Ramadanisches Koranlesebuch Tag 2

DSC01186Im Namen Allahs,
des Allerbarmers, des Barmherzigen

1
Alif-Lām-Mīm-Rā. Dies sind die Zeichen des Buches. Was zu dir von deinem Herrn herabgesandt worden ist, ist die Wahrheit. Aber die meisten Menschen glauben nicht.
2
Allah ist es, Der die Himmel ohne Stützen, die ihr sehen könnt, emporgehoben und Sich hierauf über den Thron erhoben hat. Er hat die Sonne und den Mond dienstbar gemacht – jedes läuft auf eine festgesetzte Frist zu. Er regelt die Angelegenheit, Er legt die Zeichen ausführlich dar, auf daß ihr von der Begegnung mit eurem Herrn überzeugt seiet.
3
Und Er ist es, Der die Erde gedehnt und auf ihr festgegründete Berge und Flüsse gemacht hat. Und von allen Früchten hat Er auf ihr zwei, ein Paar, gemacht. Er läßt die Nacht den Tag überdecken. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.
4
Und auf der Erde sind nebeneinanderliegende Landstriche und Gärten mit Rebstöcken und (sonstige) Pflanzen und Palmen, mehrstämmig und einzelstämmig, die (alle) mit demselben Wasser bewässert werden. Wir zeichnen die einen von ihnen vor den anderen im Ernteertrag aus. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die begreifen.
5
Und wenn du dich (schon) wunderst, so sind ihre Worte wunderlich: „Sollen wir etwa, wenn wir zu Erde geworden sind, denn wirklich in neuer Schöpfung (erstehen)?“ Das sind diejenigen, die ihren Herrn verleugnen; das sind diejenigen, die Fesseln um ihre Hälse haben; das sind die Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.
6
Sie wünschen von dir, ihnen das Schlechte vor dem Guten zu beschleunigen, obwohl doch vor ihnen beispielgebende Strafen ergangen sind. Dein Herr ist gegen die Menschen wahrlich voll der Vergebung, trotz ihres Unrechts. Aber dein Herr ist wahrlich (auch) streng im Bestrafen.
7
Diejenigen, die ungläubig sind, sagen: „Wenn doch ein Zeichen von seinem Herrn auf ihn herabgesandt würde!“ Du bist aber nur ein Überbringer von Warnungen. Und jedes Volk hat einen, der es rechtleitet.
8
Allah weiß, womit jedes weibliche Wesen schwanger ist und wie der Mutterleib abnimmt und wie er zunimmt. Und alles hat bei Ihm ein Maß.
9
(Er ist) der Kenner des Verborgenen und des Offenbaren, der Große und hoch Erhabene.
10
Es ist gleich, ob jemand von euch seine Worte geheimhält oder sie laut vernehmbar äußert und ob jemand sich bei Nacht verbirgt oder bei Tag offen hervortritt.
11
Er hat vor sich und hinter sich Begleiter, die ihn auf Allahs Befehl beschützen. Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist. Und wenn Allah einem Volk Böses will, so kann es nicht zurückgewiesen werden. Und sie haben außer Ihm keinen Schutzherrn.
12
Er ist es, Der euch den Blitz (als Grund) zur Angst und zum Begehren sehen und die schweren Wolken entstehen läßt.
13
Und der Donner lobpreist Ihn und (desgleichen) die Engel aus Furcht vor Ihm. Und Er sendet die Donnerschläge und trifft damit, wen Er will. Dabei streiten sie über Allah, wo Er doch stark im Streiten ist.
14
Ihm gebührt die wahre Anrufung. Diejenigen, die sie außer Ihm anrufen, erhören sie in nichts. Sie sind nur wie einer, der seine Hände nach Wasser ausstreckt, damit es seinen Mund erreiche, aber es erreicht ihn nicht. Aber das Bittgebet der Ungläubigen geht nur ins Leere.
15
Und vor Allah wirft sich nieder, wer in den Himmeln und auf der Erde ist, ob freiwillig oder widerwillig, und (auch) ihre Schatten, am Morgen und am Abend.
16
Sag: Wer ist der Herr der Himmel und der Erde? Sag: Allah. Sag: Nehmt ihr euch denn außer Ihm Schutzherren, die sich selbst weder Nutzen noch Schaden zu bringen vermögen? Sag: Sind (etwa) der Blinde und der Sehende gleich? Oder sind (etwa) die Finsternisse und das Licht gleich? Oder haben sie Allah (solche) Teilhaber gegeben, die eine Schöpfung wie die Seinige schufen, so daß ihnen die Schöpfung ähnlich erscheint? Sag: Allah ist der Schöpfer von allem, und Er ist der Eine, der Allbezwinger.
17
Er läßt vom Himmel Wasser herabkommen, und dann fließen Täler entsprechend ihrem Maß, daraufhin trägt die Flut aufschwellenden Schaum. Und aus dem, worüber man das Feuer anzündet, im Trachten (da)nach(,) Schmuck oder Gerät (anzufertigen, entsteht) ein ähnlicher Schaum. So prägt Allah (im Gleichnis) das Wahre und das Falsche. Was nun den Schaum angeht, so vergeht er nutzlos. Was aber den Menschen nützt, das bleibt in der Erde. So prägt Allah die Gleichnisse.
18
Für diejenigen, die auf ihren Herrn hören, ist das Beste. Diejenigen aber, die nicht auf Ihn hören, wenn sie alles hätten, was auf der Erde ist, und noch einmal das Gleiche dazu, würden sie sich sicherlich damit loskaufen. Für sie wird es eine böse Abrechnung geben, und ihr Zufluchtsort ist die Hölle – eine schlimme Lagerstatt!
19
Ist etwa jemand, der weiß, daß das, was zu dir von deinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, die Wahrheit ist, wie jemand, der blind ist? Jedoch bedenken nur diejenigen, die Verstand besitzen.
20
Diejenigen, die Allahs Bund halten und das Abkommen nicht brechen
21
und die verbinden, was Allah befohlen hat zu verbinden, ihren Herrn fürchten und Angst vor einer bösen Abrechnung haben
22
und die geduldig sind im Trachten nach dem Angesicht ihres Herrn, das Gebet verrichten und von dem, womit Wir sie versorgt haben, heimlich und öffentlich ausgeben und mit dem Guten das Böse abwehren, für sie gibt es letztendlich die Wohnstätte,
23
die Gärten Edens, in die sie eingehen werden, (sie) und diejenigen, die rechtschaffen waren von ihren Vätern, ihren Gattinnen und ihren Nachkommenschaften. Und die Engel treten zu ihnen ein durch alle Tore:
24
„Friede sei auf euch dafür, daß ihr geduldig wart!“ Wie trefflich ist die endgültige Wohnstätte!
25
Diejenigen, die den Bund Allahs nach seiner Abmachung brechen und das trennen, was Allah befohlen hat, daß (es) verbunden werden soll, und auf der Erde Unheil stiften, für sie gibt es den Fluch und eine schlimme Wohnstätte.
26
Allah gewährt die Versorgung großzügig, wem Er will, und bemißt auch. Und sie sind froh über das diesseitige Leben; aber das diesseitige Leben (zählt) im Jenseits nur als (vergänglicher) Nießbrauch.
27
Und diejenigen, die ungläubig sind, sagen: „Wenn doch ein Zeichen von seinem Herrn auf ihn herabgesandt würde!“ Sag: Allah läßt in die Irre gehen, wen Er will, und leitet zu Sich, wer sich Ihm reuig zuwendet.
28
(Es sind) diejenigen, die glauben und deren Herzen im Gedenken Allahs Ruhe finden. Sicherlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe!
29
Diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun – für sie wird es Ṭūbā geben, und für sie wird eine schöne Heimstatt (da)sein.
30
So haben Wir dich in eine Gemeinschaft gesandt, vor der Gemeinschaften dahingegangen sind, damit du ihnen verliest, was Wir dir (als Offenbarung) eingegeben haben; und doch verleugnen sie den Allerbarmer. Sag: Er ist mein Herr. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Auf Ihn verlasse ich mich, und zu Ihm bereue ich.
31
Wenn es auch einen Qurʾān gäbe, mit dem die Berge versetzt oder die Erde in Stücke gerissen oder zu den Toten gesprochen werden könnte\.. (würden sie doch nicht glauben). Nein! Vielmehr steht die Angelegenheit ganz bei Allah. Wissen denn nicht diejenigen, die glauben, daß wenn Allah wollte, Er die Menschen wahrlich alle rechtleiten würde? Diejenigen, die ungläubig sind, wird immer wieder ein Verhängnis treffen für das, was sie gemacht haben, oder es wird in der Nähe ihrer Wohnstätten geschehen, bis Allahs Versprechen eintrifft. Gewiß, Allah bricht nicht, was Er versprochen hat.
32
Man machte sich ja bereits über Gesandte vor dir lustig. Da gewährte Ich denen, die ungläubig waren, Aufschub; hierauf ergriff Ich sie. Wie war da Meine Bestrafung!
33
Ist denn Derjenige, Der über jeder Seele steht, (um ihr zu vergelten) für das, was sie verdient hat, (den Götzen gleich)? Und dennoch geben sie Allah Teilhaber. Sag: Nennt sie. Oder wollt ihr Ihm etwas kundtun, das Er auf der Erde nicht kennt, oder über offenkundige Worte? Nein! Vielmehr sind denjenigen, die ungläubig sind, ihre Ränke ausgeschmückt worden, und sie sind vom (rechten) Weg abgehalten worden. Wen Allah in die Irre gehen läßt, der hat niemanden, der ihn rechtleitet.
34
Für sie gibt es Strafe im diesseitigen Leben; aber die Strafe des Jenseits ist wahrlich härter. Und sie werden vor Allah keinen Behüter haben.
35
(Dies ist) das Gleichnis des (Paradies)gartens, der den Gottesfürchtigen versprochen ist: Er ist durcheilt von Bächen; sein Ernteertrag ist immerwährend und (auch) sein Schatten. Das ist das ist die letztendliche (Taten)folge derjenigen, die gottesfürchtig sind, während das endgültige Ziel der Ungläubigen das (Höllen)feuer ist.
36
Diejenigen, denen Wir die Schrift gegeben haben, sind froh über das, was (als Offenbarung) zu dir herabgesandt worden ist. Unter den Gruppierungen gibt es manche, die einen Teil davon nicht anerkennen. Sag: Mir ist befohlen worden, Allah zu dienen und Ihm nicht(s) beizugesellen. Zu Ihm rufe ich, und zu Ihm ist meine Heimkehr.
37
Und so haben Wir ihn als ein Urteil auf arabisch hinabgesandt. Wenn du ihren Neigungen folgst nach dem, was dir an Wissen zugekommen ist, wirst du vor Allah weder Schutzherrn noch Behüter haben.
38
Und Wir haben ja bereits Gesandte vor dir gesandt und ihnen Gattinnen und Nachkommenschaft gegeben. Kein Gesandter kann ein Zeichen bringen außer mit Allahs Erlaubnis. Jede Frist hat eine Vorbestimmung.
39
Allah löscht aus, was Er will, und läßt bestehen; und bei Ihm ist der Kern des Buches.
40
Ob Wir dich nun einen Teil dessen, was Wir ihnen androhen, sehen lassen oder dich nun (zuvor) abberufen, so obliegt dir nur die Übermittlung (der Botschaft), und Uns obliegt die Abrechnung.
41
Sehen sie denn nicht, daß Wir über das Land kommen und es an seinen Enden kürzen? Allah (allein) richtet, und es gibt niemanden, der letztendlich Sein Urteil rückgängig machen kann. Und Er ist schnell im Abrechnen.
42
Ränke haben bereits diejenigen vor ihnen geschmiedet. Aber alles an Ränken ist Allahs. Er weiß, was jede Seele erwirbt. Und die Ungläubigen werden zu wissen bekommen, für wen die letztendliche Wohnstätte sein wird.
43
Diejenigen, die ungläubig sind, sagen: „Du bist nicht gesandt.“ Sag: Allah genügt als Zeuge zwischen mir und euch und derjenige, der das Wissen der Schrift hat.

