkeit seien mit die wichtigsten seelischen Ressourcen eines ausgeglichenen Menschen. Leider seien sie zusammen nur sehr schwer zu haben.

Die Schwierigkeit zum beherzten Nein rührt aus dem Konflikt zwischen Bindungs- und Erfolgsorientierung

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Schon der Junge der im Laden unbedingt einen Kaugummi will steht in diesem Konflikt.Wirft er sich quengelnd auf den Boden, oder verzichtet er, wenn Mami ihn nicht kaufen will? Freiheit in einem praktischen Sinn sei es in Situationen eine Wahl zu haben, Bindung die Verantwortung, dass für einen Selbst und die Lieben gesorgt ist. 95% unseres alltäglichen Handelns seien aber durch unbewusste Muster gesteuert, die auf über Jahre erworbenen Erfahrungen beruhten, ineinander geschachtelt wie eine russische Puppe. Und diese führten zu spezifischen Erwartungen, wie zum Beispiel, dass man mit Ja-Sagen immer auf der sicheren Seite sei; oder aber der entgegengesetzten, dass man viel zu wenig Zeit habe um auch noch Mehrarbeit zu machen. Oder aber der Auffassung, das man ohne gesunde Erfolgsorientierung zu nichts komme. Grundsätzlich gebe es zwei Typen von Menschen, die Ja-Sager und die Nein-Sager. Die Ja-Sager seien meist bindungsorientiert und es befänden sich überdurchschnittlich viele Frauen in diesem Personenkreis.Engagierte Frauen wie die Landfrauen seien ein gutes Beispiel. Die Nein-Sager seien meist freiheits- und zielorientiert unter ihnen fände man mehr Männer als Frauen, Pfarr wählte für diese Personengruppe das Bild des Adlers. Antwortverhalten in sozialen Situationen basiere immer auf Erfahrungen und unbewussten Bewältigungsstrategien. Es gebe gute Gründe in sozialen Situationen eher Ja als Nein zu sagen, stellte Pfarr fest.Ein Nein könne beispielsweise dazu führen, dass man nicht mehr dazu gehöre oder das man mit negativen Konsequenzen zu rechnen habe. Zumindest könne man solche Erfahrungen gemacht haben und aus diesen heraus unbewusst eine Strategie des Ja-Sagens anwenden.Beispielsweise weil man einmal einen Job verloren hat, weil man unbezahlte Mehrarbeit dauerhaft abgelehnt habe. Man könne sich aber, und das sei ihre Aufgabe als Psychologin, an dieser Stelle auch bewusst machen woher ein Ja-Sage-Verhalten rühre, welches einem langfristig Kraft und Zeit raube und das eigene Verhalten den konkreten Gegebenheiten in aktuellen sozialen Situationen anpassen.

In welchen Bereichen fällt Ja-Sagen schwerer in welchen leichter?

Hier gebe es einen bunten Strauß verschiedener Mittel und Wege. Auf den spannenden und mit anregenden Bildern untermalten theoretischen Teil lies die Logotherapeutin eine praktische Übung folgen. Sie verteilte Arbeitsblätter auf denen verschiedene Bereiche im beruflichen und privaten Umfeld wie beim Vorgesetzten oder Kollegen, oder beim Partner oder den Kindern aufgelistet waren, auf denen die Zuhörer aufschreiben sollten ob das „Nein“ dem einen oder anderen gegenüber leichter oder schwerer fälle. Wenn man nämlich einmal die Kontexte und Handlungspartner herausgefunden habe, bei denen ein Nein schwer falle könne man an konkreten Werkzeugen arbeiten um seine Reaktionsweisen abzuändern.

