Auf dem Weg nach Berlin?

Über 100 Menschen auf Laichinger Montagsdemonstrationen

Auf dem Laichinger Marktplatz und bundesweit finden schon seit letzten Sommer jeden Montag Kundgebungen statt, die sich gegen die Corona-Politik der Bundes- und Landesregierung richten.
Ein Tierarzt der auf der Demo in Laichingen war, meint gerade sei es vor allem wegen der Einschränkungen des Versammlungsrechts draußen notwendig am Mittwoch auch in Berlin zu demonstrieren, wenn dort über eine Novelle des bundesweiten Infektionsschutzgesetzes entschieden würde.
Donnerstag 22.04: Trotz weitreichender Kritik der Ministerpräsidenten im Bundesrat, der dem Gesetzesentwurf, welcher gestern im Bundestag nach regen Debatten und begleitet von Demonstrationen in Berlin verabschiedet wurde, stimmt der Bundesrat ohne den Vermittlungsausschuss anzurufen dem Gesetz zu. Der Bundesratspräsident beendet sein Plädoyer mit Bedauern über die Beendigung vieler hilfreicher Modelprojekte, Stichwort Tübingen oder Rostock mit den bewegenden und nachdenklich machenden Worten:

Dieses Gesetz bezeichnet einen Tiefpunkt der föderalen Kultur”

mit dem Egoismus und durch technisch hergestellte Anonymität bemäntelte Kommunikation sind die soziale Tendenz
                     

Trotzdem: Kommunikation ist das Herz der offenen Gesellschaft

Am Montag den 19.04 habe ich den Organisator der “Mahnwache” gegenüber auf der DeLai-Demo getroffen. Er erklärte mir, er habe damals die Rede von diesem Langhans hier auf dem Marktpaltz gehört, der dort Impfungen und Eugeniker ohne Abgrenzung zusammengebracht habe. Außerdem seien in manchen Reden rassistische Tendenzen, zum Beispiel in der Diskriminierung von Muslimen, wegen ihrer relgiösen Sonderrecht gefallen.
Er habe Angst gehabt, das das Format umkippe, was ja, er blickte zufriedengen Redner,
zum Glück nicht geschehen sei. Trotzdem freue er sich über von ihm inizierte Mahnwache bei der Albanskirche, denn dort hätten gerade vorher 19 Leute miteinander über ihre Sorgen, Hoffnungen und Beschwerden in dieser besonderen Situation gesprochen. Die Form des Gespräches auf Augenhöhe, sei ihm ganz wichtig in dieser Zeit.

Wer kein Ohr für Andersartige hat, dieses ist leider auch nicht mehr aufzufinden, deshalb muss es als Eigenkreation im Land der Datenleichen nach Augen suchen

Abwägungen zwischen Freiheit und Sicherheit

Von dieser Einschätzung in ihrer Menschlichkeit und klugen Besonnenheit beeidruckt
realisierte ich erst wer da am Mikrofon so klar und einfühlsam, doch aber mit scharfem Verstand sprach: Sigrun Seiboth Mack,einst meine Lehrerin an der hiesigen Anne-Frank-Realschule.
Leider habe ich den ersten Teil nicht mitgeschrieben,es ging aber in ihrer Reflexion über die massenmedial übertragene Gedenkstunde für die Corona-Toten in der Bundesrepublik am Vortag.
Sie thematisierte unser gestörtes, tabuisierendes Verhältnis zum Tod und die Kultur der Machbarkeit und Angst, die zu dem Maßnahmenexzess führe. Unverstellt stellte sie den circa 80 Anwesenden die Frage: 80000 Menschen sind gestorben, dass sind 0,1 Prozent der Bevölkerung, rechtfertigt das ein ganzes Land zu Grunde zu richten? Darüber gebe es keine öffentlichen Debatten, nicht im Bundestag, nicht in den Medien, nirgends.
Großer Applaus, wobei man sagen muss, dass man meines Eachtens aus Anstand, wenn es um das Leiden und Sterben auch nur eines Mitmenschen geht sehr dosiert mit parteischem Jubel umgehen sollte.
Denn es ist ja auch alles andere als sicher wie die globale Gesundheitskrise weiter gehen wird.
Sicher ist, auf dieser Kundgebung gab es sehr gut informierte Redner, die ein Herzensanliegen hatten, das man vielleicht mit dem Spruchband links andeuten kann: Grundrechte sind nicht verhandelbar.

Corona-Realisten: Angst verhindert nicht den Tod sondern das Leben

Die Demo-Mitorganisatorin Steffi meinte, die Leute müssten sich für Beiträge am Mikro ab jetzt anmelden, da es sonst zu lang würde. Stichwort:Ausgangssperre ab 21:00Uhr. Peggy die nächste Rednerin war sichtlich angetan von dem qualifizierten und streitbaren Vortrag der Lehrerin. Sie sprach nun glaubwürdig in der Wir-Form, sie sei eine ganz normale Mutter, die Angst um ihre Kinder habe, keine Corona-Leugnerin, sondern eine Realistin die die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen anzweifle. Die Maßnahmen seien nach dem Motto: Viel hilft viel und wehrten mit Schaum vor dem Mund alles ab was mit Eigenverantwortung zu tun habe. In den letzten Jahren sei das Krankenhauspersonal wegrationalisiert, Intensivbetten gestrichen und 20 Krankenhäuser geschlossen worden und nun würde uns mit der Überlastung des Gesundheitssystems gedroht. Andere Länder gingen einen mutigeren Weg und dort gebe es auch kein Chaos. Wenn man kein Argument mehr habe bringe man die Bilder aus Bergamo mit den Leichenwägen. Diskussion beendet. Auch sie kam auf den Umgang mit dem Tod zurück. Die deutschen Corona-Toten seien im Durchschnitt 84 Jahre alt, dass sei einige Jahre Älter als die durchschnittliche Streberate. Ihr Statement: “Der verzweifelte Versuch das Leben der Alten noch um ein paar Monate zu verlängert hat mit Würde nichts zu tun.”
Immer zu würde Solidarität eingefordert, Solidarität sei aber kein Einbahnstraße, wo sei denn die Solidarität der Politik mit anderen Gruppen wie beipielsweise Behinderten oder Geringverdienern?
Auch Peggy tendierte in die Richtung von Seiboth Mack, das Land werde durch den überzogenen Gesundheitsschutz zugrunde gerichtet. Angst verhindere nicht den Tod, sondern das Leben.Man bräuchte wieder mehr Normale also:

Eltern, die sich schützend vor ihre Kinder stellen
Kinder die ihre Eltern vor Vereinsamung bewahren wollen
Leute die Angst um Lebensunterhalt und Zukunft haben
Leute die Kollateralschäden nicht ausblenden wollen
Leute die ihren gesunden Menschenverstand benutzen
Leute die Statistiken lesen können

Author: farounfirewater

"Ich bin nur ein kleiner Wicht, der der Welt das Recht abspricht, dass sie mir das Rückgrat bricht "(Auszug D.B 97)

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