Anmerkung zum ersten Vers. Wie auch bei 29 anderen Suren des Koran sind ihnen einzelne arabische Buchstaben vorangestellt, die in der Tradition auch als solche vorgelesen werden. Im arabischen nennt man sie fawatih a suwar, die Eröffnungen der Suren. Über ihre Bedeutung gibt es verschiedene Ansichten, manche sagen es seien Abkürzungen für die Namen Gottes, Mystiker wie Rumi sagen gar in ihnen sei die  Kraft Gottes gegenwärtig.

 

19.05 Heute ist für mich der zweite Fastentag, ich war gestern aber zwecks der Abfassung des Artikels zum Ramadan und der abendlichen Tagesausklangsrituale, wie beispielsweise dem Essen nach Sonnenuntergang bis 23.30 Uhr wach. Deshalb bin ich auch erst um 8 Uhr aufgestanden und breche jetzt die Regel vor dem Sonnenaufgang zu Essen. Ich habe heute einen Termin zur Berichterstattung und habe mir deshalb ein reichhaltiges Frühstück aus griechischem Joghurt, Nüssen, Kräutern, Kurkuma, Pfeffer und Schwarzkümmel bereitet. Ich zwinge mich dazu, das Frühstück noch stehen zu lassen und im Koran zu lesen. Ein Lesezeichen steckt auf der Höhe der 13. Sure, Sura Ar-Ra´d(der Donner). Die Sure ist in der deutschen Übersetzung fünf Seiten lang und durchgängig klar und verständlich geschrieben. Auf der ersten Seite wird durch Beispiele aus der von Gott kreierten Natur, der Alleinherrschaftsanspuch Allahs verdeutlicht. Verständige und nachdenkenden Leute würden diese Herrschaft anerkennen und sich ihr erfreuen. Auf der zweiten Seite wird klargestellt das Gott streng in der Vergeltung(Donner) ist aber auch barmherzig und vergebend. Auf der dritten Seite wird vermittelt, dass Gott alles(Täler und Flüsse) nach Maß gemacht hat. Das aber die Gier der Menschen nach Schmuck ist wie der Schaum auf der Oberfläche des Meeres, eine Blase die vergänglich ist. Die im Verlangen nach dem Wohlgefallen des Herrn geduldig sind und das Gebet verrichten und von dem Ihnen gegebenem Spenden und das Böse durch das Gute abwehren, werden mit dem Paradies belohnt werden. Die aber den Bund mit Allah brechen haben eine schlimme Wohnstatt(Gannahan, Das Feuer der Hölle)  Seite vier steht die Herzen würden beim Gedenken an Allah ruhig. Denn Ungläubigen erschienen ihre „Ränke“ im schönsten Licht. Sie bekämen sowohl eine Strafe im Diesseits als auch im Jenseits. Auf Seite fünf wird das Paradies als von Bächen durchflossen beschrieben, seine Früchte seien immerwährend. Alles Planen sei Allahs Sache. Allah wolle keine Götter neben sich deshalb wurde der Koran in arabischer Sprache niedergesandt.Auf Seite vier steht die Herzen würden beim Gedenken an Allah ruhig. Denn Ungläubigen erschienen ihre „Ränke“ im schönsten Licht. Sie bekämen sowohl eine Strafe im Diesseits als auch im Jenseits. Auf Seite fünf wird das Paradies als von Bächen durchflossen beschrieben, seine Früchte seien immerwährend. Alles Planen sei Allahs Sache. Allah wolle keine Götter neben sich deshalb wurde der Koran in arabischer Sprache niedergesandt.

Ramadanisches Koranlesetagebuch Tag 1

DSC01186

Im Namen Allahs,
des Allerbarmers, des Barmherzigen Sure 86, Al-Tariq

Bei dem Himmel und bei At-Tariq! [86:1]
Und was lehrt dich wissen, was At-Tariq ist ? [86:2]
(Es ist) ein Stern von durchdringender Helligkeit. [86:3]
Wahrlich, jede Seele hat über sich einen Hüter. [86:4]
Darum soll der Mensch denn bedenken, woraus er erschaffen ist! [86:5]
Erschaffen wurde er aus einer herausschießenden Flüssigkeit , [86:6]
die zwischen den Lenden und den Rippen hervorkommt. [86:7]
Wahrlich, Er hat die Macht, ihn zurückzubringen [86:8]
am Tage, wenn die Geheimnisse enthüllt werden ; [86:9]
dann wird er keine Kraft und keinen Helfer haben. [86:10]
Und beim Himmel mit seiner Wiederkehr ; [86:11]
und bei der Erde, die sich spaltet! [86:12]
Dies ist wahrlich ein entscheidendes, letztes Wort , [86:13]
und es ist nicht zum Scherzen. [86:14]
Wahrlich, sie planen eine List. [86:15]
Und Ich plane eine List. [86:16]
Darum gewähre nun den Ungläubigen Aufschub, ein klein wenig Aufschub. [86:17]

(Quelle: Islam.de)

Ramadanisches Koranlesetagebuch:

      1. 06.18Nach dem Gespräch mit dem Imam Israfil über den Ramadan bin ich neugierig geworden auf das Ritual des Fastens und sich Rückbesinnens auf Gott in diesem besonderen Monat. Und wie kann man etwas besser nachvollziehen, als wenn man es selbst macht. Da ich mit Hans Küng der festen Überzeugung bin, dass es keinen Frieden ohne Religionsfrieden geben kann und Friede in einem selbst anfängt gebe, ich mich gern diesem noch Fastenritual hin, auch wenn es sich mir nicht vernünftig ausnimmt über den Tag nichts zu trinken. Ich beschließe also jeden Morgen vor dem Essen, eine Sure des Koran zu lesen und so weit es mir möglich ist zu interpretieren.
      2. 05.18

         

        Für mich als Nachzügler ist heute der erste Tag des Fastenmonats. Ich habe morgens nur eine kleine Menge Alb-Linsen mit Kurkuma und Pfeffer gegessen. Ich habe etwas Sprachfindungsstörungen und Kopfschmerz, ich vermute wegen dem Weglassen von Getränken.Gestern habe ich mitbekommen, das einige Muslime versuchen während der 30 Tage des Ramadan den Koran ganz durchzulesen. Ich beginne mit der sechsundachtsigsten Sure mit dem Namen Sura At-Tariq, weil ich das Wort schon mal gehört habe. Allerdings weiß ich nicht ob der arabische Männername, das arabische Wort für Strecke/Weg oder noch etwas anderes, mir Unbekanntes gemeint ist. Wie es meistens zu sein scheint beginnt die Sure mit der Invokation: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! Darauf werden hier zwei weitere Anrufungsobjekte angeführt, der Himmel und At- Tariq.At Tariq wird dann ausgewiesen als „ein Stern von durchdringender Helligkeit“. Daraufhin wird angefügt, das jede Seele einen Hüter über sich hat. Danach wird der Text mir Dunkel, nachdem angeführt wird, dass Mann und Frau aus einer „herausschießenden Flüssigkeit“ erschaffen sind, heißt es im nächsten Satz unvermittelt„Wahrlich, er hat die Macht Ihn zurückzubringen.“ Es ist mir nicht klar wer „Er“ sein soll, der in der Zukunft keine Kraft und keinen Helfer haben wird. Das der Himmel wiederkehrt und die Erde sich spaltet sei ein wichtiges Wort.Als zum Schluss der kurzen Sure gesagt wird, das sie eine List planen und der Autor selbst auch, denke ich an eine reale politische Konfrontation mit Mohammed. Alle Ebenen verschwimmen ineinander und ohne Kontext ist für mich nicht herauszufinden auf welcher Ebene die Angesprochenen Instanzen wirken.