Wenn man beispielsweise herausgefunden habe man könne einem Kollegen, aufgrund seiner charmanten Art zu bitten keinen Bitte abschlagen, sonst habe man mit dem Nein-Sagen aber weniger Probleme, dann könne man beim nächsten Gespräch achtsam darauf sein wie er sich verhalte, wenn man seine gewinnende Art im Gespräch thematisiert- sich aber zunächst einmal eine Bedenkzeit ausbittet, um zu überlegen ob man ihm helfen kann. Weiter wies Elena Pfarr darauf hin, dass man manchmal für sich selbst betriebsblind sei und auch andere Personen darum bitten sollte einen in Situationen zu beobachten, in denen man seinen unerwünschten Mustern verfällt. Jetzt wo man ein gewisses Verständnis für die eigene Verhaltensweise erlangt habe, könne man dem Gegenüber nun selbstbewusster entgegen treten. Aus gewohnheitsmäßig festgefahrenem Handeln werde dann die Möglichkeit gemeinsam zündende Ideen der Problemlösung zu finden. Denn es gebe immer mehr als ein Entweder-Oder. Wenn man erst einmal den Zeit-Raum erschlossen habe welcher sich durch Selbsterkenntnis zwischen der Anfrage des Anderen und der eigenen Reaktion eröffnet, staue man nicht mehr durch unreflektierte Ja-Sage-Reaktionen negative Emotionen an um den Erwartungen des Anderen zu entsprechen, sondern könne klar und von Herzen entscheiden. Das meinte wohl auch der Familientherapeut Jesper Juul mit seiner Aussage: „Nein ist die liebevollste aller möglichen Antworten… denn erst wer Nein sagen kann, kann auch von Herzen Ja sagen.“ Um in die Achtsamkeit mit den eigenen Gefühlen beim Ja- oder Nein-Sagen zu kommen, sei es wichtig auf seinen Körper zu hören, dazu übten, von der Logotherapeutin angeleitet, die Anwesenden sich in einem entspannten Zustand schwierige Situationen beim Nein-Sagen vor Augen zu führen und abzuspüren ob sie dabei besondere Körpergefühle hätten.

Geduld ist ein Weg mit Vor und Zurück und Hin und Her

Wichtig sei beim Üben auf dem Stuhl und im Alltag Geduld und Nachsicht mit sich selbst und anderen zu haben, wenn man wieder zurückfällt. Um zu verdeutlichen wie zäh und widerspenstig eingefahrene Gewohnheiten sind, wenn man sie ändern will las sie zum Schluss einen Lehrtext eines tibetischen Meditationsmeisters vor. Dieser fällt auf seinem Weg mehrmals in ein tiefes Loch. Zuerst weißt er jede Schuld von sich und fühlt sich ohne Hoffnung und braucht ewig um wieder raus zu kommen. Beim zweiten Mal tut er so als ob er das Loch nicht säe, fällt doch wieder hinein und ist fassungslos erneut unverschuldet am gleichen Punkt zu sein. Beim dritten mal fällt er sehenden Auges wieder in das Loch, aus Gewohnheit, nimmt die Schuld auf sich ,und kommt leicht wieder heraus. Bis der Erzähler der Geschichte das Loch auf dem selben Weg umgehen kann und er schließlich eine andere Straße geht, braucht es fünf Anläufe.Damit ermutigte Pfarr dranzubleiben, auch wenn die ersten Versuche das eigene Sozialverhalten zu verändern noch nicht von Erfolg gekrönt würden.

Musikverein Sontheim macht Lust auf mehr

Musikverein Sontheim, 90 Jahresfeier, Berghalle Heroldstatt
Volker Pflügner und seine Kapelle

1928 wurde der Musikverein Sontheim gegründet, heute sah man ein quicklebendiges Gefüge die Berghalle in Heroldstatt beglücken. Welch ein Verdienst, dass von den Jüngsten der Blockflötengruppe über die Jugendkapelle, bis zur teilweise glänzenden Kapelle unter Volker Pflügner an diesem Abend alle eine reife Leistung ablieferten. Heiter und mit klarer Führung leitete Volker Pflügner, der obendrein am Tag des Konzertes zum 90-jährigen Bestehen des Vereins Geburtstag hatte die Truppe. Das erste Dokument seiner gut aufgelegten Kapelle und seiner Liebe zur Polka war die Tritsch-Tratsch-Polka. Mit dieses Schnellpolka kam die erst Infusion an Lebensfreude in das lange von Tiefsttemperaturen schockgefrorene Heroldstatt. Die nachfolgenden „Variationi in Blue“ gaben kurzweilig die Klangfarben der verschiedenen Register zu hören. Das Wort „blue“ umschrieb Alfred Oßwald musikalisch gekonnt, in einem bewegten Solo mit seinem Flügelhorn.Viele Freunde und ehemalige des Vereins saßen auf den, wie immer schön dekorierten Bänken und genossen. Der Kreislauf des Lebens des Löwenprinzen Simba von seinen ersten Ausflügen im Dschungel bis hin zur Geburt seines eigenen Sohnes erfreute nun die Ohren. Bevor die Musiker in die Welt der „Black Pearl“ auf Befreiungsmission ihres berühmten Piratenkapitäns entführten. Lautmalerisch wunderbar wurde dies Szene der Hinrichtung der Piraten dargestellt. Unvergessene Bilder weckte das Lied „Hisst die Flagge“ des „Jungen“ in dieser scheinbar aussichtslosen Situation. Wunderbare Läufe führten bis zu dem erlösenden Moment in dem das siegesverheißende Thema durchschlagskräftig und erhebend erklang. Schwer beeindruckt schickte die Kapelle die Hörerschaft in die Pause, wo eine Sektbar die Feierstunde noch zu befeuern einlud.

