Soziale Verteidigung

Ein gewaltfreies Konzept der Verteidigung eines Landes gegen einen militärischen Angriff

Gewaltfreiheit als ein nachhaltigere Haltung gegenüber Angriffen als Gewalt?

Um die 30 Menschen versammelten sich am Donnerstagabend im Einsteinhaus in Ulm um einem Vortrag von Gabriele Schweitzer vom Bund für soziale Verteidigung zu lauschen. Die konservative Definition von sozialer Verteidigung sei die aktive gewaltfreie Verteidigung eines Volkes gegen einen militärischen Angriff von außen oder einen Putsch von innen,so erklärte die Referentin vom Bund für soziale Verteidigung eingangs.”

Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.(Jean Jaures)

Gewaltanwendung ist ein Steigerungsspiel

Bei sozialer Verteidigung verteidigt die angegriffene Gesellschaft vor allem ihre Identität und Lebensweise;es besteht kein Fokus auf der Verteidigung der Landesgrenzen. Es gebe auch gemischte Konzepte wie das ROC-Konzept der totalen Verteidigung,von dem auf der Homepage des BSV zu lesen ist.Dieses Konzept ist vom US-Militär in Reaktion auf den Georgien-Krieg Russlands für kleinere bedrohte Staaten wie die baltischen Staaten entwickelt worden und beinhaltet auch gewaltsame Formen der Landesverteidigung.Die wissenschaftlich fundierte Position der sozialen Verteidigung ist allerdings,dass durch gewaltsamen Widerstand viel größere Zerstörungen,Gewaltspiralen und Tötungszahlen verursacht werden.Schweitzer bringt dazu das Beispiel des Stammes der Jaghi, die ihr Stammland von den Taliban besetzen haben lassen und dann,als ihre Lebensform friedlich verlde Krieger, mit den Aggressoren zu verhandeln.Dynamisches weiter Arbeiten ist ein von dem Friedensforscher Ebert dafür geprägtes Wort.Ein beeindruckendes Beispiel einer resilienten, widerständigen und friedfertigen Gruppe die soziale Verteidigung erfolgreich praktiziert habe,seien die Lehrer im ohne gewaltsamen Widerstand besetzten Norwegen.Sie hätten sich unter Repressionen gegen zahlreiche,doch als eine Gruppe von 20000 relativ geschlossen gewehrt,die Nazi-Lehrpläne auszuführen.Bis zum Ende des Krieges sei nach den alten Lehrplänen unterrichtet worden.

Der Niederländer Bart de Ligt habe das Konzept 1936 in Erwartung einer deutschen Invasion ausgearbeitet,durch die Angst vor der Zerstörung durch einen Atomkrieg wurde das Konzept im Deutschland der 80er Jahre erweitert

Heute habe man aber viel mehr Wissen und Erfahrungen gesammelt als in den 80ern noch verfügbar war.Wissenschaftler hätten herausgefunden,dass in den Kriegen von 1900-2006 70% der erfolgreichen Aufstände gewaltfrei waren,allerdings sei die Rate in den letzten Jahren zugunsten gewaltsamer Aufstände gefallen.Auf Nachfrage erklärte die Vortragende,die Regierungen haben sich mittlerweile Reaktionsstrategien gegen soziale Verteidigungsstrategien zurechtgelegt.So sollen beispielsweise durch Fake News und Provokateure Widerstände in gewaltvolle Formen umgedreht werden. Soziale Verteidigung erlebe nach abgeflautem Interesse in den 90ern seit 2014,dem beginn der kriegsähnlichen Auseinandersetzungen in der Ostukraine wieder eine Renaissance.Von dem Sondervermögen für die Bundeswehr ist für friedliche Widerstandsformen aber nichts vorgesehen.Es habe immer wieder auch Zonen der Gewaltfreiheit innerhalb von Kriegsgebieten gegeben,so beispielsweise in Kolumbien waffenfreie Zonen durch Indigene eingerichtet. Auch müsse man kein Mahatma Gandhi sein,um kollektiv gewaltfrei zu handeln,es bräuchte nur die Entscheidung dazu, in einer gemeinsamen Situation.Die Idee dahinter sei,dass der Angreifer seinen Angriff abbrechen müsse,wenn er kollektiv ins Unrecht gesetzt würde und auf zu wenig Kollaborateure zurückgreifen könne. Gewaltfreie Blockaden gegenüber Sicherheitskräften seien hier eine Aktionsform,wo die Resilienz des Volkes in Friedenszeiten zu seiner Widerstandsfähigkeit in Zeiten der Besatzung werde.In gespaltenen Gesellschaften so die Vortragende auf Nachfrage,sei das Konzept wenig wirksam.