         

        Der Text wurde Mohammed am 17. Ajat zu Mekka offenbart.

110 Jahre Lebensmittel Zäh

Ladenregal2 (1)
Langsam

Wenn Annelore Baz  geborene Zäh nachdem sie wie immer um 14 Uhr mittags den Laden aufgeschlossen hat undsie zu der Tür mit Schelle rein geht, könnte man meinen öfter einmal diesen Klang. Denn kommen tun Mittags manchmal bis zum Ladenschluss um 17.30 Uhr nur drei Leute und davon die meisten zum „schwätza.“ Kurz und klar, der Laden lohnt sich schon lange nicht mehr, aber was machen mit den ganzen Sachen darin. „Die meisten Kunden sind schon gestorben“, meint die trotzdem heitere Ladeninhaberin. Und die anderen kommen nicht mehr seit es kein frisches Obst und Gemüse aus Stuttgart mehr gibt. Stuttgart ist Annelore´s heimliche Liebe, dort hat sie einst im Krankenhaus gearbeitet, als Diakonische Helferin für 60 Mark, dass erzählt sie gern. Und meistens fügt sie dann noch hinzu „Ha ihr hend jo gar koi Ahnung.“ Dann als Blumenverkäuferin bei der Großgärtnerei Kölle, wo sie schon einiges für den späteren Albladen gelernt hat. Erst ab 1976 bediente sie in dem damals noch anders strukturierten Laden Seite an Seite zu ihrer Mutter Marie Zäh. Annelore hat sie Blumen und Gestecke in den Laden gebracht und wohl auch eine erweiterte Kundenschaft.

Ladenregal1
geht es

Wie alles anfing

1908 als Schwester Marie Zäh´s geboren wurde übernahm ihre Mütter Marie Hirning den Lebensmittel und Kurzwarenladen in der Weberstraße 17 von Leuten die weggezogen sind.Man muss laut Annelore wissen: „Damals nähten die alten Weiber noch in der Winterszeit Hemden und Jacken für sich und ihre Leute. Oma´s Laden war nur ein kleiner Flecken des jetzigen Ladens, hinten wo jetzt die Weinflaschen stehen. Oma hatte acht Kinder und kochte nebenher jeden Tag für 5 Leute. Damals starb man noch an Diphterie. Ihr man war Schneider, ohne ihn hätte es vom Geld her mit dem Laden nicht gereicht, damals gab es noch zwei ander Läden im Dorf. Mit 20 übernahm Oma Marie Hirning den Laden. Mit 80 übergab sie den Laden an ihre Töchter Marie Zäh, das war 1968. Spätestens 1976 waren Kurzwaren im Laden schon nicht mehr aktuell. Den Schrank auf dem die Kurzwaren seit 1908 standen hat Annelore immer noch in der zur Kühlung vorgesehenen alten Garage stehen. Durch ihre Erfahrungen bei größeren Gärtnereien, fügte Annelore nun das Konzept eines Blumen und Geschenkeladens zum bestehenden Lebensmittelladen hinzu.In den Jahren von 1976 bis 1996 lief der Laden gut. Dann gab es mit dem Versterben der langjährigen Inhaberin Marie Zäh zu einem Bruch. „Am Donnerstag stand Marie noch im Laden, eine Woche später, war sie nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt, schon tot. Den Stress der Stoßzeiten früher, will die 74 Jährige Annelore nicht mehr, langsam leert sich auch der Laden. Länger wie 2018 darf sie nicht mehr aufmachen. „I hoff halt das no baar Leit kommad, i hau jo immer no scheane Sache.“

DSC01362
 (happy)zu Ende

Link: http://dorfladen-netzwerk.de/

Ein Dorfladen für Feldstetten?

Pfarrer Geißler schaute sich den Dorfladen in Hülben an

DSC01027 (1)
Carina Gleß und Philipp Geißler im Gespräch über den Dorfladen Hülben

 

Seit dem die Discounter sich auf dem Land breit gemacht haben, machen reihenweise Traditionsläden auf dem Land zu. Der Konkurrenzkampf ist zu groß und ihre Verkaufskonzepte stagnierten im Gegensatz zu denen der Discounter mit ihren großen Marketingabteilungen. Seit ein paar Jahren organisiert sich eine neue Generation von Dorfläden. Das Konzept heißt einkaufen da wo ich wohne. Und meistens haben die Töchter der Tante Emma Läden auch einige Vorteile gegenüber ihren altgedienten Namensgebern. Zum Beispiel eine breite Basis und andere Geschäftsform wie der Hülbener Genossenschaftsladen. Wir sind mal beim Hülbener Dorfladen vorbeigegangen.Der erste Eindruck ist, boa – sehr groß, rechts nach dem Eingang steht eine rund drei Meter lange Theke mit frischem Obst und Gemüse. Auffällig sind auch die in Form eines Dreiecks angeordneten drei Säulen. Nadina Severovic begrüßt uns als sie fertig mit Bedienen ist. „Grün meint sie zu den Säulen, da denke ich an Frühling, an Entspannung und Frische.“ Man sieht hier waren bedachte Leute am Werk. 200 Leute an der Zahl stämmen den genossenschaftlichen Laden im Zentrum von Hülben. Brötchen verkaufen neben einem Bäcker auch das geht in Hülben. Severovic ist eine von insgesamt drei Festangestellten. Dann kommt Carina Gleß bittet uns an den Tisch des kleinen Cafes und ergänzt als Buchhalterin des Ladens einige Details.

Alter Laden, Bürgermeister und neuer Laden gingen Hand in Hand

Zu den Festangestellten kommen die Woche über noch 7-10 Ehrenamtliche Mitarbeiter, einer machtzum Beispiel den Lieferservice. „Das Rathaus hat Ende 2016 als klar wurde das Frau Mock ihren Lebensmittelladen bald aufgeben wird im Gemeinderat eine Entscheidung angestrengt. Zur Wahl Standen zwei Szenarien: a)wollen wir einen Tante Emma Laden von den Bürgern oder b) wollen wir was auf der grünen Wiese. Die Entscheidung für unser Konzept viel und ab da konnten wir uns dahinterklemmen“, so Gleß. Dann gab Frau Mock ihren Laden am 31.Dezember 2016 auf. Nach zwei Wochen Pause machten wir dann am 19. Januar 2017 auf. Wir hatten immer die Unterstützung der Alten Garde um Frau Mock, die noch die Preise verglichen haben, bevor wir uns für den Lebensmittellieferanten Utz entscheiden haben. Grundsätzlich ist so einen Laden hochzuziehen schon sehr aufwendig. Wir haben jetzt 220 qm Ladenfläche mit Lagerfläche. Wir haben eine Leader-Förderung mittlere Alb erhalten. Der größte Kostenfaktor sind die Personalkosten. Unser Konzept ist es auch viele regionale Produkte zu führen, diese Produkte brauchen aber die meiste Arbeit. Man braucht Backwaren. Hier in unserem Schaufenster zu sitzen war für manche am Anfang ein Problem, jetzt freuen sich die Leute, wenn sie beim Kaffee mitbekommen, was auf der Straße los ist . Auch das Obst und Gemüse vom Gemüsehändler ist zentral wichtig. Genau wie Molkereiprodukte. In den Räumen hier war früher ein Schleckermarkt. Frau Bauer, gehörte auch zur Alten Garde, sie war früher beim Becker, und hat uns sehr weitergeholfen bei den ersten Schritten. Ein Farb- und Rahmenkonzept ist wichtig für so einen Laden, das haben wir vorher schon mit den grünen Pfeilern gesehen. Utz oder Okle helfen einem da weiter. Unseren Salat haben wir vom örtlichen Gärtner. Am Anfang war unser Sortiment kleiner, wir haben dann Zettel ausgelegt, was den Leuten noch fehlt und nach und nach aufgefüllt, jetzt haben wir halt zwei Sorten Sahne. Pfarrer Geißler der aufmerksam zugehört hat und auch selber viele Fragen los wurde will einen Laden der zugleich Begegnungsstätte ist. Er ist etwas überrascht über das Ausmaß des Ladens, darüber das eine Post zu haben gut sei, aber Zeitschriften Pflicht.

DSC01016 (1)
Frisches Obst und Gemüse ist wichtig

In welchen Dimensionen denken?

Hülben hat ja schließlich mit seinen 2900 Einwohnern auch fast dreimal so viele wie Feldstettenoder spräche das eher für einen Ortschaften übergreifenden Laden? Der hülbener Laden hat Montags bis Samstags vormittags von 8.00 bis 12.30 Uhr und nachmittags von 14.30 bis 18.50 Uhr auf. Außer Mittwochs da ist Ruhetag. Für eine etwaige Vorstellung des Ansinnens im Gemeinderat so weiß Gless, ist es gut wenn man schon Planungsdetails für den Laden hat. In Feldstetten, so Geißler habe er schon einen Raum und die Ortsvorsteherin halte es für eine gute Idee, ein Dorfgemeinschaftshaus gibt es ja schon. Zwei Jahre Vorbereitungszeit müsse man, so Gleß, schon rechnen. Außerdem sei es wichtig andere Einzelhandelstreibende in den Laden zu integrieren. Vom Seco über Milch, Mehl und Nudeln stehen hier viele regionale Produkte in den Regalen.Um etwas großes anzufangen braucht man manchmal Vorbilder, der Hülbener Laden hat sicher viele Anstöße gegeben. Geißler will sich als Theologe auch noch den Laden in Kohlstetten anschauen, wo die Kirche involviert ist. Laut Gleß sei der Laden in Aßmannshardt hinter Munderkingen noch ein sehenswertes Projekt.

