Einstein: Ein Ringen um den Frieden

Wenn auch nicht der Frieden,so wurde durch das spontane Einspringen von Jana Bürgers, vom Einstein Discovery Center, für den abgesprungenen Vortragenden Eckhart Hübener,einen DDR-Zeitzeugen und Theologen,doch der Vortrag “Einstein und Frieden: gerettet.Trotzdem war der Club Orange im Einstein Haus gut befüllt.Hatte am 19.09. noch eine Debatte im Rahmen der Ulmer Friedenswochen über Geschichte und Aussichten des Pazifismus stattgefunden, ging es jetzt um Albert Einstein der beide Weltkriege als öffentlicher Intellektueller aktiv miterlebt und kommentiert hat.

1914 war Einstein mit seinem “Aufruf an die Europäer”,fast allein,Thomas Mann war damals noch im Kreis der glühenden Kriegsbefürworter

1933 im Jahre der Machtergreifung Hitlers verließ Einstein Deutschland mit der Begründung, solange er die Wahl habe,in einem Land in dem Freiheit,Gleichheit und Toleranz herrsche zu leben,tue er dies,in Richtung der USA
Ein Zitat Einsteins vor dem zweiten Weltkrieg in dem er Studenten rät demokratische Entscheidungen, auch gegen ihren eigenen Willen, zu akzeptieren, verkennt elitistisch die verheerende materielle Situation breiter deutscher Gesellschaftschichten durch Wirtschaftskrise und Versailler-Diktat

Als Einstein erkennt,dass seine demokratischen Hoffnungen durch revanchistische Bewegungen gefährdet sind, setzt er sich für Aufrüstung und gegen Appeacementpolitik ein,außerdem berät er die US-Navy späterhin bei der Entwicklung von Sprengstoffen und spendet das Geld aus der Versteigerung des Originalmanuskriptes seiner Relativitätstheorie der US-Armee.Seine Befürchtung,dass bei bestehender Souveränität der Nationalstaaten,immer bessere Technik zu immer zerstörerischen Kriegen führt,hat sich mit dem Abwurf der Atombombe,für die er unter dem Vorzeichen des Abwehrkrieges gegen den Faschismus votierte,bewahrheitet.Die Vision eines supranationalen Rechts,geschweige denn einer Weltregierung,die er vor Entstehung des Völkerbundes propagierte,scheint in weite Ferne gerückt. Und doch sind Einsteinsche Erkenntnisse, wie das der gesunde Sinn der Völker durch organisierte Politik, Schul- und Pressewesen so korrumpiert sei,dass eine friedliche Welt kaum zu denken sei,noch heute brandaktuell.Angesichts der organisierten Macht der Feinde der Menschheit,so bedauert er 1933 könne nur organisierte Gegenmacht helfen,so sehr er es bedauere.Das hört sich sehr nach Zeitenwende an.In der anschließenden Diskussion nach Murmelrunde merkte man,das sieben Monate Medienkrieg Wirkung zeigen;aber auch welche feine,hilfsbereite und friedensbewegte Bürger Ulm zu bieten hat.Eine Teilnehmerin meinte ein Weltfriede von oben würde zu viele verschiedene Persönlichkeiten unter einen Hut bringen müssen,deshalb sei die begegnende Anerkennung des Anderen auf Augenhöhe der Weg.Bürgerkultur, von Jugenparlament bis Stadtteilcafes,von Kulturnacht bis Friedenswochen.Von Ulm-Marathon über die Queer- und Quers bis zu Fridays for Future und all das in der Rüstungs-und Wissenschaftsstadt Ulm ob unter der Brücke,unter der Erde oder unter Erfolgsdruck. Ein studierter Dorfbewohner der sich hier wohler fühlt zitierte Plato: “Die Menschen führen einen Krieg gegeneinander,und jeder führt einen Krieg im inneren gegen sich selber.”Einstein ist ein gutes Beispiel dafür,sowie Alfred Nobel der das Dynamit vermarktete und zugleich den Friedensnobelpreis stiftete.Bleibt nur das innere Ringen und bisweilen leider nur Plato: “Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.” Obwohl Einstein der hochprivilegierte dachte ja bei Weltregierung nicht an Totalitarismus,sondern an den Schopenhauerschen Willensverzicht,als einzigen Ausweg aus der sogenannten Freiheit des Willens.Bisweilen wollen wie aber noch Mama,Papa und Mehr.

Nächste Veranstaltung im Rahmen der Ulmer Friedenswochen:

Donnerstag,22.09.,19.30 Uhr,Einsteinhaus,Soziale Verteidigung ein gewaltfreies Konzept gegen einen militärischen Überfall von Außen und einen Staatsstreich von Innen(Vortrag und Gespräch)

Author: farounfirewater

Ich bin der Falke im Sturm der den König sucht. "Ich lebe mein Leben in sich weitenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn, Den letzten, ich weiß nicht ob ich ihn Vollbringe, aber versuchen will ich ihn Ich kreise um Gott um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang und ich weiß nicht, bin ich eine Falke, ein Sturm, oder ein großer Gesang" (Rilke)

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