Schwarz.Rot.Goldt: Respekt für dich gesunder freier Falke!

Max Goldt am Mittwoch 18.01.23 im Ernst und Anna Rumler Saal im Franziskaner Kloster zu Ehingen

          Max Goldt las in Ehingen gegen die Identitätspolitik   

„Das Einfache ist nur dann genial, wenn es als Folge komplizierter Gedanken auftritt“

(Max Goldt)

„Bei der Guillotine und meiner schreienden Cousine schwör ich,dass ich für Geld nur töte wenn die Kohle mir was nutzt“

(Georg Kreisler, Wenn du mich liebst)

Max Goldt in Ehingen. Für mich absurd. Ich habe Max Goldt über einen comiczeichnenden Soziologiekommilitonen kennengelernt,der über Jahre mit einer Dame zuammen
war, auf die ich auch stand. Sie machte seinerzeit Schluss um mit einer Gleichgeschlechtlichen zusammen zu tun sein. Ich habe den Goldtauftritt damals verpasst um auf die David Hasselhoff-PARTY unseres gerne großen Studentenonline-Magazins Heidexe zu gehen. Was ich aber von ihm überflogen habe, fand ich mindblowing eloquent und akzeptabel linksradikal. Ein bisschen hat mich die Lesung in Ehingen auch wegen der erzkatholischen Bier- und Faschingsstadt an der historsich viel umkämpften Donau gereizt. Denn die oben geschilderten Ereignisse spielten sich in Heidelberg ab. Das wir Progessiven damals nur high ertragen konnten und dass mich persönlich wegen kapitalismuskonfrontativen Aktionen zuletzt auch aus seiner schönen Natur verjagt hat.
Nun meine unironische Erwähnung der Natur als schön entlarvt schon meine heterosexuelle Festigkeit, in seinem Text über eine Reise in das Land Katar aus 2004, outet sich Goldt als Parteigänger des Rockmusikers Farin Urlaub, dessen Zielsetzung alle Länder der Erde zu bereisen und dessen Heteronormativiät zersetzende Ättitüde er seiner staatskatarischen Anstanddame in dem Text anempfiehlt.

Entlarve ich noch oder seziere ich schon?

Ich bin mit den Onkelz aufgewachsen,also die böhsen meine ich,meine Onkelz mütterlicherseits sind aufgrund der Vernichtung ihrer Onkelz im 2.Weltkrieg gestorben. Mein anderer Onkel, starb, so meine etwas fremdenfeindliche Mutter an seinem faulen und ungesunden Lebensstil, ohne dass ich ihn kennenlernen durfte im Libanon. Libanon ist als Land so bisschen das Gegenteil von Heidelberg als Stadt,der Staatszerfall,treibt dort rote, schwarze und multikriminelle Blüten, nur sind die meisten Männer in Beirut,wohl anders als in Tel Aviv, sehr heterosexuell eingestellt. Was mich wieder zu Katar führt. Goldt wurde in seinem Text als Ersatz für die Frau eines deutschen Diplomaten in die Wüstenmonarchie eingeladen. Er erzählt dabei angewidert von einem Falken,in einem Falken-Krankenhaus, der zur Schau aufgeschnitten wurde und wieder zugenäht. Anders als die anderen Falken, die wegen ihrer unnatürlich häufigen Landeanflüge, als dressierte Jagtfalken,eine Krallenkrankheit, die er natürlich mit der korrekten medizinischen Bezeichnung benennt, haben, ist dieser Falke gesund. Katar so sagt mein Vater besteht aus ganz wenigen Einwohnern mit sehr viel Geld. Die Hotelhostessen, aus Mexiko sind nach der moralisch permissiven Bemerkung über den Künstlertypus Farin Urlaub, auch nicht mehr so nett. Und am Ende darf, er anders als manche Journalisten in der konkurrierenden Falkner-Monarchie in Saudi-Arabien, nur als „undankbares Stück“ behandelt wieder ausreisen.Der West-Berliner Goldt, beweist auch in anderen Texten, wie dem aus den 90ern im Kaufhaus des Westens, großen Geschmack und einen scharfen Sinn für die Banalität, dessen; was man qua political correctness, auch als Satiriker ersten Ranges, im Staatsansehen in Deutschland, nicht wie Hannah Arendt, es über den Planer der Züge nach Auschwitz, Adolf Eichmann, noch zu veröffentlichen fertig brachte, als die „Banalität des Bösen“ bezeichnen darf.Vielleicht würde er, als Ärzte-Fan, den Begriff des Bösen auch als zu moralisch ansehen. Den ukrainischen Präsidenten Selenski, aber als Vertreter des Guten anzusehen,müsste uns bei seiner Forderung von 300 Kampfpanzern Leopard 2, auch trotz der Unterstützung von Tino Chrupallas wohl unmöglich sein.Geschmack und Sinn für der medial vermittelte soziale Kälte und ihren kulturkriegerischen Folgen geschuldete Eigenheiten, beweist er zumndest, an einer Stelle, als er von einer ukrainischen Oma spricht, die, im Fernsehen, ein Zwiebelgericht vorstellt und deren Haus, erst seit sieben Stunden abgebrannt ist. Schön fand ich dass, sein Lieblingsgeruch, trotz weitgehender preislicher und geschmacklicher Promiskuität bei Haar-Shampoos, ob aus Selbst- oder Fremdliebebleibt offen, zumindest zu 10 % aus der zwei Tage von einem sympathischen Herren getragenen Unterhose herrühren soll. Und meine Herrn Moschus ist bei Goldt auch dabei. Ich habe mir Pfingstrosenspülung von Schwarzkopf gekauft und war was Kämmbarkeit und Duftigkeit angeht ganz hin und weg. Respekt für dich!, hieß es im Scholz-Wahlkampf.Nach dieser vor unserer Geschichte und kontinentalen Verbundenheit demütigen Nicht-Entscheidung unter heftigstem medialen und internationalen Druck,gebe ich diesen Respekt für Max und Olaf zurück. Sezieren wir nicht, operieren wir nicht, entlarven wir lieber und halten wir zusammen, für die wirkliche freie Welt. Schwarz.Rot.Goldt.

Author: farounfirewater

Ich bin der Falke im Sturm der den König sucht. "Ich lebe mein Leben in sich weitenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn, Den letzten, ich weiß nicht ob ich ihn Vollbringe, aber versuchen will ich ihn Ich kreise um Gott um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang und ich weiß nicht, bin ich eine Falke, ein Sturm, oder ein großer Gesang" (Rilke)

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