Ein fulminantes Ende zeigte die Kreativität und Spritzigkeit der Musikanten

Fulminantes Schauspiel zum Ende
Links an der Baumsäge Rene` Zäh, rechts Manfred Erb. Rechts daneben Helmut Zäh

Mit einer hellen Fanfare nahm der Florentiner Marsch seinen Auftakt. Dieser 1907 von Julius Fucik komponierte Marsch geht dem Volksmusikliebhaber durch Mark und Bein. Und das zeigte sich ganz besonders während der Interpretation des Musikvereins. Bei getragenen Stellen sah man ältere Gäste nacheinander mitsummen und mit pfeifen. Nun war die anfängliche Infusion von Lebensfreude mit der wachsenden Vertrautheit mit der Musik in Fleisch und Blut übergegangen. Der Dirigent bekam sein Ständchen von seinen Musikern und darauf bekam der Verein seine Huldigung vom stellvertretenden Bürgermeister Weberuß. Im Musikverein gebe es nur wenige Solisten, die anderen müssten auf einander hören und das sei auch eine gute Schulung für ein gedeihliches Leben außerhalb des Vereins. Auch der umtriebige Leiter der Jugendkapelle Rene´ Zäh für 15 Jahre Ehrenamt geehrt. Musikalisch ging es nun weiter mit dem „Concierto de Mariachi.“ Mariachis sind Gruppen von mexikanischen Wandermusikern bestehend aus Gitarre, Geige, Trompete und Sänger. Das auch ein Blasmusikorchester diese Klänge

nachempfinden kann zeigte sich eindrucksvoll im Laufe des Stücks. Zwei Solisten an der Trompete, Helmut Zäh und Rebecca Pflügner, werteten das Stück auf, in dem es schwelgerische Tenorhornläufe zu hören gab.Ein modernes Highlight setzte das Simon and Garfunkel Medley. Zum Abschluss erklang dann die Traditionspolka „die Liebste.“ Und natürlich hatte Volker Pflügner für den Fall, dass es dem Publikum gefallen hat noch eine Zugabe. Im Duo mit seiner Tochter Franziska sang er das die Lebensfreude noch einmal gesungen ausdrückende „Schön ist es auf der Welt zu sein.“

Als er danach zu einer allerletzten Zugabe den Radetzkymarsch ansagte, versagten ihm seine Musiker die Treue. Unverblümt stimmten aufrührerische Grüppchen ihre eigenen Lieblingslieder an. Da sah man beispielsweise einen wild gewordenen Rene Zäh den Dirigenten mit Kastagnetten vom Dirigentenpult verdrängen. Manche spielten mit einem Hammer auf einem Amboss und der lauteste, nämlich der Posaunist Hans-Peter Scheiffele spielte trotz Platzverweis durch rote Karte noch im authetischen Outfit „Ein Männlein steht im Walde.“ Dieses Großaufgebot an Verkleidung und Schauspiel war gerahmt von einem perfekten Timing und machte so etwas von Lust auf mehr.

Ein erneutes Stelldichein mit dieser bemerkenswerten Kapelle könnte sich beim der nächsten Feierstunde beim Römersteintreffen und beim Backhaushock in Sontheim von 22.-24. Juni ergeben.

Nahost: Den Frieden miteinander leben lernen

 

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Bild des Propheten Elia nachdem er die Baalspropheten getötet hat(Lutherbibel 1.Könige 18,40) in einer Mar Elias Kirche auf dem Jungfrauenberg(Jabal Saida)in Syrien. (Bild farblich verändert)

Pfarrer Dr. Uwe Gräbe berichtete am Dienstagabend im Evangelischen Gemeindehaus in Ennabeuren von den beiden Schneller-Schulen im Libanon und in Jordanien, die die evangelische Kirchengemeinde Heroldstatt seit letztem Jahr unterstützt.