DSC01017
Regional und integrativ sollte ein Dorfladen sein

Auf der Kutsche zum Weltkulturerbe

DSC01321Es ist ein schöner Tag und während ich von der Anhöhe des Parkplatzes an der Abzweigung nach Sonderbuch hinab nach Blaubeuren laufe, sehe ich in frischem Gelb eines jener zahlreichen guterhaltenen Fachwerkhäuser der romantischen Stadt. Ein paar hundert Meter weiter begegnet mir wieder das Ulmer Lilienfries am ehemaligen Klosterkeller, unterhalb dessen eine blaue Tafel mit einem Hufeisen gesäumt von Pfeilen. Als ich Richtung Blautopf einbiege, sehe ich schon eine Menschentraube in Wartehaltung. Dann fahren die zwei Pferdegespanne mit ihrem beruhigenden Schritttakt langsam ein. Unser Ausflug geht zu zwei Höhlen des Weltkulturerbes(Geißenklösterle und Hohle Fels), vorbei am Blaubeurer Ried und dem Rusenschloss. Engelbert, der Rheinländer, hat die Fahrt von den überwiegend in Reutlingen wohnenden Leuten geschenkt bekommen. Die Reutlinger setzen sich auf das erste Gespann,  Claudia Stark ist hier die Kutscherin. Auf dem anderen Pferdewagen fährt die Gründerin des Gastgebers Rossnatour  Christel Erz, an Bord sind eigentlich nur Alexander, der selber Kutsche fährt, seine beschenkte Mutter und ich. Hier ziehen zwei braune Schwarzwälder namens Memory und Leopold  den Wagen. Iris Bohnacker ist heute unsere Führerin, was die Hintergründe der Sehenswürdigkeiten betrifft. Unsere Augen stehen noch ganz im Türkisgrün des Blautopfes. 22 Meter Tiefe, so klärt sie uns auf, machen dieses träumerische Grün. Wasser filtere die Lichtfrequenzen  Rot und Gelb heraus und so gebe es diesen einleuchtenden Effekt, der durch den hohen Kalkgehalt des Albwassers noch verstärkt werde. Alexander fasst es so zusammen: “Wenn ihr auf der Alb pisst kommts hier unten raus.” Und tatsächlich an den augenschmeichelnden Trichter des Topfes schließt sich ein ausgedehntes System unterirdischer Höhlen an, von dem bisher sage und schreibe 13 Kilometer erforscht sind. Die Urdonau hat sich zu Urzeiten in solche Tiefen gefressen. Wir sind gerade auf dem Weg zum Blaubeurer Ried, ebenfalls ein monumentales Überbleibsel des Hungers dieses doch längst versiegten Flusses.

Auf dem Weg zum Geißenklösterle

Am Stadtrand von Blaubeuren, nahe des Hahn-Gymnasiums winken uns Camper, die mit ihren Campingstühlen teils neben ganzen privatisierten Omnibussen sitzen. Bald begleitet die heiter fließende Blau unsere Fahrt. Die Braunen laufen Schrittgeschindigkeit, das ist die langsamste Pferdegehweise neben Trab und Galopp. Claudia meint, dass sei die beste Geschwindigkeit für den Menschen um alles mitzubekommen und tatsächlich ist es beruhigend und anregend zugleich.  Iris holt Flusskiesel raus und fragt woher  die sein könnten. “Von der Blau”, meint Alexander´s Mutter. Nein. Die sind von der Höhe der anderen Uferseite. Dort floß vor 150000 Jahren die Urdonau und hat das ganze Blautal, dass wir hier befahren, ausgefräst. Eine beeindruckende Vorstellung das ein Fluss so ein ausgedehntes Tal erschaffen hat. Dort oben sieht man auch das Rusenschloß, oder Hohen Gerhausen.  Hier fand man Knochen von Neandertalern, die circa 50000 vor Christus lebten und von Steinböcken. Nach dem Tal, dessen Wiesen in voller Frühlingsblüte stehen, wechselt die Expertin den Wagen. Dann streifen wir das Blaubeurer Industriegebiet, die Vorbeifahrt am Aldi kommentiert Alexander:  “Und so ernährt sich der Homo Sapiens heute.”Gerade im Industriegebiet merkte man die scharfsinnige Kulturkritik der Mitfahrer am deutlichsten. Wir sind auf dem Weg zum vier Kilometer vom Blautopf entfernten Geißenklösterle, wo die ältesten Musikinstrumente der Welt gefunden wurden. Während mir Christel erklärt wie die verschiedenen Teile des Gespannes heißen, deutet sie plötzlich auf ein Holzkreuz rechts von den Eisenbahnschienen. “Hier hat sich Adolf Merkle das Leben genommen”, meint sie. “Memento Mori”, denke ich etwas schockiert – gedenke der Sterblichkeit. Nach ein paar weiteren Minuten in dem angenehmen Fahrtwind entlang von Kräuterwiesen, machen wir Halt bei einer stattlichen Linde, links davon erhebt sich der Steilhang der zum Geißenklösterle führt.Die Wagen mischen sich wieder. Eine Frau sagt auf halben Weg zu der Höhle, “Ich dachte wir sind vier Stunden lang auf dem Wagen, von Steilklettern wusste ich nichts.” Hier im Geißenklösterle wurden mit der Elfenbeinflöte und den kleineren Flöten aus Vogelknochen die ältesten Musikinstrumente der Welt gefunden. Die Senkbleie, die man durch die Sicherungsgitter sieht, sind für Archäologen bei der Ausgrabung essentiell wichtig da ein Fundstück nur wirklich zum Sprechen gebracht werden kann, wenn man weiß, neben was und in welcher Schicht es liegt. Die Flöten stammen aus dem Aurenatien, das zwischen 35000 bis 40000 vor Christus angesetzt ist.Vom Geißenklösterle in Blaubeuren bis zum Ziel unserer Reise dem Hohle Fels in Schelklingen sind es nun noch vier Kilometer. Als der Vorderwagen schon etwas weggezogen ist, sieht man die geselligen Insassen ihr nächstes Bier bestoßen.

Vom Geißenklösterle zum Hohle Fels

Die Pferde die uns so treu befördern sind echte Arbeitspferde, genauer gesagt Schwarzwälder, kleine Kaltblüter. Alexander der selber Schwarzwälder halt meint: “Pferde laufen in der Natur auch, es gibt nichts Schlimmeres für ein Pferd als rumzustehen.” Claudia, die Kutscherin des Vorderwagens meint danach: “Bei einer Tagestour brauchen die Pferde schon eine Pause, wo sie Essen und Trinken können.” Über das Gespräch kommen wir schneller beim “Hohle Fels” an, als wir dachten. Dies mal sind alle motiviert,vielleicht  weil Iris eine große Höhlenhalle angekündigt hat. Ein Waldorfschüler hilft Iris die massive Stahltür zu öffnen. Kommentar: “Kaum gerade schreiben können aber uns die Tür öffnen wollen.” Zuerst dürfen die Kinder unter Ivonnes Aufsicht allein in die Höhle, ohne Licht…Nach einer Zeit kommt das erste Mädchen heraus: “Uns haben Fledermäuse angekackt.” Dann brüllt die zweite dramatisch: “Da kommt ihr nie wieder raus.” Die Höhlenhalle des Hohlen Fels ist mit 500 qm Fläche und 30 Metern Höhe die größte der Schwäbischen Alb. Der vortreffliche Klangkörper der Höhle wird natürlich gerne für Höhlenkonzerte genutzt. Der imposante Hohlraum entstand eins durch sich kreuzende Wasserströme. Die Höhlentropfsteine fehlen allerdingst, die haben sich die Herren vom Alten Schloss in Stuttgart laut Iris für Wandverkleidungen dort kommen lassen. Als die Höhle entstand gab es das jetzige Tal noch nicht. Nur weil der Hohle Fels höher liegt, fleißt in ihm nicht wie im Blautopfhöhlensystem Wasser. Die wichtigen Funde wurden aber nicht in der Höhle, sondern in der vorderen Höhle gemacht, hier liegen Sandsäcke auf verscheidenen Höhenniveaus, welche die unterschiedlichen Fundzeitalter bezeichnen. Das Gravettien 20000 vor Christus, das Magdalenien 30000 vor Christus und das Aurenatien 40000 vor Christus. Die Begriffe sind französisch auszusprechen. Die sechs Zentimeter hohe Venus vom Hohle Fels wird auf 35000 bis 40000 Jahre geschätzt. Als Iris eine Nachbildung von der opulenten Frauen-Figur rumgibt, meint eine andere Frau lachend: “Aufs Wesentliche reduziert”, die Venus hat original keinen Kopf aber einen Anhänger auf der Höhe des Kopfes, das gibt Rätsel auf.Unter der Gruppe kommt eine richtige Fährtensuche auf. Ihre Brüste sind auffällig straff. Vieleicht ein Fruchtbarkeitssymbol, meint eine Frau. Iris meint auch die Venus könne aufgrund der auf dem Bauch deutenden, fein gewirkten Händen auch eine Art Geburtshelferin sein.Iris gefällt aber ein weiterer Fund von hier noch besser. Eine Art Werkzeug zur Herstellung von Seilen vermutet sie, sie ist von der Komplexität des Verfahrens der Seilproduktion ganz angetan.Es bleiben einige Fragen unbeantwortet.

DSC01284
Die weißen Schichten am Höhlendach nennt man Mondmilch, tut man sie ins Glas sieht es aus wie Wasser mit Uoso.

