Ramad. Koranlesetagebuch Tag 15

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Heute ist Freitag der erste Juni ich sitze hier im Tipidorf am Venusberg mit Blick auf den Chiemsee, das bayrische Meer. Gestern war das christliche Fest Fronleichnam, an dem ich das erste Mal im Ramadan auf Reisen war. Als ich mit einem ziemlich weichen Hirn in Richtung Nellingen überland unterwegs war, war ich froh, dass ich sowohl eine Flasche köstlicher Adelheit-Quelle als auch die Erlaubnis des Propheten hatte auf Reisen etwas zu trinken. Zusammen mit einer Holunderdolde, waren die beiden meine Wegzehrung. Dank vieler Umleitungen, begegnete ich einigen Menschen die in Bayern leben und kam ich erst nach 24 Uhr an. Heute lese ich nach Tagen an denen viel los war noch immer die Sura Maryam, sie ist die neunzehnte Sure des Koran. Es ist heute ziemlich windig und die Kinder spielen auf dem Platz und meine Blätter werden mir immer wieder verblättert, ich gehe also in die schwarze Jurte, in der ich geschlafen habe. Die Sure beginnt mit der Anrufung der zwei Namen Allahs als des Allerbarmers und des Barmherzigen. Ihr sind die arabischen Buchstaben Kaf, Ha,Ya, Ain und Sad vorangestellt. In der Sura geht es um die Propheten, begonnen bei Zacharias, der wie Josef einen Sohn durch die Erschaffung durch Gott erhielt.So befinden sich Jesus und Yahja in der Sure Maryam auf einer Stufe. Yahja besitzt „Weisheit im Knabenalter und ein liebevolles Gemüt von Uns und Reinheit“(Vers 12). Er ehrt seine Eltern, ist fromm und Friede ist mit ihm als er lebt und als er stirb(Vers 15). Jesus sagt in Maryam selbst: „Ich bin ein Diener Allahs; Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht“(Vers 30).Außerdem hält er Gebet und Zakah ein, ist ehrerbietig gegen seine Mutter, und Friede ist mit ihm bei der Geburt und im Tod. Dann kommt aber eine klare Abgrenzung zum Christentum: „Es geziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zu nehmen“, heißt es da(Vers 35). Nach einem weiteren Exkurs über die anderen Propheten von Abraham über Moses, Aaron, Ismael und Noah, wird die Aussage über die Sohnlosigkeit Allahs gegen Ende der Sure noch verschärft. „Wahrhaftig ihr habt etwas Ungeheuerliches begangen! Beinahe werden die Himmel zerreißen und die Erde auseinanderbersten und beinahe werden die Berge in Trümmern zusammenstürzen, weil sie dem Allerbarmer einen Sohn zugeschrieben haben. Und es geziemt dem Allerbarmer nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Da ist keiner in den Himmeln noch auf der Erde, der dem Allerbarmer anders denn als Diener sich nahen dürfte. (Vers 89-93). Die Sure Maryam endet mit der Wiederholung, dass den Gottesfürchtigen der Koran in leichter Sprache herabgesendet wurde und um die Streitsüchtigen zu warnen (Vers 97).
Im Namen Allahs,
des Allerbarmers, des Barmherzigen
, Sure 19, Maryam

Author: farounfirewater

Ich bin der Falke im Sturm der den König sucht. "Ich lebe mein Leben in sich weitenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn, Den letzten, ich weiß nicht ob ich ihn Vollbringe, aber versuchen will ich ihn Ich kreise um Gott um den uralten Turm und ich kreise Jahrtausende lang und ich weiß nicht, bin ich eine Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang" (Rilke)

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