Impfs- und Antiimpfs

4800 demonstrierten in Ulm

Skizze:Joseph Beuys zur Honigpumpe, Austellung:Ein Woodstock der Ideen Ulm 21

Die Spinner von heute sind, die Erfinder von morgen, dass weiß doch jedes Kind
(Udo Lindenberg)



Ulm, Freitag 14.01.21
Kurz vor 7 Uhr abends:Am Münsterplatz entspringen Flüsse von Menschen. Zur gleichen Zeit am Rathausplatz sieht man sich eine Demonstration formieren. Schilder mit Statements wie “Biontec statt Oma weg” werden in die Luft gehalten.
Ulmer Medizinstudenten haben sie organisiert.


Der Spaziergang ist nicht angemeldet, letzten Freitag waren es wohl um die 5000 Spaziergänger. Es hieß in der Schwäbischen Zeitung in einem Artikel von Johannes Raunegger die Poizei konzentriere sich darauf die “Rädelsführer” zu schnappen. Nun laufen die Spaziergänger ohne Demoutensilien manche haben eine Laterne, wie für den Martinsumzug dabei, über die Olgastraße Richtung Neu-Ulm. Hier blockieren sie kurz den Verkehr, die Autos werden aber von der Polizei umgeleitet. Aus manchen Auto hört man Rufe wie “ihr checkt es einfach nicht, oder?” Manche skandieren aus den Fenstern der Häuser ähnliches und haben sich zum Spott einen Aluhut gebastelt. Dabei sind es doch die Menschen unten, die horende Strafen und einen Spießrutenlauf durch Anfeindungen auf sich nehmen, wenn sie sich etwa nicht impfen lassen oder auch geimpft ihrem Wissen und Gewissen folgend die Maßnahmen gegen die Grundrechte anprangern. Bei der Demo auf dem Rathausplatz sind nach Aussagen der Presse um die 300 Leute, auch ein Kamerateam des SWR und Presse.
Die Spaziergänger sind im Durchschnitt eher Ältere Leute, die sehr diszipliniert und mit Abstand laufen. Circa 1 Stunde 30 Minuten
laufen sie über Neu-Ulm bis zum Münsterplatz, in den Seitenstraßen ist Polizei stationiert.
Auf dem Münsterplatz, wo ja damals die Parkplätze für Autos gegen großen Widerstand abgeschafft wurden, sieht man die Polizeifahrzeuge auf dem sich langsam füllenden Platz noch massiver. Jetzt treffen sich die beiden Demonstrantengruppen mit entgegengesetzten Positionen.
Eine Demonstrantin schildert wie sie auf der einen Seite Kameras und Schilder wie “Impfen statt Schimpfen” bei der Demo sah. Damit agitiert man 5 Jährige, meint einer, wohl Vater eines Kindes, welches sich gegen seinen Willen impfen lassen will. In der Tat Coronapolitik spaltet. Auf der anderen Seite, sieht man einen Trupp mit 7 Trommlern anmarschieren. Diese Stimmung wurde dann aggressiv, dass hat mir nicht mehr gefallen, schildert die Sozialpädogogin weiter. Trotzdem das 4500 Leute zusammen gegen einen ungerechtfertigten Impfzwang gelaufen seien sei wichtig und es sei alles in allem schön gewesen.

Eine seltsame Stimmung überkommt mich auf dem nun leeren Münsterplatz, der gerade noch Schauplatz symbolischer Auseinandersetzungen war. Zum Ende des Missionsbefehls Matthäus 28,18-20 “Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende, das hier am Münster hängt. Setze ich:” Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein lasst. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. (Johannes 16,32)

Author: farounfirewater

Ich bin der Falke im Sturm der den König sucht. "Ich lebe mein Leben in sich weitenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn, Den letzten, ich weiß nicht ob ich ihn Vollbringe, aber versuchen will ich ihn Ich kreise um Gott um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang und ich weiß nicht, bin ich eine Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang" (Rilke)

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