Nach dem verletzungsfreien Abstieg wurde im ersten Wagen eine neue Stufe der Partyrakete gezündet. Das eindrücklichste Zeichen eine große Flasche Geldermann Rose.´ Jetzt machte ich erst Bekanntschaft mit den Pferden des vorderen Wagens rechts Lee Brown, nach einem Frauenhelden benannt, und links Rosalie. Manchmal machen die starken Zugpferde 3-4 Touren in der Woche manchmal nur eine verrät Kutscherin Claudia. Die beiden trainieren aber darüber hinaus noch als Waldarbeiter. Solche Touren können die Tiere nicht fahren wenn sie nicht trainiert sind. Der Werbespruch von Rossnatour stimmt wirklich. “Weil der Hufschlag den Herzschlag verändert.” Der Takt den die Vierbeiner vorgeben harmonisiert, das ganze Gefüge auf dem Planwagen. Auch wenn wir in Blaubeuren auf der normalen Straße einiges an Entspanntheit einbüßen, so entschädigen die winkenden Leute doch für einiges. Vorbei am bekletterten Klötztle Blei und am Krankenhausparkplatz. Kommentar: “Die Farbe gab´s günstiger”, vor der Tempo Dreißig Bemalung auf der Straße Richtung Kloster scheuen die Braunen, dann kommen sie aber schnell wieder in ihren Huftakt zurück.Die kleine Lena springt vor wir ankommen noch raus um einen Handstand zu machen. Und zu guter letzt erfahre ich unter Aufbietung aller journalistischer Rafinesse, das der Waldorfschüler Giacomo Leopardi heißt. Ein lustiger Haufen löst sich auf und ich freue mich schon auf das Riesenradischen, welches mir zum abendlichen Fastenbrechen mit auf den Weg gegeben worden ist.

Die vielen Gesichter des heiligen Geistes ein Erfahrungsbericht

DSC01351
Gott wohnt, wo man ihn einläßt. (Jüdisches Sprichwort)

 

Nachdem im Haus der Hoffnung wo ich die Pfingstlichkeit am meisten erwartet hatte am Pfingstsonntag kein Gottesdienst war, brach meine Suche nach dem Geist Pfingstens erst an. Da es schon 10.17 Uhr war erfreute es mich, dass in der Blaubeurer Innenstadt noch ein Gottesdienst eingeläutet wurde.Die ersten die ich in die Stadtkirche hineingehen sah waren eine indisch anmutende Frau und ihr Sohn. Dann zeigte sich die schöne Kirche aber mir 45 meist älteren Menschen nur zu etwa einem Achtel besetzt. Nun aber kam in dem Wochenspruch der Evangelischen Kirche, den Pfarrer Börkircher von der Kanzel rief, ein weiterer Hinweis auf das Wesen des Heiligen Geistes. In einem Wort Gottes an Serubbabel, den Stadthalter von Juda, heißt es: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen“… . Gottes Geist verbindet, alles in Allem, stellte der leutselige Theologe noch hinzu. Und nach dem fulminanten einleitenden Orgelspiel von Matthias Hauser, kommentierte der Pfarrer humorvolle Pfarrer „Da hat Gottes Geist schon ganz schön gebraust.“ Dann las Börkircher die Stelle im Johannesevangelium vor, die ihn selbst zum Thema Heiliger Geist am meisten berührt hatte, nämlich Johannes 20, 19-23 wo der auferstandene Jesus seinen Jüngern erscheint.

Wie der Vater mich gesandt hat so sende ich euch

Dort heißt es in Vers 21: „Wie der Vater mich gesandt, so sende ich euch.“ Dann hauchte er sie an und sagte „Empfangt Gottes heiligen Geist! Wem ihr die Schuld erlasst, dem ist sie von Gott vergeben. Wem ihr sie nicht erlasst, dem ist sie auch von Gott nicht vergeben.“ Das Pfingstwunder erinnere daran das ein umfassender Frieden auf Erden möglich sei, so Börkircher.Jesu Geist sei kein streibarer, kritischer, sondern ein einmütiger mitfühlender Geist.Der Geist Gottes beantworte Verletzungen nicht mit neuen Verletzungen, er verbinde die Menschen vielmehr auf der Ebene Jesu Christi. Martin Luther King, Franz von Assisi und Mahatma Gandhi hätten in diesem Geist gewirkt. Sein schönes Gebet in dem er unter anderem um den Schutz vor kalter technischer Vernunft, vor Lieblosigkeit und für die geschändeten Tiere betete mündete im „Vater Unser“. Der evangelische Landesbischof July hatte Pfingsten so angesprochen, dass wir an diesem Fest die Verbundenheit in der Kirche in besonderer Weise wahrnehmen.“ Nach dem Gottesdienst, der mit der dorischen Toccata von Johann Sebastian Bach, endete – einem imposanten musikalischen  Versuch die Herabkunft des Heiligen Geistes zu erfassen, war ich müde und wollte heim.

DSC01344
Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
                                                           der Heilig Geist der Mast.                                                         (Kirchenlied “Es kommt ein Schiff geladen” Strophe 2)
DSC01346
Pfarrer Börkircher in der evangelischen Stadtkirche Blaubeuren bei seiner Pfingstpredigt

Die Heimat in Jesus Christus

Die anwesende Freundin, die morgen auf den Jakobsweg geht, lud mich aber mit ihrer Lebensfreude neu auf und als ich straßenaufwärts zur Rittergasse kam, kam mir die Idee ein paar muslimische Freunde, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, zu besuchen. Doch was hörte ich da führ eine inbrünstige Stimme, etwas weiter veranlasste ein Jesus liebt dich Schild durch die hölzerne Türe in Richtung der Stimme hineinzugehen. Hier saßen ein paar schwarze Frauen und ein Schwarzer Mann. „Gottesdienst“, fragte ich und sie antworteten auf Englisch Yes. Ein Gottesdienst einer schwarzen Gemeinde. Der Pastor mit seinem gelben Anzug über seinem schwarzen Talar predigte so kraftvoll, dass es nur noch von der auf ihn antworteten Frau in einem scharz-weißen Kleid mit Hut übertroffen werden konnte. Ungefähr die Hälfte der 27 Leute, mit vielen Kindern trug ein traditionelles afrikanisches Gewand.Da erinnerte ich mich wieder an den Beginn des Johannesverses von Börkircher: „ Es war spät abends an jenem Sonntag. Die Jünger hatten Angst vor den führenden Männern, deshalb hatten sie die Türen abgeschlossen. Da kam Jesus und trat in ihre Mitte. „Ich bringe euch Frieden!“ sagte er. Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Sie freuten sich sehr als sie den Herrn sahen. Noch einmal sagte Jesus zu ihnen: „Ich bringe euch Frieden! Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich nun euch.“ Es hiengen überall verschiedenste Fahnen, der Pastor sprach auf Französisch, die Frau übersetzt auf Englisch. Nicht nur die mir meist unverständlichen Worte des Pastors waren so intensiv, sondern auch die Art wie die Älteren mit den Kindern umgiengen. Mein Stuhlnachbar, von dem sich noch herrausstellen sollte, das er in Sontheim in der Gemeinschaftsunterkunft für Füchtlinge in der Schwabenstraße wohnt und Antonin heißt, hielt einen kleinen Jungen mit weißem Pullie ,wie ein Flugzeug in die Luft – währenddessen rief der Pastor ganz außer sich, zum Takt des Klatschens, Halleluja ins Mikrophon, die Gemeinde antwortet mit A-men, wobei das e wie ein a ausgesprochen wurde.

DSC01347
Elie Ochoo kommt ürsprünglich aus dem Togo, lebt seit 15 Jahren in Blaubeuren und ist Pastor der Kirche Jesus Christus von Nazareth- Haus der Zuflucht e.V in der Klosterstraße 12 in Blaubeurem

Der Pastor endete verhalten mit einem Dank an den Vater, dass er uns besser kenne als wir uns selbst. Dann stellten sich fünf Choristinnen auf. Die opulenteste Sängerin dankte Jesus, dass er seinen Leib gegeben hat. Danach sang sie sehr stark, tief und klar. „If you believe you receive.“ Dann kam das Duo wieder: der Pastor bedankte sich für diesen wunderbaren Moment, denn Jesus uns geschenkt hatte und die Frau antwortete mit: „In the mighty name of Jesus“. Auf dem Flyer den mir jemand zusteckte stand: Jesus Christus von Nazareth Haus der Zuflucht Blaubeuren.Nach einer Lobpreiszeit, wo alle die Stühle verließen und ausgelassen tanzten wurden neue Gesichter begrüßt, ein anderer Weißer und ich. Man fühlte sich nach den ersten Fremdeleien wegen Bildern, nun wie in eine Familie aufgenommen.

Ich sagte zur Begrüßung auf Englisch, „Ich bin Daniel und ich suche nach den vielen Gesichtern von Pfingsten“.Zum Schluss begrüßten sich alle mit Handschlag und nun war es nicht mehr die starke Stimme, die einen über die Schwelle zog, sondern der schmackhafte Geruch des für alle im Namen Jesu bereiteten Essens. Reis mit Hähnchen und Frühlingsrollen. Der Pastor Eli Ochoo lebt schon seit 15 Jahren in Blaubeuren. Er begrüßte mich herzlich und meinte:“Jesus ist unser Haus und unsere Zuflucht, in ihm wird es uns an nichts mangeln“ und lud mich ein am gemeinsamen Essen teilzunehmen. Nach diesem erlebnisreichen Vormittag glaube ich verstanden zu haben was der heilige Geist ist. Das Zulusprichwort: „Gott besucht und häufig, aber meistens sind wir nicht zu Hause“, trifft im Gewühl des Alltags zu.Heute aber habe ich dank dem verbindenden Heiligen Geist ganz ohne den gewohnten Weg nach Hause anzusteuern ein Haus der Zuflucht gefunden. Ich spürte hier, wie durch den Heiligen Geist, die Liebe Gottes ausgegossen wird, der Fremde zu Freunden werden lässt.