Der pietistische Missionar Johann Ludwig Schneller ein Abkömmling einer Weber- und Landwirtsfamilie in Erpfingen auf der Schwäbischen Alb besuchte den Libanon in den 1860er Jahren. Damals tobte ein blutiger Konflikt zwischen den Drusen, einer mystisch ausgerichteten muslimischen Sekte und den dort ansässigen Christen, in den Dörfern des Libanon-Gebirges. Unter diesem schrecklichen Eindruck sammelte er dort Kriegswaisen und baute in Jerusalem ein Waisenhaus für sie. Seine Missionsbestrebungen unter den jüdischen Einwohnern in Jerusalem wurden jedoch nur bedingt von Erfolg gekrönt.Nach seinem Tod 1896 wurde sein Waisenhaus von den Herrschenden zur Kaserne umfunktioniert.

Von der Bekehrung zum Dienst an den Bedürfnissen der Menschen

Eindringlich schilderte Uwe Gräbe, der früher Probst der evangelischen Erlösergemeinde in Jerusalem war, die Segregation der einzelnen Religionen in einzelne Viertel in Arabien. Es gab traditionell nur den Markt auf dem alle Religionen zusammenkamen. Im 19. Jahrhundert, so Gräbe hätten die Christen zwei neue Gebiete eröffnet, das Krankenwesen und die Bildung.Genau hier wurden Johan Ludwig Schneller im Libanon mit seiner gleichnamigen Schule und sein Bruder Theodor Schnellermit der gleichnamigen Schule in Jordanien zu Wegbereitern.Die Schulen, so Gräbe hatten und haben zwei Grundsätze: 1. Die Kriegswaisen sollen in Ehren ihr eigenes Brot essen und 2. Sie sollen „Den Frieden miteinander Leben lernen.“ Was, so ergänzte er, ausdrücklich einschließe zu lernen, was dem anderen lieb und wichtig ist. So bieten die Schneller-Schulen nicht nur eine fundierte Bildung sondern auch Ausbildungen, etwas zum begehrten KFZ-Mechaniker an. Die enormen sozialen und politischen Spannungen in der Region bringt zum Ausdruck, dass um die jordanische Schneller-Schule seit 1968 ein Flüchtlingslager für Pälestinenser gewachsen ist. Schockiert habe Gräbe die Abbildung des alttestamentarischen Propheten Elia in einer Kirche in der Nähe der libanesischen Schneller-Schule. Die Darstellung zeige den Propheten Elia mit blutigem Schwert, vor einem durch ihn getöteten Mann mit Turban.

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Auf dem Plakat an einem syrischen Grenzübergang sind die unter dem säkularen Herrscher Assad versammelten weltlichen und klerikalen Machthaber versammelt.(Bild farblich verändert)

Gewalt muss verarbeitet werden

Elia hat laut dem biblischen Buch Könige auf dem Berg Karmel 450 Baalspropheten im Auftrag des Herren Zebaoth getötet.Gräbe habe erst verstanden, warum das Bild in der Kirche so prominent zu sehen sei, als er herausgefunden habe, dass dieses Bild just in der Zeit des Bürgerkrieges zwischen Drusen und Christen in den 1860er Jahren entstanden sei. Es sei wohl normal, dass Menschen ihre Gewalterfahrungen auf eine Art verarbeiten und weitergeben müssten. Eine anderes Bild der Gewalt sehe man auf den großen Plakaten, die man in Syrien viel sehe. Dort seien Männer mit Waffen, in meist überdimensionierter Größe abgebildet. Er habe erst gedacht, dass sei Werbung für die Armee. Bis er dann erfahren habe, dass es heroisierende Abbildungen von getöteten Soldaten der Syrischen Armee seien. Hier ist der Gesetzgeber nicht der eine Gott, sondern die syrische Staatsideologie „Kul una lil watan.“ „Wir sind alle aus dem einen Vaterland.“ In den häufigen Kontrollpunkten der Armee innerhalb Syriens, treffe man oft hinkende Kriegsveteranen an. Unabhängig von der Religion, Muslime dürfen nicht trinken, würden die Kontrolleure am liebsten eine Flasche Schnaps als Dank annehmen. Zum Schluss konnte Gräbe die Frage ob die Mission in den Schneller-Schulen noch eine Rolle spiele kaum verstehen. Die Diakonie, also der Dienst am Menschen, sei Teil der Mission Gottes, also seiner Zuwendung zu seinen Kindern. Von Glaubensbekenntnissen abgesehen, kann man den zweiten Leitsatz der Schneller-Schulen: „Den Frieden miteinander Leben zu lernen“ wohl besser lehren, wenn man die Anderen zu verstehen sucht, trotz aller Gewalt.Dazu hat Pfarrer Uwe Gräbe an diesem Abend einen großen Beitrag geleistet.