Auf der Demonstation zum globalen Klimastreik in Ulm,war die Ablehnung dem Krieg als Mittel des Imperialismus gegenüber deutlich spürbar

Für Kriegsdienstverweigerer aus Russland und der Ukraine wird es immer schwieriger sich dem Dienst an der Gewalt zu entziehen,die Linkspartei hat eine Petition angestrengt um Deserteure aller Seiten leichter Asyl in europäischen Ländern zu verschaffen

Zuflucht zu internationalen Aktivisten und Orgsnisationen zu nehmen sei eine zentrale Handlungsstrategie,der Friedensforscher Galtung sprach von der langen Kette der Gewaltfreiheit.Der Vorwurf Aktivisten würden von staatlichen Diensten unterstützt sei aber auch nicht immer falsch,so die Referentin.

Wer sich dem Wehrdienst entzieht,steht zum Wiederaufbau auf friedlicher Basis bereit

Zur Zeit gebe es 100000 Deserteure im Ukrainekrieg,viele aus Russland aber auch viele aus Ukraineu und Weißrussland.Das Engagement der Rekrutenfrauen in Weißrussland habe dazu beigetragen das 20000 Männer dort den Kriegsdienst verweigert hätten.Sie seien nun aber bedroht,die Linkspartei fordert Deserteure als politisch Verfolgte anzuerkennen und verstärkt in EU-Ländern aufzunehmen.Anträge im Bundestag dazu wurden im Mai diesen Jahres mit großer Mehrheit abgelehnt.Eine internationale Organistion,die sich der Hilfe für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure verschrieben hat ist connection.ev. Friedlicher Widerstand ist gefährlich,oft muss man einen hohen Preis dafür zahlen.Wenn man aber die Veränderung sein will die man in der Welt sehen will,führt laut der großen Seele Gandhi kein Weg am Frieden vorbei,denn der Frieden ist der Weg.

Die

Nächste Veranstaltung im Rahmem der Ulmer Friedenswochen:

Samstag,24.09.,19.30Uhr Konzertlesung:Kleine Anleitung zur Weltverbesserung,über Aufbrüche in eine andere Welt,Bürgerhaus Mitte,Ulm,Schaffnerstraße 17

Sonntag,25.09.,10 Uhr,evang. Gemeinde Petruskirche,Petrusplatz 1 Neu-Ulm

Sonntag,25.09,17 Uhr,Bürherhaus Mitte,Schaffnerstraße 17 Vom kalten Frieden zum heißen Krieg,Gespräch mit Horst Teltschik zum Ukrainekrieg,Sonntag,25.09,17 Uhr,Bürgerhaus Mitte

(Daniel Baz,24.09,Herbstsonnwend,Ulm)

Literatur und Links:

Bund für soziale Verteidigung:

Sharp,Gene(1993): Von der Diktatur zur Demokratie

Von der Diktatur zur Demokratie,Hörbuch online:

https://m.youtube.com/watch?v=xUFK7J4DTv0

Soziale-Verteidigung.de

Author: farounfirewater

Ich bin der Falke im Sturm der den König sucht. "Ich lebe mein Leben in sich weitenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn, Den letzten, ich weiß nicht ob ich ihn Vollbringe, aber versuchen will ich ihn Ich kreise um Gott um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang und ich weiß nicht, bin ich eine Falke, ein Sturm, oder ein großer Gesang" (Rilke)

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