Das Feuer des Ramadan

 

DSC01186
Durch das Fasten und das Bewusstsein der besonderen Zeit wächst in den Muslimen die Fähigkeit mit Hungernden mitzufühlen und die Zeit und Hingabe um in ihrem Heiligen Buch, dem Koran, zu lesen

 

In Deutschland ist gerade das Teilzeitmodell des Intervall-Fastens im Trend, welches zur körperlichen Gesundheit beitragen will, der islamische Fastenmonat Ramadan geht da etwas tiefer.Laut destatista leben heute 4.55 Millionen Muslime in Deutschland, die Gläubigen unter ihnen müssen seit 15.05.2018 bis 14.06.2018 fasten. Was bedeutet das für Muslime? Ich fragte einen sunnitischen Theologen, einen Moscheesprecher einer türkischen Moschee und Leute mit schönen Bärten auf der Straße in Ulm.

Viele Muslime fragen irritiert danach warum die Christen nicht fasten und mein Informant Israfil Polat gehört auch dazu: „Gott schreibt uns im Koran vor wie die anderen Gemeinden auch(damit sind Juden und Christen gemeint) zu fasten.“ Das heißt äußerlich erst einmal vom Morgengrauen bis zur Sonnenuntergang nichts zu essen und nichts zu trinken. Es gebe aber drei Bedingungen für das Fasten: 1. gläubig sein 2. geistige Gesundheit 3. Erlangung des Erwachsenenalters. Ist gibt sogar eine ernährungswissenschaftliche Anweisung des Propheten. Der Magen solle 1/3 Essen, ein Drittel Flüssigkeit und 1/3 leeren Raum enthalten. Der Ramadan sei der einzige Monat welcher im Koran erwähnt sei, meint Israfil, der in Ankara islamische Theologie studiert hat „Grundfasten heißt sich von Grundabhängigkeiten zu lösen. Grundabhängigkeiten sind Essen und Trinken. Fasten erschafft mehr Selbstskontrolle, kann Abhängigkeiten bekämpfen und führt zu geistig spiritueller Öffnung.Dazu kommt mit allen Organen zu fasten mit der Hand nichts schlechtes tun, mit dem Ohr keine Lästerungen zu hören und sexuelle Enthaltsamkeit.“ Mohammed sagt dazu laut Israfil: „Wenn jemand mit dir Streit haben will, sollst du nur sagen, ich faste, und ihn stehen lassen.“Fasten dient der Einübung von islamischen Tugenden um sie dann später fortführen zu könne.Ein muslimischer Mann auf der Straße in Ulm, sagt Ramadan heiße wörtlich verbrennen.

Fasten heißt Sünden verbrennen

Ein vollkommenes Fasten verbrenne die Sünden und die abscheulichen Charaktereigenschaften, böse Gefühle und verdorbene Ideen schmelze er wie die Sonne den Schnee. Ein Hadith, also eine überlieferte Aussage von Mohammed, die nicht im Koran steht, besagt laut der Online-Enzyklopädie eslam.de: „Ramadan verbrennt die Sünden und Fehler wie das Feuer das Holz verbrennt.“ Genauso ist von Mohammed überliefert: „Faste und werde gesund“. Ebenso erklärt der bärtige Mann auf der Straße, biete der Ramadan eine Gelegenheit in sich das Leid der Armen und Bedürftigen nachzuvollziehen. Man solidarisiere sich in diesem Monat noch mehr als sonst mit Armen und Bedürftigen. Der Mann rät mir auch aufgrund seiner schlechten Erfahrungen mit deutscher Medienberichterstattung über den Islam, niemandes Worte eins zu eins zu schreiben, auch nicht die eines Theologen, sondern immer selbst zu recherchieren. Mohammed Sarialtin, der Sprecher der türkischen, von Milli Görüs organisierten, Moschee in Ulm sagt mir: „ Es gibt auf der Erde 1,82 Milliarden Muslime, locker meint er, die sollen nicht lügen, sich nicht beklauen und sich nicht die Köpfe einschlagen, die Praktiken während des Ramadan bereiteten darauf vor, diese Tugenden auch später im Alltag besser verwirklichen zu können.

DSC01048
Israfil Polat hat zuerst Soziale Arbeit in Deutschland studiert und lies dann ein Studium der Theologie in Ankara folgen heute ist er Imam an der Zentrums-Moschee in Ulm-Söflingen und arbeitet an einer Doktorarbeit im Bereich der Seelsorge im Islam

 

DSC00690
Auf der Gebetsuhr sieht man die sechs Gebetszeiten für die 5 alltäglichen Pflichtgebete.Die 1,82 Milliarden Muslime sind dank ihrer genau berechneten Gebetszeiten wohl die größte gleichzeitig rhythmisch koordinierte Gemeinschaft der Erde. Das Wissen um die Verbundenheit Umma al Islam, der Gemeinschaft der auf Gott ausgerichteten Gläubigen stärkt die Muslime zusätzlich bei Niederwerfungen, Fasten und Gebeten.

Der Monat in dem die Herbsendung des Koran begann

„Viele nennen das Aid al Futur, welches dreitägig den Ramadan beendet Zuckerfest, beklagt sich Israfil. „ Das ist ein bisschen so wie wenn man Weihnachten Geschenkefest nennt. Futur bezieht sich zuerst darauf, das jeder islamische Familienvater an dem Fest für jedes Familienmitglied eine gewisse Abgabe an Arme und Notleidende abgeben muss.An zweiter Stelle wird an diesem Fest das ramadanische Fasten gebrochen. Der Ramadan ist also nicht einfach eine Möglichkeit das einem das Essen nach etwas darben besser schmeckt, sondern er ist eine der fünf Säulen des Islam. Ebenfalls ist es keine Zeit der Faulheit, sondern im Ramadan wird die Pflicht des fünfmaligen Gebets nach dem Sonnenstand noch einmal intensiviert. Israfil formuliert es so: „Es ist eine Zeit der Rückbesinnung auf den Schöpfer und der Rückgewinnung von dessen Gunst“. Der türkische Mann auf der Straße meinte dazu freudig: „Wir als gläubige Muslime erwarten den Ramadan als einen gesegneten Monat und wir werden ihn auch mit entsprechenden gesegneten Praktiken vergehen lassen. Man kann viel Geduld lernen bei der Bändigung des Hungers und noch mehr bei der Züchtigung alter Gewohnheiten.Islam ist Liebe und Frieden, wir aber sind alle sündig.“ Der Ramadan bestimmt sich nach dem Mondkalender der nur 354 Tage hat, deswegen verschiebt er sich nach unserer Zählweise jährlich um elf bis 12 Tage. Die Herabsendung des Koran an den Propheten Mohammed fand für Muslime im Ramadan ihren Beginn, er bietet eine besondere Atmosphäre für Läuterung. Mit dem Tarawih gebe es in der Zeit des Ramadan ein besonderes Gebet,weiß Israfil, welches auf das Nachtgebet folgt, die Königsdisziplin sei in den dreißig gesegneten Tagen den gesamten Koran an dieser Stelle zu beten. Immer an ungeraden Tagen des dritten Abschnitts des Ramadan(20-30.) sei eine besondere Empfänglichkeit für göttliche Botschaften gegeben, so Mohammed. Mohammed selbst hat sich im letzten Drittel des Ramadan ganz von weltlichen Aktivitäten zurückgezogen und lebte in der Moschee. Die Praxis des Ramadan erscheint uns vom kritischen analysierenden Bewusstsein aus als sehr regelorientiert. Israfil erklärt: „Die Gesetze, Rhythmen und Anleitungen verhelfen mir erst zu der inneren Befreiung. Erst wenn ich von meinen Trieben frei werde, bin ich wirklich frei. Der erste Schritt zur Unabhängigkeit ist, den materiellen Zwängen nicht mehr unterworfen zu sein. Auch die Abhängigkeit von Menschen lehrt der Islam zu überwinden. Ich soll zwar meine Familie lieben, allerdings nicht mehr wie Gott. Man soll nicht beten, gib mir dies oder gib mir das. Man denkt als Muslim auch ans Jenseits, also an den Ort an dem ich entweder für die Treue zu Gott belohnt werde, oder für meine Sünden bestraft.“

Ein Muslim über Kulturen des Islam

DSC04136

Mahmud Demir ist vielen Laichingern wohl bekannt, denn er verkauft schon seit Jahren in seinem Laden auf dem Laichinger Marktplatz Handies. Was viele vielleicht nicht wissen, er studiert islamische Theologie an der islamischen Universität in Rotterdam. Freitags und Samstags fährt er im Rahmen des Fernstudiums zu Seminaren in der Zweigstelle in Ludwigsburg.Auf die Frage warum er das macht gibt er eine unerwartete Antwort.

„Ich will kein Iman, so was wie ein Pfarrer in der Moschee werden. Vielmehr will ich Menschen beim Tag der offenen Moschee oder wenn ich fertig bin auch an Schulen korrekte Informationen über den Islam weitergeben.”

Zum Thema islamischer Religionsunterricht Ja oder Nein, stellt er seinerseits eine Frage. Zur Zeit gibt es islamischen Religionsunterricht nur im Rahmen eines Pilotprojektes. „In Ludwigsburg unterrichtet eine Atheistin den Koran, die einen sechsmonatigen Lehrgang absolviert hat, ist das richtig?, fragt der  Laichinger.“„Ich als Muslim glaube Religionsunterricht ist ganz zentral für die ethische Entwicklung der Kinder. Wenn ich an nichts glaube, was mich beobachtet und im Jenseits auch dafür zur Rechenschaft ziehen wird was ich hier tue, dann werde ich solange andere mit meinem eigenwilligen Tun schädigen bis ich vom weltlichen Gesetz erwischt werde.“ Mahmut ist seit 28 Jahren in Deutschland, er hat Kindergarten, Schule und Ausbildung hier gemacht und er zahlt hier seine Steuern.