 

Das Wesen des Gedichts

 

Donnerstag

Flammenzunge, Hitzespitzen, Baldentbrandtes, Angelecktes

Bewegung und Kraft vereint mit Augenraum in Zeugenschaft

Ich bin das Feuer, die Bewegung und die Kraft

Sündigt fortan nicht mehr, denn das Licht braucht euch Werkzeugen

 

Die Seele mag abgeben, seht die Welt ewig schön unter ihrem Segen

tut nicht mehr das Böse, mit dieser Seinsweise wird man die Welt erlösen

Habt Ihr in der Welt der Farben, das Böse erkannt?

Denn die Welt ist nicht genug-

braucht tiefen Blick hinter dem Schneller-Höher-Weiter-Spuk.

 

Das Böse ist das Selbst behaupten, wenn schon die Flamme an im leckt

Das Böse ist dem Wandel wehren, der in der Lebensflamme steckt

Das Böse ist die Unwissenheit über die Unsterblichkeit

Wie die Gier kommt der Trug aus deinem Auge.

 

Erfolgreich ist der Early Bird. Schon im Dunkeln

singt der Vogel namens Glaube

Deine Seele braucht sich und schwimmt in deines Körpers Licht und Grenze

Vergisst du dich befreit sie sich in ihrem eigenen Gesicht

in erleuchtender Ansicht

Ewig glücklich jauchzt sie mit Martin Walser: „Mehr als schön ist nichts“

Denn die Seele ist federleicht – durchlichtet – das Wesen des Gedichts.

Rezept: Kitchery mit Kichererbsen

Zutaten für 3 Portionen:

100 g Mungobohnen

100 g Milchreis(Rundkornreis)

800 ml Wasser

80 g frische Spinatblätter

15 g Korianderblätter(frisch)

80 g Kichererbsen(fertig gekocht aus der Dose)

5 g Ingwer(gehackt)

1 TL Kreuzkümmel(Pulver)

1 TL Kurkuma(Pulver)

1 TL Bockshornklee(Pulver)

1 TL Senfsamen

2 Prisen Salz

½ Zitrone

Kosten für die Zutaten( vorwiegend nicht Bio):  2,50 Euro

Kitchery ist ein einfaches Gericht welches in Indien von Mönchen wie Bauern gerne gegessen wird. Der Reis sorgt für die Kohlenhydrate, die Mungbohnen für das hochwertige Eiweiß. Es ist es so lecker und preiswert das manche Mönche sich ausschließlich davon ernähren. Auch im Kundalini-Joga gibt eine Diät in der man über Wochen den ganzen Tag nur Kitchery ist. Den kreativen Westler läd Kitchery als Basis dazu ein immer wieder etwas zu verändern und zu verfeinert. So könnte man es beispielsweise, so wie  der Jogalehrer Andrey Jeworutzki im Netz empfiehlt auch mit Zimt und Kardamon verfeinern. Normalerweise ist man Kitchery ohne Kichererbsen, Spinat und Korianderblätter. Rezepte zu diesem Gericht findet ihr zum Beispiel bei Andrey. Die Vorzüge meiner Version(work in progess): Kichererbsen sind die erste Wahl in den Kochtöpfen vieler Mamas orientalischer Großfamilien.Grund: Sie sind extrem sättigend, eiweißhaltig und enthalten viel L-Tryptophan, die Vorstufe des Glückshormons Serotonin.Die “harten Nüsse” gibt es  schon in gekochter Form günstig im Orientmarkt. Genauso wie die frischen Korianderblätter, welche dem Essen die besondere Note geben. Durch den Spinat zu guter Letzt, erhält das Dani-Kitchery das nötige Eisen um stark zu sein fürs Joga und andere Herausforderungen.Auch frischen Spinat findet man oft im Orientmarkt.

Die Entstehungsgeschichte:

Du nimmst 2 Löffel Ghee und gibst sie in einen Topf. Wenn das Ghee geschmolzen ist, gibst du die Gewürzmischung als Ganzes in den Topf und röstest diese achtsam an, bis die ersten Senfsamen poppen. Das ist das Startsignal um ein wenig mit Wasser abzulöschen. Danach nimmst du die gewaschenen und von holzigen Anteilen befreiten Spinatblätter und gibst sie gemeinsam mit den Korianderblättern in den Topf. Wenn nötig etwas ablöschen. Wenn der Spinat deutlich an Volumen verloren hat, gibst du die Mungobohnen und den Reis hinzu und löschst mit 800 ml Wasser oder Kokosmilch ab(Der Jogi nimmt Kokosmilch der Mönch Wasser 😉 ).Nun ist es wie bei allen risottoartigen Gerichten besonders wichtig die folgenden 45 Minuten Kochzeit am Ball zu bleiben und gelegentlich umzurühren oder abzulöschen. Nach den ersten 30 Minuten auf höchster Stufe noch 15 Minuten Herdplatte zurückschalten und mit gesteigerter Aufmerksamkeit köcheln lassen. In den letzten 5 Minuten kommen die bereits fertig gekochten Kichererbsen hinzu. Erst jetzt kommen das Salz und der Saft der halben Zitrone dazu. Je nach Geschmack kannst du noch mit Zucker oder Dattelsirup süßen. Kitchery ist ein verblüffend einfaches und vollwertiges Gericht, das man geschmacklich mit wenigen Gewürzen in vorwiegend süß oder  vorwiegend salzig schmeckend umändern kann. Guten Appetit

 

 

P.S: “Kritisiere nicht den Jogi, sondern des Jogis Tat” frei nach Benedikt von Nursia

 

 

 

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Der Geist des Gartens

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Der Geist des Gartens ist der Geist des Wartens,

Der Geist der Tatkraft und des Hingegebenseins.

 

Der Geist des Gärtners ist der Geist

der Obacht in der Ohnmacht,

der Sähkraft und des Hingegebenseins.

 

Der Geist des Gärtners ist der Geist

des Tuns im Lassen,

der Geist des Sehens und Vorübergehenlassens

 

Gebeugt über den gefallenen Samen

spricht der Sähmann sein Amen

Und der Gefallene ersteht in der Frühlingssonne wieder

wie unsere Lieder

 

Das Seins des Gartens ist das Sein des Samens,

des Knospens und der Blühte

 

Die Seel des Gartens ist das Sein welches diese fragile Blühte

mit all ihrem Sein aufhebt in ihrer Güte

 

Der Geist des Gartens ist der Geist des Wartens,

der Geist der Sehkraft in der Kargheit der Zeit

(Daniel Baz, 05.02.2018)

 

Erneuerung

Es zerbricht in der Stirn über leuchtenden Wangen – das alte Verlangen

Ein Neues ist empfangen.

Der schnaubende Vogel mit Löwenkopf durchmustert

in aller Klarheit den gespaltenen Kopf.

Sein Wesen ist Kraft, die befreit,

sein Unwesen die Unbeherrschbarkeit.

Nun siehst du ihn wie Rilkes Panther seine Stäbe

und wie die Stäbe des Panthers Tanz.

Du hast ihn eingefangen dank Distanz

Dein Verlangen spricht in gemildertem Glanz: Komm werde ganz!

Nun reicht das Vogel-Bild dir bis zum Herzen.

Und spricht: Nimm auf dich meine Schmerzen!

durchschaue meine Arroganz und geh im Flug

zum Sturme auf Distanz.

 

Erneuerung heißt Achtsamkeit im Neu-Anheben

Die Dinge zu überschauen und darinnen auf die Reichweite der Nähe zu vertrauen

Den Feuergeist ganz selbstverständlich weiterzuverschenken

doch seine krasse Klarheit zunächst mit dem Herzen zu durchdenken

Es verschmilzt im Herzen das alte Verlangen-

Zeit ein Neues zu empfangen!

(Daniel Baz 28.10.2017)

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