Ich bekam in der Schule zu spüren das meine Religion nicht akzeptiert wurde

Er hat, so erzählt er, aber schon in der Grundschule beim Kochen im Hauswirtschaftsunterricht mitbekommen, dass er als Muslim anders sei und darin nicht akzeptiert werde. Er durfte sein nach islamischen Vorschriften(halal) geschlachtetes Fleisch nicht mitbringen. Und auch heute sieht er eine Gleichberechtigung für Muslime noch als Zukunftsmusik. „Vor ein paar Jahren wurde meine Tochter eingeschult und obwohl es bestimmt 25 muslimische Kinder bei der Einschulung gab, wurde neben dem christlichen Gottesdienst kein islamischer Gottesdienst organisiert.“ Mahmud kommt aus Mardin einer uralten Stadt im Südosten der Türkei 20 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Die Stadt sei arabisch geprägt, auch die osmanische Sprache allgemein sei vor den Kulturreformen in der türkischen Republik seit den 20er Jahren in arabischen Lettern gesetzt gewesen.

Man muss zwischen Islam und arabischer Tradition unterscheiden

„Ich bin jemand der immer mehrere Ansichten anschaut. Wenn wir jetzt in die selbe Richtung auf das Haus dort schauen, siehst du vielleicht die Putzfrau im einen Fenster und ich den Mann an der Kasse im anderen Fenster“, schildert Mahmut lebhaft. Vor seinem Theologiestudium, fährt er fort, habe er auch den Koran gelesen, heute verstehe er aber mehr und mehr Zusammenhänge, die ihm ohne das Studium verschlossen geblieben waren.„Es gibt zum Beispiel zwei Suren im Koran über die Mutter des Propheten Jesus(arabisch Isah) die Sure 19 „Mariam“, wo ihre Reinheit gepriesen wird und die Sure „Al Imran“ über ihre Familie.Wenn ich darin lese und weiß, dass wir ähnliche Gebote haben habe ich keine Bedenken, dass Islam und Christentum guten gemeinsamen Boden haben.Im Koran sind Mann und Frau gleichgestellt. Die Menschen im Orient, welche den Mann über die Frau stellen, passen den Koran ihrer Kultur an. Zu Zeiten Mohammeds wurden weibliche Säuglinge teilweise lebendig begraben. Mohammed war der erste in Mekka, der seine Tochter auf der Straße auf der Schulter getragen hat. Eigentlich muss man seine eigene Kultur dem Wort Gottes anpassen, dann ist man ein Gottergebener.Das ist die Wortbedeutung von Muslim. Wenn in Arabien über Generationen hinweg der Vater, ohne ansehen seiner Eignung seinem erstgeborenen Sohn das Geschäft übergibt, dann hat das nichts mit dem Koran zu tun, sondern mit Traditionen und fehlender Bildung.“

Stolpersteine im Kontakt mit Migranten

DSC00970
Auch Heroldstatt´s stellvertretender Bürgermeister Dietmar Frenzel nahm an dem Workshop des Partnerschaftsfonds der Heroldstattstiftung teil

Im Rahmen eines Workshops der Heroldstatt-Stiftung, gab der GewaltpräventionstrainerMurat Sandikci Inputs und Erfahrungen mit muslimischen Migranten weiter.Er selbst ist Türke, hat aber eine deutsche Frau geheiratet und sagt von seiner Mutter, sie könne zwar Deutsch, sei aber nicht integriert. Für seine erste Frage hatte er Prozentangaben in den verschiedenen Richtungen des Raumes in der Berghalle Heroldstatt aufgehängt. Wie wichtig ist ihnen Tradition, war seine Frage? Viele selbst Traditionen Pflegende stellten sich zu den 100 %, die beiden bei 50% begründeten dies wie folgt. Als Kindergärtnerin gebe sie viele Traditionen weiter, sagte Heide Kirschmann, sie habe aber auch schon viele Traditionen gebrochen und fände das richtig. Ralf Schiffbauer, Vorstand der Volksbank in Laichingen, und Mitglied des Fördervereins der veranstaltenden Stiftung meinte: „Traditionen sind wichtig um in den Rückspiegel zu schauen während man etwas neues erfährt.“ Darauf führte der bullige Workshopleiter eine erste Unterscheidung zwischen Migrantenkultur und unserer Kultur ein, die in allen weiteren Entfaltungen von Herausforderungen von tragender Wichtigkeit bleiben sollte. Bei Migranten in der 2. Generation in Deutschland fände man alle bei 100% für Tradition. An Traditionen wie dem Zuckerfest werde in der Fremde umso mehr festgehalten, dabei gehe es auch gar nicht vordergründig um den Islam sondern um das Zugehörigkeitserlebnis, meinte Sandikci. Bevor der variantenreiche Ideengeber für Kommunikationserleichterung zwischen verschiedenen Kulturen seinen Werkzeugkoffer öffnete, gab er eine Aufschlüsselung seiner ersten Unterscheidung.Die Werte und Erziehungsziele in islamisch geprägten Ländern seien verschieden zum westlichen Wertekatalog. An erster Stelle stehe da Gehorsamkeit, dann kämen Ehrenhaftigkeit und Zusammengehörigkeit und Leistungsorientierung.

Gewalt in der Erziehung bei muslimischen Familien

DSC01004

In Deutschland erziehe man die Kinder eher zu Individualität, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung und Leistung, was den islamischen Werten nicht selten diametral widerspräche. Der Mann sei das Familienoberhaupt, er kümmere sich aber nicht um Themen wie Schule und medizinische Versorgung des Nachwuchses, dass seien Domänen der Frau. Der Mann trete bei der Erziehung erst auf den Plan, wenn der Nachwuchs aufmüpfig würde. Dabei werde eine Ohrfeige keinesfalls als Gewalt geächtet, sondern als legitimes Autoritätsmittel des Vaters angesehen, welcher immer Respekt verdiene. Auch die Frau erziehe mit Gewalt, es gebe sogar ein türkisches Sprichwort das sagt: „Wo die Mutter hinschlägt, da wachsen Rosen.“ Der Koran befürworte auch angemessene Gewalt bei der Erziehung. Weiterhin rühre es noch aus der vorislamischen landwirtschaftlich geprägten orientalischen Kultur, dass der Mann als kräftigerer Arbeiter vor den Frauen bevorzugt werde. Die Söhne lernten im Islam keinen Respekt vor Frauen zu haben, dass sei auch ein Problem bei Lehrerin für Flüchtlinge in Deutschland. Selbst die Übergriffe von nordafrikanischen Männerhorden auf Frauen in der Sylvesternacht in Köln, seien für die Männer normal gewesen. Dort sei es gang und gäbe, dass Frauen die leicht bekleidet nachts auf den Straßen seien, als Freiwild angegrapscht werden könnten. Die Grundlage zur Praxis der Verschleierung muslimischer Frauen, sei nicht der Islam, sondern das Alte Testament auf dem der Koran ja beruhe. Dort stehe, so Sandikci, dass Frauen in der Öffentlichkeit nicht so auftreten sollten, dass sie zum Götzen für die Männer werden könnten. Das auch die Männer laut dieser Quelle ihre Haut nicht zeigen dürfen, werde in den von Männern beherrschten Gesellschaften nicht so eng genommen.

Stolpersteine in muslimischen Haushalten

Wenn man beispielsweise als Lehrer ein Gespräch in einem islamischen Elternhaus habe, tue man gut daran den üblicherweise angebotenen Tee und das Gebäck anzunehmen. Auch sei es hier üblich nach der Befindlichkeit der Anwesenden und deren Verwandten zu fragen. Schon zu Beginn auf deutsche Werte zu pochen sei ein No-Go, auch die Argumentation mit Vorurteilen aus deutscher Sicht. Vielmehr müsse man zeigen, dass man die muslimischen Werte kenne und schätze, das sei Bedingung dafür mit den eigenen Anliegen Gehör zu finden. Man solle tunlichst vermeiden die Ehre der Eltern durch zu frühes Ansprechen der Mängel ihrer Kinder, ohne vorige ausführliche Belobigung zu verletzen. In konservativen Familien solle man als Mann Frauen nicht die Hand geben. Nach islamischer Auffassung bietet der Händedruck bereits den ersten Anstoß zu einem möglichen Fremdgehen der Frau. Genauso solle man aber nicht hinter einem Tisch und umringt von Ordnern und Stempeln arabische Familien zu Gast haben. Diese Utensilien schafften eher Distanz als Vertrauen. Manchmal sei aber eine Freundschaft der Familien keine gute Voraussetzung um Einfluss auf die Migranten zu gewinnen. Allgemein hätten islamisch-orientalische Väter mehr Respekt vor Behörden als vor ehrenamtlichen Helfern. Sandikci hatte sich bewusst als Thema nicht die traditionell orientierte, sondern die traditionell-religiös orientierte Familie gewählt. In den Erfahrungsberichten der Teilnehmer zeigte sich oft, dass sich die Helfer gerne mit ihren Aufgaben übernehmen. So beispielsweise bei der Hilfe zweier Frauen für eine nierenkranke Elfjährige. Sandikci empfahl in solchen Situationen einfach einmal einen Schritt zurück zu machen und abzuwarten, was nach einer Zeit ohne Kontakt von der Familie selbst komme.

Wo sehen islamische Migranten die Stolpersteine für ihre Integration?

Sandikci, hat nach einem Freitagsgebet Migranten interviewt, was sie als die größten Probleme bei der Integration sehen. Migranten sagten ihm: Schweinefleischessen und Bier trinken führten zur Integration. Die Kultur, Praktiken, Tradition, Bräuche, Werte und Normen der Herkunftsländer seien ein Problem für die Integration. Kurz: Die Deutschen denken Integration, meinen aber Assimilation. Also die völlige Aufgabe ihrer alten Identität seitens der Migranten zu Gunsten der Identität des Aufnahmelandes. Hierbei bleibt Demokratie aber trotzdem meistens eine Sache der Deutschen, denn das deutsche Wahlrecht erlangen nur die allerwenigsten Migranten in Deutschland je. Die Identitätsbedürfnisse der Migranten seien Geld, gesicherter Aufenthalt, ein sinnvoller Alltag und Handlungs- und Bewegungsfreiheit, sie hätten die deutschen Probleme mit ihnen oft gar nicht auf dem Schirm. Der ehemalige Sicherheitsmann zeigte nun zur Bereicherung der Gesprächsführungskompetenzen der Teilnehmer noch einige Kniffe aus dem NLP. Beispielsweise wie man gewisse Gehirntätigkeiten, wie zum Beispiel eine Geschichte erfinden, an den Augen ablesen kann. Die Teilnehmer durften dann anhand von einer wahren und einer erfundenen Geschichte testen ob sie das Handwerkszeug anwenden konnten. Der Teilnehmer Wolf Nkole Helzle fasste die Früchte des Workshops prägnant zusammen: „Alle sind in ihrer Geprägtheit wie in einer Haut und es ist gut etwas über die andersartige Geprägtheit zu wissen.“

DSC00996
Quelle: selbstSICHERschützen Gewaltprävention, Jugendarbeit und Beratung(Murat Sandikci)

Das Gold der großen Galerie

Im schönen Filstal umgeben von bewaldeten Hügeln liegt der kleine Ort Bad Ditzenbach. Heute ist hier wieder große Kunstnacht. Vor zwei Jahren scharten sich die Leute  hier noch schlotternd um die brennenden Tonnen ob zum Kunstgenuß oder nur um sich aufzuwärmen. Heute bietet sich am Spätnachmittag ein ganz anderes Bild. Die Menschen schwärmen wie Bienen, vom Parkplatz der Vinzenz Therme aus, von viel Sonne gewärmt, mit Fliederdüften in der Nase, zu den Austellungsorten aus. An der Zahl sind es 35 Austeller und 15 Stände mit kulinarischen  Genüssen von  Maultaschen bis zu arabischen Speisen. Vom Beginn um 17 Uhr bis 23 Uhr fährt ein schöner Olitmer-Bus die Orte der Kunst und Inspiration an.

DSC00868
Auf dem Dorfplatz trafen sich Feuer und Wasser in Form von Feuerskulpturen von Oliver Sander und dem Dorfbrunnen. Über diesem exitentiellen Spiel thronte die Illumination der Hiltenburg die Werner Fuchs bewerkstelligte. Immer wieder gab es Trommelshows welche ganz neue Bewegungsspielräume in die offene Kirche transportierten. Kinder spielten und man konnte nachempfinden was Heraklit mit seinem Satz: “Die Weltspanne ist das Spiel eines Kindes” sagen wollte.

 

Als die laue Luft sich langsam mit mit dem Dunkel zu vermählen beginnt  begegnen  die Lilien des Ulmer Lilienfrieses wieder.(Siehe link im Anhang). Diesmal auf einen Bogenornament welches ein Jesuskreuz an der Straßenecke überkuppelt. Ein Strom von Geborgenheit lässt Leichtigkeit des Abends noch an Bedeutungsschwere gewinnen. Das spirituelle Aufgehoben-Sein hebt die Kunst auf transzendentes Niveau.  Ein erstes Indoor-Highlight bietet dann die Ausstellung von Martin Ramsauer  im Haus Vinzenz in der gleichnamigen Klinik. Die Bilder des Malermeisters aus Deggingen beschäftigen sich mit Energie, Transzendenz und Idee und bestechen durch ihre Klarheit und einfache Inspirationskraft. Das Bild “Lichtfänger” könnte man mit der Stimmung in Bad Ditzenbach im Ausnahmezustand heute abend in Verbindung bringen.

DSC00922
Wie eine nach oben ausgerichtete Mondsichel, welche die unbändige Kraft des Zentralgestirns reflektiert und für uns fassbar und er-tragbar macht, so kann man die Kunst an sich sehen.

Zu dieser aufgeladenen Atmosphäre in der die Menschen wie Lichtströme bei jeder Station mit neuen Farben, Formen und Gedankenstoffen angereichert wurden fühlte man sich frei von den Foltern und Rädern des Alltags. Es zogen Musiker durch die Straßen welche das Pittoreske der Szenerie noch beispielsweise mit den pentatonisch kosmischen Klängen der Handpan,  befruchtet durch Gitarrenmelodien durchwoben. Immer wieder passierte es das einem verinnerliche Formen erschienen, die durch einen künstlerischen Schliff, ganz verwandelt da standen. So wie die buddhistische Form von der Sonne im Halbmond bei Ramsauer und in Kunstwerken anderer Künstler. Manchmal entkrampfte sich das Gehirn durch die Anders-Ansicht von Künstlern oder anderer Betrachter. Manchmal spendete die eigene öffentlich verschwiegene und dafür  innigst ausgestrahlte Warte ein vertieftes, manchmal in sich treffenden Blicken, sich entladendes Glück. In dieser Exaltation dachte man an die Jesusworte “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben” und dieses Ich bin….ganz Ohr, ….ganz Farbe, …..ganz Liebelei schien,wie die Mär vom neuen König  durch die zauberhaften Gassen zu hallen. Vielleicht war dieser Gutmensch aus Nazareth einfach nur einer der durch seine Konsequenz einen Weg bereitet hat, denn wir heute alle gehen können und die Muse der Kunst macht ihn uns als unbelastete Komplizin sehen.

 

Engelchen und Teufelchen

Auf der Hauptstraße so hatte ein Bekannter geraten, sei eine Austellung von Comics die Gedankenanstöße geben wollten. Im Laden ihrer Mutter stand nun Tatjana Köhler neben einem mannsgroßen Modell einer Schlüsselblume. In einer an den unschuldigen Seelenkern appelierenden Weise, sprach sie nun darüber, dass sie möchte, das die Leute die Schönheit ihrer Wiesen wieder zu sehen lernten. Dazu hat sie auch einen Comic gezeichnet der in der Art von “Als die Tiere den Wald verließen” dem Schicksal der Wiesenblumen nachspürt, die bezeichnender Weise, nach ihrer Diaspora in einen Menschengarten, zu Feen verwandelt werden. “Tatjana ist das Engelchen, ich bin das Teufelchen” meint ihr kesser Ausstellungspartner Christian Friedrich Feibusch frech. Ein wahrer Philosophenname und wie der rasende Sokrates, kommt der Gestalter und Designer im Handwerk auch daher. Er zeigt auf sein gelb-braunes Bild mit einem Pac-Man darauf; darunter steht “Stop Capitalism.”Er hat ebenfalls einen Comic gezeichnet, in “Antartica” zeichnet er im Jahre 2040 das Bild einer postapokalyptischen Zivilisation die durch Raubbau an der Erde, Klimawandel und Krieg gezwungen ist die ganze Arbeitskraft der Menschen unter die industriellen Energiegewinnung zu versklaven. Seine drohende These: “Das Erdöl welches wir der Erde gerade entziehen ist wie ein Schutzschirm nach Innen vor den heißen Energieschichten im Erdinneren, der eigentliche Klimawandel kommt daher”, ich solle einmal darüber nachdenken meint der kesse Herr mit der Baskenmütze und verlässt die “Bühne”.

DSC00880
Microplastic 2 Go von Christian Friedrich Feibusch eine künstlerische Sichtbarmachung des gefährlichen Wesens der Technik

DSC00886

DSC00923
Martin Ramsauer Transzendenz

Nach den seelischen Inspirationen und den dunklen Szenarien fragte ich mich ob Ramsauer bei der Farbe für das Jesus-Portrait “Transzendenz” von dem Kreuz mit denen schwarz-weißen Lilien inspiriert war. Jetzt war es schon kurz vor Mitternacht nur die beiden Jungs von “Remain a mystery” spielten noch immer auf dem Dorfplatz, während der Feuerhüter Oliver Sanders, seine Holzskulpturen löschte. Ganz zufrieden und schwer vom “Gold” der gemachten Erfahrungen und Kontakte ging es wieder Richtung Parkplatz. Wie hatte Verena Menzel gesagt, ich male seit Oktober 2014 jeden Abend vor dem Ins Bett gehen ein Bild. Und dieses Bild malte ich mir jetzt zu den Klängen von Gitarre und Hand Pan in meinem Geiste. Auch das ich danach noch im Kuppelzelt der Haudegen aus Geislingen zum Tanz angeregt wurde passte zu diesem überfließdenden Rahmen. Diesen sich selbst übersteigenden Rahmen  kommt das Werk “Aufwärts” von Martin Ramsauer am nächsten. Rede aufrecht und geradeaus,denn wer zum Gold will muss mit dem Gold beginnen, dachte ich nachdem ich von einer beflirteten Frau verlassen wurde.

Weiterführende Links:   http://www.martin-ramsauer.de

zum Artikel über eine gnostische Perspektive auf den Ulmer Lilienfries:

https://derweiserabe.wordpress.com/2018/04/28/der-ulmer-lilienfries-zeichen-einer-besonderen-zeit/